D/Ei
Herrn
Mödling bei Wien
Verehrter Meister Schönberg!
Als Herr Dr. Tischer vor etwa 14 Tagen neuer-
lich in Angelegenheit Ihres Chores bei mir anfragte, habe ich
ihm ein Anbot gemacht und geschrieben, dass ich hoffe, dass
falls er dasselbe akzeptiert, ich bei Ihnen vielleicht durch-
setzen könnte, die Angelegenheit in Ordnung zu bringen. Er hat
dieses Anbot nicht akzeptiert, mir aber beifolgenden Brief
geschrieben. Er bleibt mir mit den Bedingungen bis Ende ds.
Monates im Wort. Ich wäre, wenn Sie Wert darauf legen, bereit,
sein, allerdings sehr hohes Angebot zu akzeptieren. Selbstver-
ständlich unter der Voraussetzung, dass Sie von Forderungen an
uns bzw. Dr. Tischer absehen. Wie Sie aus dem Schreiben von Dr.
Tischer ersehen können, ist das seine Voraussetzung und ohne
diese ist die Sache eben nicht zu machen. Ich selbst würde
Ihnen eine Ladenpreistantieme bezahlen, und von den verkauften
Materialen eine Brutto-Erlös-Tantieme, ähnlich, wie wir das
bei den übrigen Werken auf Grund des derzeitigen Vertrages
haben. Ich bin auf diesen Abschluss in keiner Weise erpicht,
und habe mich bei der ganzen Sache nur davon leiten lassen,
Ihnen durch die Uebernahme des Chores einen Dienst zu erweisen
und Ruhe zu verschaffen.

Ich hätte ausserordentlich gerne über Ihre schweizer
und holländische Reise
1 von Ihnen etwas gehört aber es scheint,
dass Sie sich leichter zu einer tagelangen Reise entschliessen,
als zur Fahrt nach Wien.
Mit herzlichen Grüssen Ihr in warmer Verehrung ergebener
P. S. Den Brief von Dr. Tischer
erbitte ich mir ehestens
zurück, da er noch nicht be-
antwortet ist.

D/Ei
Herrn
Mödling bei Wien
Verehrter Meister Schönberg!
Als Herr Dr. Tischer vor etwa 14 Tagen neuerlich in Angelegenheit Ihres Chores bei mir anfragte, habe ich ihm ein Anbot gemacht und geschrieben, dass ich hoffe, falls er dasselbe akzeptiert, ich bei Ihnen vielleicht durchsetzen könnte, die Angelegenheit in Ordnung zu bringen. Er hat dieses Anbot nicht akzeptiert, mir aber beifolgenden Brief geschrieben. Er bleibt mir mit den Bedingungen bis Ende ds. Monates im Wort. Ich wäre, wenn Sie Wert darauf legen, bereit, sein, allerdings sehr hohes Angebot zu akzeptieren. Selbstverständlich unter der Voraussetzung, dass Sie von Forderungen an uns bzw. Dr. Tischer absehen. Wie Sie aus dem Schreiben von Dr. Tischer ersehen können, ist das seine Voraussetzung und ohne diese ist die Sache eben nicht zu machen. Ich selbst würde Ihnen eine Ladenpreistantieme bezahlen, und von den verkauften Materialen eine Brutto-Erlös-Tantieme, ähnlich, wie wir das bei den übrigen Werken auf Grund des derzeitigen Vertrages haben. Ich bin auf diesen Abschluss in keiner Weise erpicht, und habe mich bei der ganzen Sache nur davon leiten lassen, Ihnen durch die Uebernahme des Chores einen Dienst zu erweisen und Ruhe zu verschaffen.
Ich hätte ausserordentlich gerne über Ihre schweizer und holländische Reise1 von Ihnen etwas gehört aber es scheint, dass Sie sich leichter zu einer tagelangen Reise entschliessen, als zur Fahrt nach Wien.
Mit herzlichen Grüssen Ihr in warmer Verehrung ergebener
Hertzka
P. S. Den Brief von Dr. Tischer erbitte ich mir ehestens zurück, da er noch nicht beantwortet ist.

21. Dezember 1922


The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection

Brief

Zitierhinweis:

Universal-Edition an Arnold Schönberg, 21. Dezember 1922, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.17628.

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