5/3. 1913
Lieber Herr Direktor, eine Reihe von Bitten: (nicht Bütten)
I. Ich sollte noch einen Bütten-Auszug 1 bekommen!
II. Wurde einer an den Uebersetzer der Gurrelieder
Prof Rob. Franz Arnold geschickt? Wenn nicht, so
bitte ich das schleunigst zu veranlassen. Der hat
Anspruch2 darauf!
III. Ich halte es für sehr aussichtsreich, wenn
Sie Siloti, Mengelberg und Wood von dem Er-
folg der Gurrelieder berichten würden. Mir wäre
es kolossal erwünscht, wenn ich dort eingeladen
würde. Dort ist überall ausgezeichnetes Material
vorhanden, da könnte es gut herauskommen.
Bitte tun sie das schleunigst.
IV. In der letzten Abrechnung ist ein Fehler (vermutlich
auch in der vorigen): Sie sagten mir für mein II.
Streichquartett
25 % Tantiemen zu und lassen mir
nur 10 verrechnen. Bitte lassen Sie das berichtigen!
V. Über die Werke des Dreililien-Verlages

habe ich bis jetzt keine Abrechnung erhal[ten]. Ich wäre
Ihnen sehr verbunden, wenn Sie mir eine
Abschrift der Abrechnung senden wollten, die Sie
an den Dreililien Verlag schickten. Ich möchte das
gerne kontrollieren.
VI. Ich brauch noch 2 Partituren der Gurre-
lieder
, wegen gewisser Retouchen, die ich
für die Berliner Aufführung3 machen will. Denn
die Berliner Aufführung ist jetzt gesichert und das
Datum wird in den nächsten Tagen fixiert.
Wahrscheinlich 22./23. Mai; 2 Aufführungen!!
VII. Auch noch eine Partitur4 der Kammer-
sinfonie
brauche ich, um Fehler hineinzunotieren
die ich beim Stimmencorrigieren gefunden habe.
VIII. Auch hätte ich gerne ein vollständiges Ma-
terial der Stimmen5 der Kammersymphonie
. Ich
will für die Wiener Aufführung6 einiges ein-
tragen; insbesondere noch Orientierungszahlen.
IX. Dann möchte ich Ihnen doch wegen der
geplanten Einzelnummern zu bedenken geben, ob

es nicht Ze[it] wäre damit zu warten. Mir kommt
das plötzlich so unfein vor, dass ich große Bedenken
habe.
X. Dann bitte ich um ein paar Exemplare des
Bergführers
Ich erhielt keine!!
Das ist vorläufig alles was mir einfällt.
Nächstens mehr! Noch mehr!
Jetzt muss ich die Partituren für mein
Wiener Konzert7 (30/3.) studieren.
Mich ärgerts, dass ich vom Tonkünstler Orchester
sowenig Honorar verlangt habe. Ich werde sp bald
teurer werden müssen. Denn ich finde nicht
mehr Zeit Stunden zu geben und ich fürchte
meine Schüler werden sich verlaufen!
Herzl Gruß Ihr Arnold Schönberg
5/3. 1913
Lieber Herr Direktor, eine Reihe von Bitten: (nicht Bütten)
I. Ich sollte noch einen Bütten-Auszug 1 bekommen!
II. Wurde einer an den Uebersetzer der Gurrelieder Prof Rob. Franz Arnold geschickt? Wenn nicht, so bitte ich das schleunigst zu veranlassen. Der hat Anspruch2 darauf!
III. Ich halte es für sehr aussichtsreich, wenn Sie Siloti, Mengelberg und Wood von dem Erfolg der Gurrelieder berichten würden. Mir wäre es kolossal erwünscht, wenn ich dort eingeladen würde. Dort ist überall ausgezeichnetes Material vorhanden, da könnte es gut herauskommen. Bitte tun sie das schleunigst.
IV. In der letzten Abrechnung ist ein Fehler (vermutlich auch in der vorigen): Sie sagten mir für mein II. Streichquartett 25 % Tantiemen zu und lassen mir nur 10 verrechnen. Bitte lassen Sie das berichtigen!
V. Über die Werke des Dreililien-Verlages habe ich bis jetzt keine Abrechnung erhalten. Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie mir eine Abschrift der Abrechnung senden wollten, die Sie an den Dreililien Verlag schickten. Ich möchte das gerne kontrollieren.
VI. Ich brauch noch 2 Partituren der Gurrelieder , wegen gewisser Retouchen, die ich für die Berliner Aufführung3 machen will. Denn die Berliner Aufführung ist jetzt gesichert und das Datum wird in den nächsten Tagen fixiert. Wahrscheinlich 22./23. Mai; 2 Aufführungen!!
VII. Auch noch eine Partitur4 der Kammersinfonie brauche ich, um Fehler hineinzunotieren die ich beim Stimmencorrigieren gefunden habe.
VIII. Auch hätte ich gerne ein vollständiges Material der Stimmen5 der Kammersymphonie. Ich will für die Wiener Aufführung6 einiges eintragen; insbesondere noch Orientierungszahlen.
IX. Dann möchte ich Ihnen doch wegen der geplanten Einzelnummern zu bedenken geben, ob es nicht Zeit wäre damit zu warten. Mir kommt das plötzlich so unfein vor, dass ich große Bedenken habe.
X. Dann bitte ich um ein paar Exemplare des „Bergführers Ich erhielt keine!!
Das ist vorläufig alles was mir einfällt. Nächstens mehr! Noch mehr!
Jetzt muss ich die Partituren für mein Wiener Konzert7 (30/3.) studieren.
Mich ärgerts, dass ich vom Tonkünstler Orchester sowenig Honorar verlangt habe. Ich werde bald teurer werden müssen. Denn ich finde nicht mehr Zeit Stunden zu geben und ich fürchte meine Schüler werden sich verlaufen!
Herzl Gruß Ihr Arnold Schönberg

5. März 1913


Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Universal Edition Collection

Brief

Zitierhinweis:

Arnold Schönberg an Universal-Edition, 5. März 1913, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.6844.

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