Universal-Edition an Arnold Schönberg
9. März 1935
Universal-Edition·A. G.
WIEN·I·KARLSPLATZ 6
Musikvereinsgebäude / Tel. U 47-5-85
TELEGRAMM-ADRESSE: MUSIKEDITION, WIEN·POSTSPARKASSEN-KONTO WIEN 57557
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Dr. K./Wi.
Wien, 9.
März 1935.
Hollywood,
California
Sehr verehrter Herr Schönberg!
Besten Dank für Ihre lieben Zeilen vom 19. Februar mit der
Weisung, Ihrem Sohn Georg bis auf weiteres monatlich $ 50.– aus-
zubezahlen. Wir würden, wie Sie sich denken können, Ihrem Wunsche
mit grösstem Vergnügen nachkommen, doch ist der Stand der Ver-
rechnung ihrer Werke leider kein solcher, dass wir durch mehrere
Monate in der angegebenen Weise disponieren können.
Weisung, Ihrem Sohn Georg bis auf weiteres monatlich $ 50.– aus-
zubezahlen. Wir würden, wie Sie sich denken können, Ihrem Wunsche
mit grösstem Vergnügen nachkommen, doch ist der Stand der Ver-
rechnung ihrer Werke leider kein solcher, dass wir durch mehrere
Monate in der angegebenen Weise disponieren können.
Ihre Abrechnung für das 1. Semester 1934 haben Sie [...] voll-
kommen ausbezahlt erhalten, die Abrechnung für das 2. Semester
1934 folgt anbei. Daraus ersehen Sie, dass wir noch um S 209.28
mehr als die Abrechnung ergibt, an Georg Schönberg bisher ausbe-
zahlt haben. Um Ihrem Sohn zu helfen, erklären wir uns bereit, ihm
trotz der Ueberschreitung Ihres Saldos noch einen Betrag von $ 50.–
das sind S 265.–, zu bezahlen, darüber hinaus können wir aber zu
unserem Bedauern Zahlungen nicht an ihn leisten. Die allgemeinen
wirtschaftlichen Verhältnisse, besonders aber die durch alle mögli-
chen Devisenbeschränkungen1 gedrosselten Geldeingänge sind derart
schlecht, dass wir nur auf das knappste mit den Mitteln, die uns
oft für die längst fälligen Schulden bezahlt werden, disponieren
können. Wir bitten Sie daher freundlichst, für den nächsten Monat
irgend eine andere Gelddisposition für Ihren Sohn Georg zu treffen.
kommen ausbezahlt erhalten, die Abrechnung für das 2. Semester
1934 folgt anbei. Daraus ersehen Sie, dass wir noch um S 209.28
mehr als die Abrechnung ergibt, an Georg Schönberg bisher ausbe-
zahlt haben. Um Ihrem Sohn zu helfen, erklären wir uns bereit, ihm
trotz der Ueberschreitung Ihres Saldos noch einen Betrag von $ 50.–
das sind S 265.–, zu bezahlen, darüber hinaus können wir aber zu
unserem Bedauern Zahlungen nicht an ihn leisten. Die allgemeinen
wirtschaftlichen Verhältnisse, besonders aber die durch alle mögli-
chen Devisenbeschränkungen1 gedrosselten Geldeingänge sind derart
schlecht, dass wir nur auf das knappste mit den Mitteln, die uns
oft für die längst fälligen Schulden bezahlt werden, disponieren
können. Wir bitten Sie daher freundlichst, für den nächsten Monat
irgend eine andere Gelddisposition für Ihren Sohn Georg zu treffen.
Wir hören mit Interesse, dass Sie sehr beschäftigt sind, hof-
fen, dass Sie recht guten Erfolg haben und erwarten gerne Ihre
weiteren Nachrichten.
fen, dass Sie recht guten Erfolg haben und erwarten gerne Ihre
weiteren Nachrichten.
Devisenbeschränkungen
Bereits ab Oktober
1931 wurde die Devisenbewirtschaftung in Österreich eingeführt, um die
Währungsreserven zu schützen und Kapitalflucht zu verhindern.
Insbesondere für Unternehmen wie Buch- und Musikverlage bedeuteten die
Devisenkontingente eine erhebliche Einschränkung ihrer internationalen
Geschäftsmöglichkeiten (Hall 1985).
Universal-Edition·A. G.
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Dr. K./Wi.
Wien, 9.
März 1935.
Sehr verehrter Herr Schönberg!
Besten Dank für Ihre lieben Zeilen vom 19. Februar mit der Weisung, Ihrem Sohn
Georg bis auf weiteres monatlich $
50.– auszubezahlen. Wir würden, wie
Sie sich denken können, Ihrem Wunsche mit grösstem Vergnügen nachkommen,
doch ist der Stand der Verrechnung ihrer
Werke leider kein solcher, dass wir durch mehrere Monate in der angegebenen
Weise disponieren können.
Ihre Abrechnung für das 1. Semester 1934 haben Sie vollkommen ausbezahlt erhalten, die Abrechnung für das 2. Semester
1934 folgt anbei. Daraus ersehen Sie, dass wir noch um
S 209.28 mehr als die Abrechnung ergibt, an Georg
Schönberg bisher ausbezahlt haben. Um Ihrem Sohn zu helfen, erklären wir uns bereit,
ihm trotz der Ueberschreitung Ihres Saldos noch einen Betrag von $ 50.–
das sind S 265.–, zu bezahlen, darüber hinaus können wir aber zu
unserem Bedauern Zahlungen nicht an ihn leisten. Die allgemeinen
wirtschaftlichen Verhältnisse, besonders aber die durch alle möglichen Devisenbeschränkungen1
gedrosselten Geldeingänge sind derart schlecht, dass wir nur auf das
knappste mit den Mitteln, die uns oft für die längst fälligen Schulden
bezahlt werden, disponieren können. Wir bitten Sie daher freundlichst, für
den nächsten Monat irgend eine andere Gelddisposition für Ihren Sohn
Georg zu treffen.
Wir hören mit Interesse, dass Sie sehr beschäftigt sind, hoffen, dass Sie recht guten Erfolg haben und erwarten gerne
Ihre weiteren Nachrichten.
Devisenbeschränkungen
Bereits ab Oktober
1931 wurde die Devisenbewirtschaftung in Österreich eingeführt, um die
Währungsreserven zu schützen und Kapitalflucht zu verhindern.
Insbesondere für Unternehmen wie Buch- und Musikverlage bedeuteten die
Devisenkontingente eine erhebliche Einschränkung ihrer internationalen
Geschäftsmöglichkeiten (Hall 1985).
9. März 1935
Beilage: Abrechnung, 31. Dezember 1934
Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Gertrud Schoenberg Collection
Wien
Archiv
Gertrud Schoenberg Collection
Brief
Zitierhinweis:
Universal-Edition an Arnold Schönberg, 9. März 1935, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.20247.