Sehr verehrter Herr Schönberg!
Es tut mir wirklich leid, dass Sie auf mich ernst-
lich böse sind, obwohl ich bei der Herstellung des Notenpapieres in der
U.E. alles getan habe, um ein bestmögliches Resultat im Rahmen der mir
gegebenen Vorschriften bzw. Preisgrenzen herauszubekommen. Dass ich mir
damals tatsächlich grösste Mühe gegeben habe, brauche ich wohl nicht zu ver-
sichern. Ein eigentliches Büttenpapier, wie es für diesen Zweck am ehesten
entsprochen hätte, ist nicht zu bekommen und ein anderes Papier in sehr
guter Qualität hätte die U.E. erst in der Fabrik anfertigen lassen müssen.
Eine solche Anfertigung wird unter 1000 kg nicht gemacht und bedeutet eine
Ausgabe von 12–15 Millionen Kronen. Von demselben hätte man in absehbarer
Zeit höchstens 100 kg absetzen können und daher konnte sich Direktor
Hertzka zur Anfertigung nicht entschliessen.
Wenn Sie mich mit der Herstellung des Notenpapieres
betrauen wollen, so werde ich mich sehr anstrengen, um Ihnen das zu bieten,
was man nur irgendwie unter den heutigen Verhältnissen erreichen kann,
vorausgesetzt, dass Ihnen von den Papiermustern, die mir von lagernden Sor-
ten zugänglich sind, eines zusagt. Ich bitte daher, mir eine Vorlage für den
Raster und für das Papier zu senden und ich werde nichts unversucht lassen,
auch bezüglich des kürzesten Termines.
NB. Der Wiener Philharmonische
Verlag
hat wohl eine eigene
Stecherei aber keine Druckerei.
Sehr verehrter Herr Schönberg!
Es tut mir wirklich leid, dass Sie auf mich ernstlich böse sind, obwohl ich bei der Herstellung des Notenpapieres in der U.E. alles getan habe, um ein bestmögliches Resultat im Rahmen der mir gegebenen Vorschriften bzw. Preisgrenzen herauszubekommen. Dass ich mir damals tatsächlich grösste Mühe gegeben habe, brauche ich wohl nicht zu versichern. Ein eigentliches Büttenpapier, wie es für diesen Zweck am ehesten entsprochen hätte, ist nicht zu bekommen und ein anderes Papier in sehr guter Qualität hätte die U.E. erst in der Fabrik anfertigen lassen müssen. Eine solche Anfertigung wird unter 1000 kg nicht gemacht und bedeutet eine Ausgabe von 12–15 Millionen Kronen. Von demselben hätte man in absehbarer Zeit höchstens 100 kg absetzen können und daher konnte sich Direktor Hertzka zur Anfertigung nicht entschliessen.
Wenn Sie mich mit der Herstellung des Notenpapieres betrauen wollen, so werde ich mich sehr anstrengen, um Ihnen das zu bieten, was man nur irgendwie unter den heutigen Verhältnissen erreichen kann, vorausgesetzt, dass Ihnen von den Papiermustern, die mir von lagernden Sorten zugänglich sind, eines zusagt. Ich bitte daher, mir eine Vorlage für den Raster und für das Papier zu senden und ich werde nichts unversucht lassen, auch bezüglich des kürzesten Termines.
NB. Der Wiener Philharmonische Verlag hat wohl eine eigene Stecherei aber keine Druckerei.

20. März 1923


The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection

Brief

Zitierhinweis:

Wiener Philharmonischer Verlag an Arnold Schönberg, 20. März 1923, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.18379.

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