Arnold Schönberg an Universal-Edition
27. Oktober 1915
27.X.1915
Lieber Herr Direktor, wie immer, wenn ich gerechte Beschwerden in
abgemilderter Form vorbringe, so machen Sie sich auch diesmal über
meinen Briefstil lustig. Ich gebe zu, dass ich Geschäftsstil nicht kann, bin
aber bereit, ihn zu lernen. Würde auch allzu gerne sofort einen ersten Ver-
such wagen wollen (denn Ihr Ton giebt mir das Recht zu scherzhafter Ant-
wort), fürchte aber, dass der nicht zu Ihrer Zufriedenheit ausfällt. Darum
genug über den Unterschied vom Geschäftsstil und mit Ernst zur Sache.
abgemilderter Form vorbringe, so machen Sie sich auch diesmal über
meinen Briefstil lustig. Ich gebe zu, dass ich Geschäftsstil nicht kann, bin
aber bereit, ihn zu lernen. Würde auch allzu gerne sofort einen ersten Ver-
such wagen wollen (denn Ihr Ton giebt mir das Recht zu scherzhafter Ant-
wort), fürchte aber, dass der nicht zu Ihrer Zufriedenheit ausfällt. Darum
genug über den Unterschied vom Geschäftsstil und mit Ernst zur Sache.
Ich habe im Jänner 1914 in die Vertragsverlängerung unter
der Voraus-
setzung eingewilligt, dass meine zum Teil schon 6 und 8 Jahre alten Werke zu
vereinbarten Terminen herausgegeben werden. Es ist nun gewiss Entgegenkommen,
wenn ich erst jetzt auf Einhaltung des Vertrages dränge, wo die Termine für
1914 sogar schon verstrichen sind. Ihr Einwand, Sie konnten nicht drucken, daweil
Sie keine Manuskripte hatten, nehmen Sie wohl selbst so wenig Ernst,
wie ich; denn ich habe Ihnen mündlich und schriftlich den Druck wiederholt
nahegelegt, somit die Ablieferung der Manuskripte angetragen. Dass ich
sie nicht unnötigerweise der Sorgfalt meiner Ueberwachung entziehe,
werden Sie begreifen. Ich muss Sie also nun nochmals unter Berufung
auf die Gegenseitigkeit unseres Vertrags zur Einhaltung unserer Ab-
machungen auffordern.
setzung eingewilligt, dass meine zum Teil schon 6 und 8 Jahre alten Werke zu
vereinbarten Terminen herausgegeben werden. Es ist nun gewiss Entgegenkommen,
wenn ich erst jetzt auf Einhaltung des Vertrages dränge, wo die Termine für
1914 sogar schon verstrichen sind. Ihr Einwand, Sie konnten nicht drucken, daweil
Sie keine Manuskripte hatten, nehmen Sie wohl selbst so wenig Ernst,
wie ich; denn ich habe Ihnen mündlich und schriftlich den Druck wiederholt
nahegelegt, somit die Ablieferung der Manuskripte angetragen. Dass ich
sie nicht unnötigerweise der Sorgfalt meiner Ueberwachung entziehe,
werden Sie begreifen. Ich muss Sie also nun nochmals unter Berufung
auf die Gegenseitigkeit unseres Vertrags zur Einhaltung unserer Ab-
machungen auffordern.
Was Ihre und Ihrer Buchhaltung Einwände gegen meine übrigen
Beschwerden anbelangt, so werde ich zur geeigneten Zeit darauf erwidern.
Vorläufig nur soviel, dass ich in keinem Punkt zufriedengestellt bin.
Beschwerden anbelangt, so werde ich zur geeigneten Zeit darauf erwidern.
Vorläufig nur soviel, dass ich in keinem Punkt zufriedengestellt bin.
Ich bitte Sie um baldige Antwort und bin mit besten Grüssen Ihr
Arnold Schönberg
27.X.1915
Lieber Herr Direktor, wie immer, wenn ich gerechte Beschwerden in abgemilderter
Form vorbringe, so machen Sie sich auch diesmal über meinen Briefstil lustig.
Ich gebe zu, dass ich Geschäftsstil nicht kann, bin aber bereit, ihn zu lernen.
Würde auch allzu gerne sofort einen ersten Versuch wagen wollen (denn Ihr Ton giebt mir das Recht zu scherzhafter Antwort), fürchte aber, dass der nicht zu Ihrer
Zufriedenheit ausfällt. Darum genug über den Unterschied vom Geschäftsstil und
mit Ernst zur Sache.
Ich habe im Jänner 1914 in die Vertragsverlängerung unter
der Voraussetzung eingewilligt, dass meine zum
Teil schon 6 und 8 Jahre alten Werke zu vereinbarten Terminen herausgegeben
werden. Es ist nun gewiss Entgegenkommen, wenn ich erst jetzt auf Einhaltung des
Vertrages dränge, wo
die Termine für
1914 sogar schon verstrichen sind. Ihr
Einwand, Sie konnten nicht drucken, weil
Sie keine Manuskripte hatten, nehmen Sie wohl selbst so wenig Ernst, wie
ich; denn ich habe Ihnen mündlich und schriftlich den Druck wiederholt
nahegelegt, somit die Ablieferung der Manuskripte angetragen. Dass ich sie
nicht unnötigerweise der Sorgfalt meiner Ueberwachung entziehe, werden Sie
begreifen. Ich muss Sie also nun nochmals unter Berufung auf die Gegenseitigkeit
unseres Vertrags zur Einhaltung unserer Abmachungen auffordern.
Was Ihre und Ihrer Buchhaltung Einwände gegen meine übrigen Beschwerden
anbelangt, so werde ich zur geeigneten Zeit darauf erwidern. Vorläufig nur
soviel, dass ich in keinem Punkt zufriedengestellt bin.
Ich bitte Sie um baldige Antwort und bin mit besten Grüssen Ihr
Arnold Schönberg
27. Oktober 1915
Ort erschlossen
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief, Kopie
Zitierhinweis:
Arnold Schönberg an Universal-Edition, 27. Oktober 1915, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.460.