Universal-Edition an Arnold Schönberg
28. Dezember 1922
UNIVERSAL-EDITION, A.-G.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Karlstrasse 10
WIEN
I·Karlsplatz 6·
Musikvereinsgebäude
Telegr. Adr.: Musikedition, Wien, A. B. C. Code 5th Ed.
Telefon No 3228, 4533·Bank-Konto: Oesterr. Länder-
bank. Wien. Postsparkassen Konto: 57557.
Wien, am 28. Dezember 1922.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Karlstrasse 10
WIEN
I·Karlsplatz 6·
Musikvereinsgebäude
Telegr. Adr.: Musikedition, Wien, A. B. C. Code 5th Ed.
Telefon No 3228, 4533·Bank-Konto: Oesterr. Länder-
bank. Wien. Postsparkassen Konto: 57557.
Wien, am 28. Dezember 1922.
D/Ei
Herrn
Prof. Arnold Schönberg,
Mödling bei Wien
Verehrter Meister Schönberg!
Besten Dank für Ihr liebes Schreiben vom 26. ds. M.
Ihre Meisterschaft auf der Schreibmaschine erregt allgemein
grösste Bewunderung. Die Antwort an Tischer habe ich zur
Kenntnis genommen und weiter befördert. Ich hoffe, dass Ti-
scher sich Ihren Wünschen fügen wird und dass diese Sache
dann endlich in Ordnung kommt. Ich berichte Ihnen darüber, so-
bald die Sache perfekt ist.
Ihre Meisterschaft auf der Schreibmaschine erregt allgemein
grösste Bewunderung. Die Antwort an Tischer habe ich zur
Kenntnis genommen und weiter befördert. Ich hoffe, dass Ti-
scher sich Ihren Wünschen fügen wird und dass diese Sache
dann endlich in Ordnung kommt. Ich berichte Ihnen darüber, so-
bald die Sache perfekt ist.
1. Von Herrn Walter Seligmann, der schon eine Auf-
führung der „Gurrelieder“ in Berlin plante, erhalte ich mit-
folgendes Schreiben. Ich bitte Sie um freundliche Nachricht,
ob Sie Herrn Seligmann die Aufführung der Gurrelieder in
Köln oder Hamburg anvertrauen würden. Ich kenne seine Diri-
gentenqualitäten gar nicht und bin grundsätzlich dagegen,
dass Anfänger sofort mit Monumental-Werken beginnen. Diese
Art, die Aufmerksamkeit der Allgemeinheit auf sich ziehen zu
wollen, erscheint mir unkünstlerisch. Die „Gurrelieder“ sollen
kein Versuchskaninchen für ehrgeizige Jünglinge1 sein, auch
wenn sie noch so begabt sind.
führung der „Gurrelieder“ in Berlin plante, erhalte ich mit-
folgendes Schreiben. Ich bitte Sie um freundliche Nachricht,
ob Sie Herrn Seligmann die Aufführung der Gurrelieder in
Köln oder Hamburg anvertrauen würden. Ich kenne seine Diri-
gentenqualitäten gar nicht und bin grundsätzlich dagegen,
dass Anfänger sofort mit Monumental-Werken beginnen. Diese
Art, die Aufmerksamkeit der Allgemeinheit auf sich ziehen zu
wollen, erscheint mir unkünstlerisch. Die „Gurrelieder“ sollen
kein Versuchskaninchen für ehrgeizige Jünglinge1 sein, auch
wenn sie noch so begabt sind.
gehabten Gespräches erwähnten Sie mir
flüchtig von Ihren
3 Bach-Instrumentationen2. Sie sprachen davon, dass Sie zwar an
eine eigene Vervielfältigung denken, dass Sie aber mit uns
darüber irgend eine Kombination treffen wollen. Ich möchte
diese Angelegenheit doch in Erinnerung bringen und dabei die
Meinung äussern, dass die Partitur als solche doch immerhin
Ihre Komposition ist und dass kein Grund vorhanden ist, dieses
Werk aus unserem Vertrag auszuscheiden. Meiner Ansicht nach,
gehört dieses Werk absolut in den Rahmen unseres Vertrages
und ich würde mich freuen, wenn Sie diese Ansicht teilen
könnten.
3 Bach-Instrumentationen2. Sie sprachen davon, dass Sie zwar an
eine eigene Vervielfältigung denken, dass Sie aber mit uns
darüber irgend eine Kombination treffen wollen. Ich möchte
diese Angelegenheit doch in Erinnerung bringen und dabei die
Meinung äussern, dass die Partitur als solche doch immerhin
Ihre Komposition ist und dass kein Grund vorhanden ist, dieses
Werk aus unserem Vertrag auszuscheiden. Meiner Ansicht nach,
gehört dieses Werk absolut in den Rahmen unseres Vertrages
und ich würde mich freuen, wenn Sie diese Ansicht teilen
könnten.
