Universal-Edition an Arnold Schönberg
10. Mai 1938
Universal-Edition·A.
G.
WIEN·I·KARLSPLATZ 6
Musikvereinsgebäude / Tel. U 47-5-85
LEIPZIG·KARLSTRASSE 10
TELEGRAMM-ADRESSE: MUSIKEDITION, WIEN·POSTSPARKASSEN·KONTO WIEN 57557
WIEN·I·KARLSPLATZ 6
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LEIPZIG·KARLSTRASSE 10
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Ks.
Wien, 10. Mai 1938.
Herrn Professor
Brentwood Park
Los Angeles, Calif.
Sehr geehrter Herr Professor!
Wir danken bestens für Ihr freundl. Schreiben
vom 21.
April und haben Ihre Bestellung laut der beiliegenden Fakturen mit
Autorenrabatt ausgeführt. Leider war es nicht möglich alles gebunden
zu liefern, sondern wir mussten teilweise broschierte Ausgaben senden.
Einige Werke sind derzeit gänzlich vergriffen. Wir bitten uns den Ge-
samtbetrag der Lieferung per RM 162.23 nach Empfang der Sendung zu
überweisen. Es sind im ganzen 12 Kreuzbänder.
April und haben Ihre Bestellung laut der beiliegenden Fakturen mit
Autorenrabatt ausgeführt. Leider war es nicht möglich alles gebunden
zu liefern, sondern wir mussten teilweise broschierte Ausgaben senden.
Einige Werke sind derzeit gänzlich vergriffen. Wir bitten uns den Ge-
samtbetrag der Lieferung per RM 162.23 nach Empfang der Sendung zu
überweisen. Es sind im ganzen 12 Kreuzbänder.
Auf Ihre freundl. Anfrage bezüglich der deutschen Aus-
gabe Ihres Lehrbuches der Komposition müssen wir erwidern, dass wir
für die Herausgabe leider nicht in Betracht kommen1. Wir danken Ihnen
aber jedenfalls verbindlich für Ihr Angebot.
gabe Ihres Lehrbuches der Komposition müssen wir erwidern, dass wir
für die Herausgabe leider nicht in Betracht kommen1. Wir danken Ihnen
aber jedenfalls verbindlich für Ihr Angebot.
Sehr verehrter, lieber Meister Schönberg
für Ihre freundlichen Grüße herzlichen Dank.
Hoffentlich geht es Ihnen und den Ihren
recht gut.
Hoffentlich geht es Ihnen und den Ihren
recht gut.
Mit besten Wünschen und Grüßen
Ihr stets ergebener
nicht in Betracht kommen
Aufgrund der Arisierung
der UE und politischen
Gleichschaltung war die Neuaufnahme eines Werks des Juden Schönberg in den Verlagskatalog
ausgeschlossen. Auch bereits erschienene Publikationen blieben von
diesem Prozess nicht unberührt. So wurden in der 1938 erschienenen Neuauflage der Anthologie Das Moderne
Lied von (1914, UE 5500) Werke sämtlicher jüdischer Komponisten,
darunter Arnold Schönberg,
Egon Wellez und Alexander Zemlinsky, getilgt.
Neuaufnahme fanden Werke z. B. des Nationalsozialisten Robert Geutebrück (Bruder des
kommissarischen Verwalters
der UE) und des 1938 zum Generalsekretär der Wiener Konzerthausgesellschaft und Musikreferenten im
Kulturamt der Stadt Wien
bestellten Armin Caspar Hochstetter (Kornberger-Haid 2019; Harten 2003). Zu
personellen Verflechtungen mit den neuen politischen
Handlungsträgern und antisemtisischen Zielsetzungen innerhalb der
UE im Jahr 1938 vgl. Krones 2001.
Universal-Edition·A.
G.
WIEN·I·KARLSPLATZ 6
Musikvereinsgebäude / Tel. U 47-5-85
LEIPZIG·KARLSTRASSE 10
TELEGRAMM-ADRESSE: MUSIKEDITION, WIEN·POSTSPARKASSEN·KONTO WIEN 57557
WIEN·I·KARLSPLATZ 6
Musikvereinsgebäude / Tel. U 47-5-85
LEIPZIG·KARLSTRASSE 10
TELEGRAMM-ADRESSE: MUSIKEDITION, WIEN·POSTSPARKASSEN·KONTO WIEN 57557
Ks.
Wien, 10. Mai 1938.
Sehr geehrter Herr Professor!
Wir danken bestens für Ihr freundl. Schreiben
vom 21. April und haben Ihre Bestellung
laut der beiliegenden Fakturen mit
Autorenrabatt ausgeführt. Leider war es nicht möglich alles gebunden
zu liefern, sondern wir mussten teilweise broschierte Ausgaben senden.
Einige Werke sind derzeit gänzlich vergriffen. Wir bitten uns den Gesamtbetrag der Lieferung per RM
162.23 nach Empfang der Sendung zu überweisen. Es sind im
ganzen 12 Kreuzbänder.
Auf Ihre freundl. Anfrage bezüglich der deutschen Ausgabe Ihres Lehrbuches der
Komposition müssen wir erwidern, dass wir für die Herausgabe
leider nicht in Betracht kommen1. Wir danken Ihnen aber
jedenfalls verbindlich für Ihr Angebot.
Sehr verehrter, lieber Meister Schönberg
für Ihre freundlichen Grüße herzlichen Dank. Hoffentlich geht es Ihnen
und den Ihren recht gut.
Mit besten Wünschen und Grüßen
Ihr stets ergebener
Hugo Winter
nicht in Betracht kommen
Aufgrund der Arisierung
der UE und politischen
Gleichschaltung war die Neuaufnahme eines Werks des Juden Schönberg in den Verlagskatalog
ausgeschlossen. Auch bereits erschienene Publikationen blieben von
diesem Prozess nicht unberührt. So wurden in der 1938 erschienenen Neuauflage der Anthologie Das Moderne
Lied von (1914, UE 5500) Werke sämtlicher jüdischer Komponisten,
darunter Arnold Schönberg,
Egon Wellez und Alexander Zemlinsky, getilgt.
Neuaufnahme fanden Werke z. B. des Nationalsozialisten Robert Geutebrück (Bruder des
kommissarischen Verwalters
der UE) und des 1938 zum Generalsekretär der Wiener Konzerthausgesellschaft und Musikreferenten im
Kulturamt der Stadt Wien
bestellten Armin Caspar Hochstetter (Kornberger-Haid 2019; Harten 2003). Zu
personellen Verflechtungen mit den neuen politischen
Handlungsträgern und antisemtisischen Zielsetzungen innerhalb der
UE im Jahr 1938 vgl. Krones 2001.
Zitierhinweis:
Universal-Edition an Arnold Schönberg, 10. Mai 1938, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.20725.