Arnold Schönberg an Universal-Edition
zwischen 9. und 13. November 1929
Sehr geehrter Herr Direktor
Ich habe nicht Herrn Erdmann ersucht,
Krenek
eine Mit Warnung zukommen zu lassen, sondern es ihm
nahegelegt, indem ich sagte:
eine Mit Warnung zukommen zu lassen, sondern es ihm
nahegelegt, indem ich sagte:
„Ich, wenn ich ein Freund des Krenek
wäre, würde ihm raten, mein Geld aus der UE.
zurückzuziehen, da diese unmittelbar vor dem Zu-
sammenbruch steht“
wäre, würde ihm raten, mein Geld aus der UE.
zurückzuziehen, da diese unmittelbar vor dem Zu-
sammenbruch steht“
Veranlasst hiezu hat mich
I die Art Ihrer Geschäftsführung, welche sich noch immer
nicht vom dem
Inflationsstil gelöst hatte. Ich hatte längst die Gewiss-
heit berechnet, dass eine so unerhörte Herausgabe von Noten,
welche nicht durch Erfolge gedeckt waren zu bald ein un-
denkbares Defizit ergeben müsste
Inflationsstil gelöst hatte. Ich hatte längst die Gewiss-
heit berechnet, dass eine so unerhörte Herausgabe von Noten,
welche nicht durch Erfolge gedeckt waren zu bald ein un-
denkbares Defizit ergeben müsste
II. Z. B. der Umstand, dass Sie Schreker ein
ver-
tragliches Honorar von keineswegs bedeutender Höhe nicht auf
einmal zu zahlen imstande sind
tragliches Honorar von keineswegs bedeutender Höhe nicht auf
einmal zu zahlen imstande sind
von der Bank zu bekommen,
jetzt geht aber auch das
nicht mehr.“
nicht mehr.“
Wenn mir auch diese Tatsache nicht überraschend
kam, so warwirkte es mir doch auf mich niederschlagendmetternd,
und erfüllte mich, der ich Ihnen ein Lebenswerk
anvertraut hatte mit [...] größter Be-
sorgnis und mit Mitleid mit Krenek, von
dem ich Sie selbst mir sagten, dass er mit größter
Sparsamkeit lebt und sein ganzes Geld bei Ihnen
liegen hat.
kam, so warwirkte es mir doch auf mich niederschlagendmetternd,
und erfüllte mich, der ich Ihnen ein Lebenswerk
anvertraut hatte mit [...] größter Be-
sorgnis und mit Mitleid mit Krenek, von
dem ich Sie selbst mir sagten, dass er mit größter
Sparsamkeit lebt und sein ganzes Geld bei Ihnen
liegen hat.
Und leider wussteweiß ich nicht nur von mir, der in
der Inflationszeit durch die Art Ihres Verhaltens
seine sämtlichen Einnahmen eingebüßt hat,
sondern auch von Schreker, der einen großen Be-
trag bei Ihnen liegen hatte, und verloren hat,
dass Sie von Sentimentalität sehr ent-
fernt sind, wenn es sich um das Geld
anderer handelt.
der Inflationszeit durch die Art Ihres Verhaltens
seine sämtlichen Einnahmen eingebüßt hat,
sondern auch von Schreker, der einen großen Be-
trag bei Ihnen liegen hatte, und verloren hat,
dass Sie von Sentimentalität sehr ent-
fernt sind, wenn es sich um das Geld
anderer handelt.
Wenn aber der Stand der U.E. anders sein
sollte, als ich es nach dem vorgenannten annehmen
durfte, so sollten mindestens Sie nicht selbst
solche Dinge sagen, welche dann wohl nicht
anders ausgelegt werden können.
sollte, als ich es nach dem vorgenannten annehmen
durfte, so sollten mindestens Sie nicht selbst
solche Dinge sagen, welche dann wohl nicht
anders ausgelegt werden können.
meine Oper erwerben wollten
Nach dem Scheitern der Verhandlungen (Universal-Edition an Arnold Schönberg, 17. Juli 1929) dürfte
das Erscheinen der Oper Von heute auf morgen op.