Indem ich Ihre freundlichen Neujahrswünsche
auf das herzlichste erwidere, verbleibe ich in der angenehmen
Erwartung, Sie recht bald wieder zu sehen, mit besten Grüssen Ihr in warmer Verehrung ergebener
auf das herzlichste erwidere, verbleibe ich in der angenehmen
Erwartung, Sie recht bald wieder zu sehen, mit besten Grüssen Ihr in warmer Verehrung ergebener
ehrgeizige Jünglinge
Walter
Seligmann war zum Zeitpunkt der Korrespondenz 20 Jahre
alt und hatte kurz zuvor eine Kapellmeisterstelle in Meißen angetreten
(ASGA B 16/3, S.
69).
Bach-Instrumentationen
UNIVERSAL-EDITION, A.-G.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Karlstrasse 10
WIEN
I·Karlsplatz 6·
Musikvereinsgebäude
Telegr. Adr.: Musikedition, Wien, A. B. C. Code 5th Ed.
Telefon No 3228, 4533·Bank-Konto: Oesterr. Länder-
bank. Wien. Postsparkassen Konto: 57557.
Wien, am 28. Dezember 1922.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Karlstrasse 10
WIEN
I·Karlsplatz 6·
Musikvereinsgebäude
Telegr. Adr.: Musikedition, Wien, A. B. C. Code 5th Ed.
Telefon No 3228, 4533·Bank-Konto: Oesterr. Länder-
bank. Wien. Postsparkassen Konto: 57557.
Wien, am 28. Dezember 1922.
D/Ei
Verehrter Meister Schönberg!
Besten Dank für Ihr liebes Schreiben vom 26. ds. M.
Ihre Meisterschaft auf der Schreibmaschine erregt allgemein grösste
Bewunderung. Die Antwort an Tischer habe ich zur Kenntnis genommen und weiter befördert. Ich
hoffe, dass Tischer sich Ihren Wünschen fügen wird und dass diese Sache dann
endlich in Ordnung kommt. Ich berichte Ihnen darüber, sobald die Sache perfekt ist.
Von Herrn Walter Seligmann, der schon eine Aufführung der „Gurrelieder“ in
Berlin plante, erhalte ich mitfolgendes Schreiben. Ich bitte Sie um freundliche Nachricht,
ob Sie Herrn Seligmann die Aufführung
der Gurrelieder in
Köln oder Hamburg
anvertrauen würden. Ich kenne seine Dirigentenqualitäten gar nicht und bin grundsätzlich dagegen,
dass Anfänger sofort mit Monumental-Werken beginnen. Diese Art, die
Aufmerksamkeit der Allgemeinheit auf sich ziehen zu wollen, erscheint mir
unkünstlerisch. Die „Gurrelieder“ sollen kein Versuchskaninchen für
ehrgeizige Jünglinge1 sein, auch wenn sie noch so begabt sind.
Haben Sie aus Frankfurt schon etwas wegen der
Erwartung gehört? –
Anlässlich eines vor mehreren Wochen
gehabten Gespräches erwähnten Sie mir
flüchtig von Ihren
Bach-Instrumentationen2. Sie sprachen davon, dass Sie zwar an eine eigene
Vervielfältigung denken, dass Sie aber mit uns darüber irgend eine Kombination
treffen wollen. Ich möchte diese Angelegenheit doch in Erinnerung bringen und
dabei die Meinung äussern, dass die Partitur als solche
doch immerhin
Ihre Komposition ist und dass kein Grund vorhanden ist, dieses
Werk aus unserem Vertrag auszuscheiden. Meiner Ansicht nach, gehört dieses
Werk absolut in den Rahmen unseres Vertrages und ich würde mich freuen, wenn
Sie diese Ansicht teilen könnten.
Indem ich Ihre freundlichen Neujahrswünsche auf das herzlichste erwidere, verbleibe
ich in der angenehmen Erwartung, Sie recht bald wieder zu sehen, mit besten
Grüssen
Ihr in warmer Verehrung ergebener
Emil Hertzka
ehrgeizige Jünglinge
Walter
Seligmann war zum Zeitpunkt der Korrespondenz 20 Jahre
alt und hatte kurz zuvor eine Kapellmeisterstelle in Meißen angetreten
(ASGA B 16/3, S.
69).
Bach-Instrumentationen
28. Dezember 1922
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief
Zitierhinweis:
Universal-Edition an Arnold Schönberg, 28. Dezember 1922, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.17625.