D/Ei
Herrn
Mödling bei Wien
Verehrter Meister Schönberg!
Auf Ihre Mitteilung über die Notiz1 im Neuen
Wiener Journal erlaube ich mir, Ihnen mitzuteilen, dass
ich von dieser Sache erst durch Ihr Schreiben Nachricht er-
hielt. Ich habe sogleich bei einigen Leuten in unserem
Büro herumgefragt und erfahren, dass sie der Mitteilung
des Journals vollkommen fernestehen. Einer der Herren
sagte mir, dass er schon einige Tage vor Erscheinen der be-
treffenden Notiz im Kreise von Musik-Kritikern davon spre-
chen gehört habe, dass Sie an einem Violinkonzert arbeiten.
Ich weiss nicht, wieso Sie vermuten können, dass die Ver-
öffentlichung nur aus der U.E. stammen kann. Sie haben mir
selbst niemals etwas von einem Violinkonzert mitgeteilt
und soviel mir bekannt ist, auch keinem der Mitarbeiter der
U.E. Es wäre denn, dass Herr Greissle von der Sache Kennt-
nis gehabt hätte. Ob er es aber irgend jemanden in der U.E.
mitgeteilt hat, müsste er selbst wissen und vielleicht
könnte auf diesem Wege eine Spur gefunden werden. Ich nehme die
Sache gewiss vollkommen ernst und möchte Sie nur bitten, mir
irgend welche Handhabe zu geben, damit ich herausbekommen kann,
ob irgend jemand aus dem Kreise der U.E. mit der bewussten
Notiz im Zusammenhange steht.

Sehr erfreut bin ich, zu hören, dass Sie die zwei
Serien Klavierstücke2 fertiggestellt haben und ebenso auch,
dass Sie mir in den nächsten Tagen die Freude machen werden,
mich zu besuchen. Ich bitte Sie jedenfalls, sich vorher anzu-
melden, damit ich bestimmt da bin.
Mit vielen herzlichen Grüssen Ihr in warmer Verehrung ergebener

D/Ei
Herrn
Mödling bei Wien
Verehrter Meister Schönberg!
Auf Ihre Mitteilung über die Notiz1 im Neuen Wiener Journal erlaube ich mir, Ihnen mitzuteilen, dass ich von dieser Sache erst durch Ihr Schreiben Nachricht erhielt. Ich habe sogleich bei einigen Leuten in unserem Büro herumgefragt und erfahren, dass sie der Mitteilung des Journals vollkommen fernestehen. Einer der Herren sagte mir, dass er schon einige Tage vor Erscheinen der betreffenden Notiz im Kreise von Musik-Kritikern davon sprechen gehört habe, dass Sie an einem Violinkonzert arbeiten. Ich weiss nicht, wieso Sie vermuten können, dass die Veröffentlichung nur aus der U.E. stammen kann. Sie haben mir selbst niemals etwas von einem Violinkonzert mitgeteilt und soviel mir bekannt ist, auch keinem der Mitarbeiter der U.E. Es wäre denn, dass Herr Greissle von der Sache Kenntnis gehabt hätte. Ob er es aber irgend jemanden in der U.E. mitgeteilt hat, müsste er selbst wissen und vielleicht könnte auf diesem Wege eine Spur gefunden werden. Ich nehme die Sache gewiss vollkommen ernst und möchte Sie nur bitten, mir irgend welche Handhabe zu geben, damit ich herausbekommen kann, ob irgend jemand aus dem Kreise der U.E. mit der bewussten Notiz im Zusammenhange steht.
Sehr erfreut bin ich, zu hören, dass Sie die zwei Serien Klavierstücke2 fertiggestellt haben und ebenso auch, dass Sie mir in den nächsten Tagen die Freude machen werden, mich zu besuchen. Ich bitte Sie jedenfalls, sich vorher anzumelden, damit ich bestimmt da bin.
Mit vielen herzlichen Grüssen Ihr in warmer Verehrung ergebener
Emil Hertzka

17. März 1923


The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection


Brief

Zitierhinweis:

Universal-Edition an Arnold Schönberg, 17. März 1923, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.17622.

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