32 im Selbstverlag für Schönberg spätestens ab Mitte August festgestanden haben. Inzwischen war die Druckerei
Waldheim-Eberle mit der Herstellung
des Klavierauszugs beauftragt worden, das Ergebnis war allerdings
aufgrund des Zeitdrucks vor der für Dezember
geplanten Uraufführung so schlecht ausgefallen, dass Schönberg sich weigerte, die Rechnung zu
bezahlen (Arnold Schönberg an Waldheim-Eberle, 2. November 1929; ASCC
7421), woraufhin die Druckerei Klage erhob (Arnold Schönberg
an Hugo Spitzer, 4. April 1930; ASCC
1847).
Sehr geehrter Herr Direktor
Ich habe nicht Herrn Erdmann ersucht,
Krenek
eine Warnung zukommen zu lassen, sondern es
ihm nahegelegt, indem ich sagte:
„Ich, wenn ich ein Freund des Krenek
wäre, würde ihm raten, mein Geld aus der UE.
zurückzuziehen, da diese unmittelbar vor dem Zusammenbruch steht“
Veranlasst hiezu hat mich
I die Art Ihrer Geschäftsführung, welche sich noch immer
nichtvom
Inflationsstil gelöst hatte. Ich hatte längst die Gewissheit berechnet, dass eine so unerhörte Herausgabe von Noten,
welche nicht durch Erfolge gedeckt waren bald
ein undenkbares Defizit ergeben müsste
II. Z. B. der Umstand, dass Sie Schreker ein
vertragliches Honorar von keineswegs bedeutender Höhe nicht auf
einmal zu zahlen imstande sind
III aber und insbesondre Ihre eigenen Worte, die
Sie zu mir sagten, als Sie meine Oper erwerben wollten1. Sie sagten, beinahe
schluchzend (sodass ich wirklich Mitleid mit Ihnen hatte): „Bis
vor kurzem war es der U.E noch möglich gegen hohe Zinsen Geld von der Bank zu bekommen,
jetzt geht aber auch das nicht mehr.“
Wenn mir auch diese Tatsache nicht überraschend kam, so wirkte es doch auf mich niederschmetternd, und erfüllte mich, der ich Ihnen ein Lebenswerk
anvertraut hatte mit größter Besorgnis und mit Mitleid mit Krenek, von dem Sie selbst
mir sagten, dass er mit größter Sparsamkeit lebt und sein ganzes Geld bei
Ihnen liegen hat.
Und leider weiß ich nicht nur von mir, der in der Inflationszeit durch die Art
Ihres Verhaltens seine sämtlichen Einnahmen eingebüßt hat, sondern
auch von Schreker, der einen großen Betrag bei Ihnen liegen hatte, und verloren hat, dass Sie von
Sentimentalität sehr entfernt sind, wenn es sich um das Geld anderer handelt.
Wenn aber der Stand der U.E. anders sein
sollte, als ich es nach dem vorgenannten annehmen durfte, so sollten
mindestens Sie nicht selbst solche Dinge sagen, welche dann wohl nicht
anders ausgelegt werden können.
meine Oper erwerben wollten
Nach dem Scheitern der Verhandlungen (Universal-Edition an Arnold Schönberg, 17. Juli 1929) dürfte
das Erscheinen der Oper Von heute auf morgen op.
32 im Selbstverlag für Schönberg spätestens ab Mitte August festgestanden haben. Inzwischen war die Druckerei
Waldheim-Eberle mit der Herstellung
des Klavierauszugs beauftragt worden, das Ergebnis war allerdings
aufgrund des Zeitdrucks vor der für Dezember
geplanten Uraufführung so schlecht ausgefallen, dass Schönberg sich weigerte, die Rechnung zu
bezahlen (Arnold Schönberg an Waldheim-Eberle, 2. November 1929; ASCC
7421), woraufhin die Druckerei Klage erhob (Arnold Schönberg
an Hugo Spitzer, 4. April 1930; ASCC
1847).
zwischen 9. November 1929 und 13. November 1929
Vermutlich Entwurf zu Arnold Schönberg an Universal-Edition, 13. November 1929; enthält Schriftproben und Textfragment aus Arnold Schönberg, Von heute auf morgen.
Oper in einem Akt op. 32
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief, Entwurf
Zitierhinweis:
Arnold Schönberg an Universal-Edition, zwischen 9. und 13. November 1929, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.571.