Dr. K./Wi.
Wien, 30. Jänner 1934.
Herrn
Pelham Hall
Brookline – Mass.
Verehrter lieber Herr Schönberg!
Dass das erste Lebenszeichen, das Sie mir direkt von dem Ort
Ihres neuen Wirkungskreises einsenden, ein „Bulletin“ über den Haupt-
beruf „Husten“ enthält, ist von Ihren Freunden nicht gerade mit
Freude aufgenommen worden und ich würde Ihnen, wenn Sie mich in dieser
Sache um Rat gefragt hätten, einen anderen Hauptberuf empfohlen haben.
Wir hoffen nun alle sehr, dass Sie sich bis zum Eintreffen dieses
Schreibens eines Besseren besonnen haben und in Chicago bereits wieder
einem Ihrer anderen Hauptberufe nachgegangen sind.
Für die Empfehlung eines brauchbaren Lehrgangs der englischen
Sprache bin ich nicht sehr kompetent, da ich leider eher alles Leichte
als das Schwierige beherrsche und die Bücher, aus denen ich in meiner
Jugend studieren hätte sollen, sind noch vor der Zeit der grossen
Erfindungen geschrieben worden. Ich habe Ihnen daher die Phraseologie
der Langenscheidt’schen Buchhandlung
1 und ein mir empfohlenes Büchlein
Englisch für Erwachsene2“ besorgt (das auch für amerikanische Verhält-
nisse wohl anwendbar ist), die Ihnen hoffentlich die gewünschten Dien-
ste leisten werden. Eine Grammatik folgt in den nächsten Tagen. Die
Auslagen hiefür werden Ihrem Konto belastet.

Ueber die Bibliotheken3 schreibt Ihnen Herr Stein separat,
ebenso gibt er Ihnen authentische Auskunft über das „Gurrelieder“-
material, doch glaube ich nicht, dass hier eine Bestellung auf die-
ses Werk aus U.S.A. vorgelegen ist.
Wir freuen uns alle herzlichst, dass Sie trotz des bösen
Katarrh’s mit Ihrem dortigen Aufenthalt, wie wir wohl annehmen dür-
fen, recht zufrieden sind und wir erwarten schon mit Interesse das
nächste Bulletin.
Mit besten Empfehlungen auch an Ihre verehrte Frau Ihr sehr ergebener
P. S. Für ein halbwegs gründliches
Studium ist immer noch die Langen-
scheid’sche Methode zu empfehlen, die
in einer gekürzten Zusammenstellung als „Engli-
scher Sprachlehrgang, kleine Ausgabe in 12 Briefen“
vor nicht langer Zeit herausgekommen ist und ca.
Mk. 9.– kostet. Sollen wir dies besorgen?
Dr. K./Wi.
Wien, 30. Jänner 1934.
Herrn
Pelham Hall
Brookline – Mass.
Verehrter lieber Herr Schönberg!
Dass das erste Lebenszeichen, das Sie mir direkt von dem Ort Ihres neuen Wirkungskreises einsenden, ein „Bulletin“ über den Hauptberuf „Husten“ enthält, ist von Ihren Freunden nicht gerade mit Freude aufgenommen worden und ich würde Ihnen, wenn Sie mich in dieser Sache um Rat gefragt hätten, einen anderen Hauptberuf empfohlen haben. Wir hoffen nun alle sehr, dass Sie sich bis zum Eintreffen dieses Schreibens eines Besseren besonnen haben und in Chicago bereits wieder einem Ihrer anderen Hauptberufe nachgegangen sind.
Für die Empfehlung eines brauchbaren Lehrgangs der englischen Sprache bin ich nicht sehr kompetent, da ich leider eher alles Leichte als das Schwierige beherrsche und die Bücher, aus denen ich in meiner Jugend studieren hätte sollen, sind noch vor der Zeit der grossen Erfindungen geschrieben worden. Ich habe Ihnen daher die Phraseologie der Langenscheidt’schen Buchhandlung1 und ein mir empfohlenes Büchlein „Englisch für Erwachsene2“ besorgt (das auch für amerikanische Verhältnisse wohl anwendbar ist), die Ihnen hoffentlich die gewünschten Dienste leisten werden. Eine Grammatik folgt in den nächsten Tagen. Die Auslagen hiefür werden Ihrem Konto belastet.
Ueber die Bibliotheken3 schreibt Ihnen Herr Stein separat, ebenso gibt er Ihnen authentische Auskunft über das „Gurrelieder“-material, doch glaube ich nicht, dass hier eine Bestellung auf dieses Werk aus U.S.A. vorgelegen ist.
Wir freuen uns alle herzlichst, dass Sie trotz des bösen Katarrh’s mit Ihrem dortigen Aufenthalt, wie wir wohl annehmen dürfen, recht zufrieden sind und wir erwarten schon mit Interesse das nächste Bulletin.
Mit besten Empfehlungen auch an Ihre verehrte Frau Ihr sehr ergebener DK
P. S. Für ein halbwegs gründliches Studium ist immer noch die Langenscheid’sche Methode zu empfehlen, die in einer gekürzten Zusammenstellung als „Englischer Sprachlehrgang, kleine Ausgabe in 12 Briefen“ vor nicht langer Zeit herausgekommen ist und ca. Mk. 9.– kostet. Sollen wir dies besorgen?

30. Jänner 1934


Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Universal Edition Collection


Brief, Kopie

Zitierhinweis:

Universal-Edition an Arnold Schönberg, 30. Jänner 1934, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.20229.

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