Universal-Edition an Arnold Schönberg
26. August 1914
UNIVERSAL-EDITION, A.-G.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Sternwartenstr. 15–21
WIEN
I·Reichsratsstrasse 9
Telegramm-Adresse: Musikedition, Wien
Telefon No 22877·Bank-Konto: k·k·privil·österr.
Länderbank, Wien·Postsparkassen-Konto: 57557.
Wien26. August 1914.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Sternwartenstr. 15–21
WIEN
I·Reichsratsstrasse 9
Telegramm-Adresse: Musikedition, Wien
Telefon No 22877·Bank-Konto: k·k·privil·österr.
Länderbank, Wien·Postsparkassen-Konto: 57557.
Wien26. August 1914.
W
Wohlgeboren
Herrn Arnold Schönberg
Lieber Herr Schönberg!
Ich hoffe Sie im Besitz meines gestrigen Briefes
und habe
heute Ihr Schreiben1 vom 14. ds. erhalten. Die Postverbindung ist
also noch immer eine ganz schauderhafte. Inzwischen ist ja laut
Ihrer telegrafischen Mitteilung2 der erste Betrag in Ihre Hände
gelangt und, wie ich Ihnen gestern schrieb, rechne ich bestimmt
darauf, Ihnen anfangs September wieder etwas Kassa senden zu können.
heute Ihr Schreiben1 vom 14. ds. erhalten. Die Postverbindung ist
also noch immer eine ganz schauderhafte. Inzwischen ist ja laut
Ihrer telegrafischen Mitteilung2 der erste Betrag in Ihre Hände
gelangt und, wie ich Ihnen gestern schrieb, rechne ich bestimmt
darauf, Ihnen anfangs September wieder etwas Kassa senden zu können.
Nach Amsterdam3, München4 und an Frau Zehme5 schrieb ich sofort, da-
mit die Beträge für die Gurrelieder-Materiale so rasch als möglich
eingehen. Sollten diese Eingänge im Laufe des Monats September flüs-
sig werden, dann würden ja für Sie wieder Anteile erwachsen, so dass
hoffentlich im Oktober ebenfalls wieder ein Ueberschuss an Sie zur
Auszahlung gelangen kann.
mit die Beträge für die Gurrelieder-Materiale so rasch als möglich
eingehen. Sollten diese Eingänge im Laufe des Monats September flüs-
sig werden, dann würden ja für Sie wieder Anteile erwachsen, so dass
hoffentlich im Oktober ebenfalls wieder ein Ueberschuss an Sie zur
Auszahlung gelangen kann.
Was nun die Idee, dass Sie über diese schwere Zeit nach Wien
kommen betrifft, so will ich den Versuch machen, einige für diese Sache
wichtige Personen wie: Wiener, Bopp, Guido Adler, zu interessieren.
Ich will auch den den Versuch machen, für Sie samt Frau und zwei Kindern6
eine unentgeltliche Wohnung für die Kriegszeit zu finden. Wenn das
gelingen würde, wären wir gleich einen grossen Schritt weiter.
kommen betrifft, so will ich den Versuch machen, einige für diese Sache
wichtige Personen wie: Wiener, Bopp, Guido Adler, zu interessieren.
Ich will auch den den Versuch machen, für Sie samt Frau und zwei Kindern6
eine unentgeltliche Wohnung für die Kriegszeit zu finden. Wenn das
gelingen würde, wären wir gleich einen grossen Schritt weiter.
Sobald ich irgend etwas Positives melden kann, erhalten Sie
sofort Nachricht. Sie können überzeugt sein, dass ich alles, was
in meiner, allerdings sehr bescheidenen Macht steht, tue, um Ihnen
zu helfen.
sofort Nachricht. Sie können überzeugt sein, dass ich alles, was
in meiner, allerdings sehr bescheidenen Macht steht, tue, um Ihnen
zu helfen.
Mit vielen herzlichen Grüssen
Ihr Ihnen warm
ergebener
Schreiben
Mitteilung
Amsterdam
Auf der Vorstandssitzung des Chorvereins vom 4.
März 1914 wurde beschlossen, die Gurre-Lieder am 12. Dezember
1914 in Amsterdam
aufzuführen. Zudem wurde eine mögliche Wiederholung als Volkskonzert am
13. Dezember in Betracht gezogen.
Schönberg hielt im Sommer 1914 Proben ab, die Aufführungen fanden
kriegsbedingt jedoch nicht statt (Willem Mengelberg an Arnold Schönberg,
4. März 1914; ASCC
14249; Algemeen
Handelsblad 1914).
München
Die für 16. Februar 1914 angesetzte Münchener Erstaufführung der Gurre-Lieder
musste auf die kommende Saison verschoben werden, da Bruno Walter parallel mit der
Einstudierung von Franz Schreker, Der ferne
Klang befasst war (Bruno Walter an Arnold Schönberg, 12.
