Universal-Edition an Arnold Schönberg
29. April 1926
UNIVERSAL-EDITION, A.-G.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
40 West 34th Street
New York
LEIPZIG
Karlstrasse 10
WIEN
I·Karlsplatz 6·
Musikvereinsgebäude
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
40 West 34th Street
New York
LEIPZIG
Karlstrasse 10
WIEN
I·Karlsplatz 6·
Musikvereinsgebäude
D/R/M.
Wien, 29. April 1926.
Herrn
Professor Arnold Schönberg,
Verehrter Meister Schönberg!
Unmittelbar vor meiner Abreise kommt Ihr Telegramm,
in dessen Verfolge ich sofort an Hörth1 einen längeren
Brief geschrieben habe. Obwohl ich Ihren Wunsch Hörth weiter-
gegeben habe, halte ich mich verpflichtet, Ihnen zu sagen, dass
Hörth ein so ausserordentlich überbürdeter Mensch ist, der, wie
Sie vielleicht gar nicht wissen, ganz allein die Arbeit des
Intendanten neben seiner Arbeit als Regisseur und Professor lei-
stet. Es wäre also ganz bestimmt kein Mangel an gutem Willen,
wenn es ihm nicht möglich wäre, Sie aufzusuchen. Ich hoffe, dass
Sie, wenn meine Befürchtung wider Erwarten zutreffen sollte,
vielleicht eine andere Möglichkeit der Aussprache werden vor-
schlagen können. Das wichtigste ist, dass eine Aussprache zwi-
schen Ihnen und Hörth stattfindet, an dem „wo“ wird die Sache
doch nicht scheitern müssen! – Ich reise für 8–10 Tage geschäft-
lich nach Italien und hoffe, nach meiner Rückkehr Mitteilungen
über den günstigen Ausgang der Besprechung zwischen Ihnen und
Hörth vorzufinden.
in dessen Verfolge ich sofort an Hörth1 einen längeren
Brief geschrieben habe. Obwohl ich Ihren Wunsch Hörth weiter-
gegeben habe, halte ich mich verpflichtet, Ihnen zu sagen, dass
Hörth ein so ausserordentlich überbürdeter Mensch ist, der, wie
Sie vielleicht gar nicht wissen, ganz allein die Arbeit des
Intendanten neben seiner Arbeit als Regisseur und Professor lei-
stet. Es wäre also ganz bestimmt kein Mangel an gutem Willen,
wenn es ihm nicht möglich wäre, Sie aufzusuchen. Ich hoffe, dass
Sie, wenn meine Befürchtung wider Erwarten zutreffen sollte,
vielleicht eine andere Möglichkeit der Aussprache werden vor-
schlagen können. Das wichtigste ist, dass eine Aussprache zwi-
schen Ihnen und Hörth stattfindet, an dem „wo“ wird die Sache
doch nicht scheitern müssen! – Ich reise für 8–10 Tage geschäft-
lich nach Italien und hoffe, nach meiner Rückkehr Mitteilungen
über den günstigen Ausgang der Besprechung zwischen Ihnen und
Hörth vorzufinden.
Mit herzlichen Grüssen
Ihr, in warmer Verehrung
ergebener
Hörth
Plan einer szenischen Aufführung der Gurre-Lieder durch Franz Ludwig
Hörth, der ab Herbst 1926 die
Intendanz der Staatsoper Unter den
Linden
Berlin innehatte, und den
Ausstatter Emil Pirchan. In der
Regie von Hörth, der Ausstattung
von Pirchan und der musikalischen
Leitung von Erich Kleiber wurde im
Frühjahr 1925 in Berlin
Franz Schreker, Der ferne Klang realisiert. Am 14. Dezember
1925 folgte die Uraufführung von Alban Berg, Wozzeck unter der Leitung von Kleiber und der Regie von Hörth, die Schönberg unmittelbar nach seiner Ankunft in Berlin im Jänner
1926 besuchte. Die Planung sah vor, die Gurre-Lieder mit der einaktigen Ballettoper
Royal Palace von Kurt Weill zu kombinieren (Westermeyer 1925, Chop 1925, Chantavoine
1926).
UNIVERSAL-EDITION, A.-G.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
40 West 34th Street
New York
LEIPZIG
Karlstrasse 10
WIEN
I·Karlsplatz 6·
Musikvereinsgebäude
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
40 West 34th Street
New York
LEIPZIG
Karlstrasse 10
WIEN
I·Karlsplatz 6·
Musikvereinsgebäude
D/R/M.
Wien, 29. April 1926.
Verehrter Meister Schönberg!
Unmittelbar vor meiner Abreise kommt Ihr Telegramm, in dessen Verfolge ich sofort an Hörth1 einen
längeren Brief geschrieben habe. Obwohl ich Ihren Wunsch Hörth weitergegeben habe, halte ich mich verpflichtet, Ihnen zu sagen, dass
Hörth ein so ausserordentlich überbürdeter
Mensch ist, der, wie Sie vielleicht gar nicht wissen, ganz allein die
Arbeit des Intendanten neben seiner Arbeit als Regisseur und Professor
leistet. Es wäre also ganz bestimmt kein Mangel an gutem Willen,
wenn es ihm nicht möglich wäre, Sie aufzusuchen. Ich hoffe, dass Sie,
wenn meine Befürchtung wider Erwarten zutreffen sollte, vielleicht eine
andere Möglichkeit der Aussprache werden vorschlagen können. Das wichtigste ist, dass eine Aussprache zwischen Ihnen und Hörth
stattfindet, an dem „wo“ wird die Sache doch nicht scheitern müssen! – Ich
reise für 8–10 Tage geschäftlich nach Italien und
hoffe, nach meiner Rückkehr Mitteilungen über den günstigen Ausgang der
Besprechung zwischen Ihnen und
Hörth vorzufinden.
Mit herzlichen Grüssen
Ihr, in warmer Verehrung
ergebener
Emil Hertzka
Hörth
Plan einer szenischen Aufführung der Gurre-Lieder durch Franz Ludwig
Hörth, der ab Herbst 1926 die
Intendanz der Staatsoper Unter den
Linden
Berlin innehatte, und den
Ausstatter Emil Pirchan. In der
Regie von Hörth, der Ausstattung
von Pirchan und der musikalischen
Leitung von Erich Kleiber wurde im
Frühjahr 1925 in Berlin
Franz Schreker, Der ferne Klang realisiert. Am 14. Dezember
1925 folgte die Uraufführung von Alban Berg, Wozzeck unter der Leitung von Kleiber und der Regie von Hörth, die Schönberg unmittelbar nach seiner Ankunft in Berlin im Jänner
1926 besuchte. Die Planung sah vor, die Gurre-Lieder mit der einaktigen Ballettoper
Royal Palace von Kurt Weill zu kombinieren (Westermeyer 1925, Chop 1925, Chantavoine
1926).
29. April 1926
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief
Zitierhinweis:
Universal-Edition an Arnold Schönberg, 29. April 1926, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.17676.