D/Ma.
Herrn
Berlin-Charlottenburg 2,
Steinplatz 2, Pension Bavaria.
Sehr verehrter, lieber Meister Schönberg!
Vor allem muss ich Sie bitten, zu entschuldigen, wenn
Ihr Sohn Georg seitens eines unserer Beamten nicht in jener Wei-
se aufgenommen wurde, als ihm dies als Ihrem Sohn gebührt. Der
betreffende Beamte, der ganz ausnahms- und aushilfsweise in die-
ser Sache zu amtieren hatte, nachdem Fräulein Rothe sich den rechten Arm
gebrochen
1 hatte und gerade zu dieser Zeit vollkommen ausgeschal-
tet werden musste, hat offenbar nicht die richtige Art und den
richtigen Ton gehabt und es tut mir herzlich leid, dass sich da-
durch Grund zu einer Klage ergab. Es handelt sich um einen sonst
sehr verlässlichen und anständigen jungen Menschen, dem jede Ueber-
hebung oder Arroganz ferne liegt, der aber tatsächlich sonst nie-
mals mit Autoren oder deren Vertretern in Berührung kommt und
möglicherweise gar keine Ahnung hatte, dass es sich um Ihren Herrn
Sohn handelte. Ich glaube, dass weder Sie, noch irgend jemand, der
über Ihre Veranlassung zu uns gekommen ist, sich über Mangel an
Höflichkeit oder Liebenswürdigkeit zu beklagen hatte und dem bei uns im Allgemeinen üblichen Entgegenkommen ist
es ja auch zuzuschreiben, dass wir von unzähligen Persönlichkeiten,
mit denen wir in Beziehung stehen, mit Fragen, Aufträgen jeglicher
Art, etz. beehrt werden, die ausnahmslos in entgegenkommendster

und freundlichster Weise erledigt werden. Es ist besonders
Fräulein Rothe, die in diesen Sachen eine bewundernswerte Ge-
duld an den Tag legt und ich erwähne das nur deshalb, damit Sie
sehen, dass, wenn sie nicht aktionsfähig ist, da leicht ein Miss-
verständnis entstehen konnte, für das die Leitung bestimmt in kei-
ner Weise verantwortlich gemacht werden darf. Sie dürfen also
Ihr Prinzip, uns gegenüber freundlich zu sein, weiter aufrecht
halten und diese Angelegenheit als aufgeklärt ansehen.
Selbstverständlich stehen Ihnen vom Jahrbuch2 noch 2
Exemplare zur Verfügung, die Ihnen gleichzeitig zugehen, ebenso
die letzten Hefte des „Anbruch“ (Januar, Februar). Es scheint da
etwas (offenbar durch Ihre Uebersiedlung) in der Administration
nicht ganz zu klappen. Ich veranlasse, dass die Zusendung von
nun ab prompt geschieht.
Ihre Chöre3 sind in dem Augenblick, als Sie die Dring-
lichkeit der Drucklegung ausgesprochen haben, zum Stich gegangen.
Soviel ich weiss, sind dabei Ihre allgemeinen Stichregeln der
Druckerei übergeben worden und es wurde weitgehende Sorgfalt
verlangt. Zufolge Ihrer Anfragen veranlasse ich sofort, dass die
Verlagsabteilung sich wegen Format und Stichanordnung nochmals
in Verbindung setzt und Ihnen eventuell eine Probeseite zur Be-
gutachtung zusendet.
Dass es Ihnen nur bis auf Ihre Gesundheit sehr gut geht,
ist nicht ganz erfreulich und ich wünschte, dass diese gar nicht
geringfügige Einschränkung bald in Wegfall kommt.
Mit vielen herzlichen Grüssen, Ihr in Verehrung ergebener

D/Ma.
Herrn
Berlin-Charlottenburg 2,
Steinplatz 2, Pension Bavaria.
Sehr verehrter, lieber Meister Schönberg!
Vor allem muss ich Sie bitten, zu entschuldigen, wenn Ihr Sohn Georg seitens eines unserer Beamten nicht in jener Weise aufgenommen wurde, als ihm dies als Ihrem Sohn gebührt. Der betreffende Beamte, der ganz ausnahms- und aushilfsweise in dieser Sache zu amtieren hatte, nachdem Fräulein Rothe sich den rechten Arm gebrochen1 hatte und gerade zu dieser Zeit vollkommen ausgeschaltet werden musste, hat offenbar nicht die richtige Art und den richtigen Ton gehabt und es tut mir herzlich leid, dass sich dadurch Grund zu einer Klage ergab. Es handelt sich um einen sonst sehr verlässlichen und anständigen jungen Menschen, dem jede Ueberhebung oder Arroganz ferne liegt, der aber tatsächlich sonst niemals mit Autoren oder deren Vertretern in Berührung kommt und möglicherweise gar keine Ahnung hatte, dass es sich um Ihren Herrn Sohn handelte. Ich glaube, dass weder Sie, noch irgend jemand, der über Ihre Veranlassung zu uns gekommen ist, sich über Mangel an Höflichkeit oder Liebenswürdigkeit zu beklagen hatte und dem bei uns im Allgemeinen üblichen Entgegenkommen ist es ja auch zuzuschreiben, dass wir von unzähligen Persönlichkeiten, mit denen wir in Beziehung stehen, mit Fragen, Aufträgen jeglicher Art, etz. beehrt werden, die ausnahmslos in entgegenkommendster und freundlichster Weise erledigt werden. Es ist besonders Fräulein Rothe, die in diesen Sachen eine bewundernswerte Geduld an den Tag legt und ich erwähne das nur deshalb, damit Sie sehen, dass, wenn sie nicht aktionsfähig ist, da leicht ein Missverständnis entstehen konnte, für das die Leitung bestimmt in keiner Weise verantwortlich gemacht werden darf. Sie dürfen also Ihr Prinzip, uns gegenüber freundlich zu sein, weiter aufrecht halten und diese Angelegenheit als aufgeklärt ansehen.
Selbstverständlich stehen Ihnen vom Jahrbuch2 noch 2 Exemplare zur Verfügung, die Ihnen gleichzeitig zugehen, ebenso die letzten Hefte des „Anbruch“ (Januar, Februar). Es scheint da etwas (offenbar durch Ihre Uebersiedlung) in der Administration nicht ganz zu klappen. Ich veranlasse, dass die Zusendung von nun ab prompt geschieht.
Ihre Chöre3 sind in dem Augenblick, als Sie die Dringlichkeit der Drucklegung ausgesprochen haben, zum Stich gegangen. Soviel ich weiss, sind dabei Ihre allgemeinen Stichregeln der Druckerei übergeben worden und es wurde weitgehende Sorgfalt verlangt. Zufolge Ihrer Anfragen veranlasse ich sofort, dass die Verlagsabteilung sich wegen Format und Stichanordnung nochmals in Verbindung setzt und Ihnen eventuell eine Probeseite zur Begutachtung zusendet.
Dass es Ihnen nur bis auf Ihre Gesundheit sehr gut geht, ist nicht ganz erfreulich und ich wünschte, dass diese gar nicht geringfügige Einschränkung bald in Wegfall kommt.
Mit vielen herzlichen Grüssen, Ihr in Verehrung ergebener Emil Hertzka

8. März 1926


The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection



Brief

Zitierhinweis:

Universal-Edition an Arnold Schönberg, 8. März 1926, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.17655.

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