Dezember 1913; ASCC
18041;
Allgemeine Zeitung
1914). Wegen kriegsbedingtem Mangel an Chorsängern kam es Anfang 1915 zu einer weiteren Verschiebung.
Die Aufführung kam schließlich nicht zustande (Bruno Walter an Arnold
Schönberg, 3. Jänner 1915; ASCC
18040).
Frau Zehme
Eine Wiederholung der
Leipziger Aufführung
6. März 1914, Leipzig, Alberthalle war für 3. November
1914 angesetzt, wurde jedoch kriegsbedingt abgesagt
(Albertine Zehme an Arnold Schönberg, 25. April 1914; ASCC
18526; Albertine Zehme an Arnold Schönberg, 31. August 1914;
ASCC 18541).
Kindern
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LEIPZIG
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WIEN
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Telefon No 22877·Bank-Konto: k·k·privil·österr.
Länderbank, Wien·Postsparkassen-Konto: 57557.
Wien26. August 1914.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
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WIEN
I·Reichsratsstrasse 9
Telegramm-Adresse: Musikedition, Wien
Telefon No 22877·Bank-Konto: k·k·privil·österr.
Länderbank, Wien·Postsparkassen-Konto: 57557.
Wien26. August 1914.
W
Lieber Herr Schönberg!
Ich hoffe Sie im Besitz meines gestrigen Briefes
und habe heute Ihr Schreiben1 vom 14. ds. erhalten. Die Postverbindung
ist also noch immer eine ganz schauderhafte. Inzwischen ist ja laut
Ihrer telegrafischen Mitteilung2 der erste Betrag in Ihre Hände gelangt und, wie ich Ihnen gestern
schrieb, rechne ich bestimmt darauf,
Ihnen anfangs September wieder etwas Kassa senden zu
können.
Nach Amsterdam3, München4 und an Frau Zehme5 schrieb ich sofort, damit die Beträge für die Gurrelieder-Materiale so rasch als möglich eingehen. Sollten
diese Eingänge im Laufe des Monats September flüssig werden, dann würden ja für Sie wieder Anteile erwachsen, so
dass hoffentlich im Oktober ebenfalls wieder
ein Ueberschuss an Sie zur Auszahlung gelangen kann.
Was nun die Idee, dass Sie über diese schwere Zeit nach Wien
kommen betrifft, so will ich den Versuch machen, einige für diese Sache
wichtige Personen wie: Wiener,
Bopp, Guido
Adler, zu interessieren. Ich will auch den den Versuch
machen, für Sie samt Frau und zwei Kindern6
eine unentgeltliche Wohnung für die Kriegszeit zu finden. Wenn das
gelingen würde, wären wir gleich einen grossen Schritt weiter.
Sobald ich irgend etwas Positives melden kann, erhalten Sie sofort Nachricht.
Sie können überzeugt sein, dass ich alles, was in meiner, allerdings sehr
bescheidenen Macht steht, tue, um Ihnen zu helfen.
Schreiben
Mitteilung
Amsterdam
Auf der Vorstandssitzung des Chorvereins vom 4.
März 1914 wurde beschlossen, die Gurre-Lieder am 12. Dezember
1914 in Amsterdam
aufzuführen. Zudem wurde eine mögliche Wiederholung als Volkskonzert am
13. Dezember in Betracht gezogen.
Schönberg hielt im Sommer 1914 Proben ab, die Aufführungen fanden
kriegsbedingt jedoch nicht statt (Willem Mengelberg an Arnold Schönberg,
4. März 1914; ASCC
14249; Algemeen
Handelsblad 1914).
München
Die für 16. Februar 1914 angesetzte Münchener Erstaufführung der Gurre-Lieder
musste auf die kommende Saison verschoben werden, da Bruno Walter parallel mit der
Einstudierung von Franz Schreker, Der ferne
Klang befasst war (Bruno Walter an Arnold Schönberg, 12.
Dezember 1913; ASCC
18041;
Allgemeine Zeitung
1914). Wegen kriegsbedingtem Mangel an Chorsängern kam es Anfang 1915 zu einer weiteren Verschiebung.
Die Aufführung kam schließlich nicht zustande (Bruno Walter an Arnold
Schönberg, 3. Jänner 1915; ASCC
18040).
Frau Zehme
Eine Wiederholung der
Leipziger Aufführung
6. März 1914, Leipzig, Alberthalle war für 3. November
1914 angesetzt, wurde jedoch kriegsbedingt abgesagt
(Albertine Zehme an Arnold Schönberg, 25. April 1914; ASCC
18526; Albertine Zehme an Arnold Schönberg, 31. August 1914;
ASCC 18541).
Kindern
26. August 1914
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief
Zitierhinweis:
Universal-Edition an Arnold Schönberg, 26. August 1914, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.17563.