Arnold Schönberg an Universal-Edition
21. Dezember 1911
L[ie]ber Herr Direktor: Die Sache mit der Autoren-
Gesellschaft drängt! Bitte beantworten Sie meinen
Brief.
Gesellschaft drängt! Bitte beantworten Sie meinen
Brief.
Herzl Grüße und beste Weihnachtswünsche
Ihr Arnold Schönberg
Ihr Arnold Schönberg
NB⎦ Bitte teilen Sie mir (sofort) mit, I. wann Sie die ersten Exemplare meiner H. L.
erhalten haben; II. wann die ersten Exemplare an Blätter und Kritiker abgingen,
III. ob Herr v. Milenkowich (Max Morold, ein Schuft!)1 vor dem 7./12. eines) erhalten hat, oder die
Redaktion der Wage. – Haben Sie den Artikel2 „Universal-Edition [“] in der Wage gelesen.
De[r] Schurke der das schreibt, kann mein Buch noch nicht gelesen haben!!!
erhalten haben; II. wann die ersten Exemplare an Blätter und Kritiker abgingen,
III. ob Herr v. Milenkowich (Max Morold, ein Schuft!)1 vor dem 7./12. eines) erhalten hat, oder die
Redaktion der Wage. – Haben Sie den Artikel2 „Universal-Edition [“] in der Wage gelesen.
De[r] Schurke der das schreibt, kann mein Buch noch nicht gelesen haben!!!
Herr v. Milenkowich (Max
Morold, ein Schuft!)
Arnold Schönberg, Herr von
Milenkovič (Max Morold) (ASSV 5.3.9.55). In der Anekdote schildert
Schönberg die Ablehnung
seines Gesuches um ein Stipendium durch den Ministerialrat und Musikkritiker (der
deutschnationalen Ostdeutschen Rundschau).
Artikel
Die
Wage 1911. Der Artikel lobt überschwänglich die Verdienste
der UE, die seit ihrer Gründung das
österreichische Musikverlagswesen wiederbelebt habe und
mustergültige Ausgaben herausbringe. Er lobt auch Emil Hertzka für die Förderung der
„Jungen und Jüngsten […] sogar der Allerjüngsten und
Allerunbotmäßigsten“, kritisiert aber in antisemitischer
Diktion die Vernachlässigung des „deutschen Charakters“.
Der Autor stellt den „Wiener Ultramodernen und
Übersezessionisten“ „Vertreter der gesunden
Richtung“ gegenüber. Als Beispiel zieht er Schönbergs jüngst erschienene Harmonielehre heran: „Die
Harmonielehre […] wird gewiß
eine Zeit lang Sensation erregen. Aber eines Tages wird sie nur mehr
eine Kuriosität sein und das klassische Werk von Robert Mayrhofer […] das heute noch
kaum beachtet wird, das manche seltsam, aber eher langweilig, als
sensationell finden, wird dann eben klassisch sein und jedermann
wird daraus gelernt haben, weshalb Schönberg im Unrecht war. Dann wird Mayrhofer ‚gehen‘ und
Schönberg vielleicht
Ladenhüter sein“ Schönberg kommentierte sein Exemplar des Aufsatzes:
„Die erste Reaction über die Harmonielehre. Offenbar noch vor dem Erscheinen
geschrieben. Der Autor ist offenbar der Schuft Milenkovich“ Exemplar aus dem
Schönberg-Nachlass; T83.06) .
Lieber Herr Direktor: Die Sache mit der Autoren-
Gesellschaft drängt! Bitte beantworten Sie meinen
Brief.
Herzl Grüße und beste Weihnachtswünsche Ihr
Arnold Schönberg
NB⎦ Bitte teilen Sie mir (sofort) mit, I. wann Sie die ersten Exemplare meiner H. L.
erhalten haben; II. wann die ersten Exemplare an Blätter und Kritiker
abgingen, III. ob Herr v. Milenkowich (Max
Morold, ein Schuft!)1 vor dem 7./12. eines) erhalten hat,
oder die
Redaktion der Wage. – Haben Sie den Artikel2 „Universal-Edition
“ in der Wage gelesen. Der Schurke der das schreibt, kann mein Buch noch nicht gelesen haben!!!
Herr v. Milenkowich (Max
Morold, ein Schuft!)
Arnold Schönberg, Herr von
Milenkovič (Max Morold) (ASSV 5.3.9.55). In der Anekdote schildert
Schönberg die Ablehnung
seines Gesuches um ein Stipendium durch den Ministerialrat und Musikkritiker (der
deutschnationalen Ostdeutschen Rundschau).
Artikel
Die
Wage 1911. Der Artikel lobt überschwänglich die Verdienste
der UE, die seit ihrer Gründung das
österreichische Musikverlagswesen wiederbelebt habe und
mustergültige Ausgaben herausbringe. Er lobt auch Emil Hertzka für die Förderung der
„Jungen und Jüngsten […] sogar der Allerjüngsten und
Allerunbotmäßigsten“, kritisiert aber in antisemitischer
Diktion die Vernachlässigung des „deutschen Charakters“.
Der Autor stellt den „Wiener Ultramodernen und
Übersezessionisten“ „Vertreter der gesunden
Richtung“ gegenüber. Als Beispiel zieht er Schönbergs jüngst erschienene Harmonielehre heran: „Die
Harmonielehre […] wird gewiß
eine Zeit lang Sensation erregen. Aber eines Tages wird sie nur mehr
eine Kuriosität sein und das klassische Werk von Robert Mayrhofer […] das heute noch
kaum beachtet wird, das manche seltsam, aber eher langweilig, als
sensationell finden, wird dann eben klassisch sein und jedermann
wird daraus gelernt haben, weshalb Schönberg im Unrecht war. Dann wird Mayrhofer ‚gehen‘ und
Schönberg vielleicht
Ladenhüter sein“ Schönberg kommentierte sein Exemplar des Aufsatzes:
„Die erste Reaction über die Harmonielehre. Offenbar noch vor dem Erscheinen
geschrieben. Der Autor ist offenbar der Schuft Milenkovich“ Exemplar aus dem
Schönberg-Nachlass; T83.06) .
21. Dezember 1911 (unsicher)
Datierung laut Poststempel
Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Universal Edition Collection
Wien
Archiv
Universal Edition Collection
Postkarte
Zitierhinweis:
Arnold Schönberg an Universal-Edition, 21. Dezember 1911, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.6962.