Arnold Schönberg an Universal-Edition
9. Jänner 1912
Lieber Herr Direktor, da ein sehr wohlhabender Schüler
von mir erfahren hat, dass Dr Webern meine Partitur1
für 20 MK erhalten hat, fragt er mich, ob er sie auch
so bekommen kann. Da ich diese Anfrage für eine
absolute Gemeinheit empfinde, bitte ich Sie jede
solche Anfrage die an Sie gelangen sollte, wenn
Sie überhaupt geneigt sind sie erfüllen, erst mir vorzu-
legen. Jedenfalls diese (aus Prag von Dr H.) lehnen Sie
schlankweg ohne jede Begründung ab. Oder wenn
Sie sie begründen, dann mit einer kleinen Ohr-
feige. Ihren Brief2 beantworte ich in den allernächsten
Tag[e]n. Dagegen bitte ich Sie dringendst um Nachricht,
von mir erfahren hat, dass Dr Webern meine Partitur1
für 20 MK erhalten hat, fragt er mich, ob er sie auch
so bekommen kann. Da ich diese Anfrage für eine
absolute Gemeinheit empfinde, bitte ich Sie jede
solche Anfrage die an Sie gelangen sollte, wenn
Sie überhaupt geneigt sind sie erfüllen, erst mir vorzu-
legen. Jedenfalls diese (aus Prag von Dr H.) lehnen Sie
schlankweg ohne jede Begründung ab. Oder wenn
Sie sie begründen, dann mit einer kleinen Ohr-
feige. Ihren Brief2 beantworte ich in den allernächsten
Tag[e]n. Dagegen bitte ich Sie dringendst um Nachricht,
1) wie denn eigentlich bis jetzt
meine Harmonielehre geht
2) Ob darüber schon Kritiken er-
schienen sind (Schicken Sie
mir sie) 3. Kritiken3 über
meinen Chor!!
meine Harmonielehre geht
2) Ob darüber schon Kritiken er-
schienen sind (Schicken Sie
mir sie) 3. Kritiken3 über
meinen Chor!!
Viele herzliche Grüße
Ihr Arnold Schönberg
Ihr Arnold Schönberg
Partitur
Arnold Schönberg, Pelleas
und Melisande op. 5. Webern erhielt ein vergünstigtes Exemplar (Anton Webern
an Alban Berg, 8. Dezember 1911; ASGA B 10, S. 229).
Brief
Kritiken
Rezensionen aus dem Schönberg-Nachlass: Fremden-Blatt, 11. Dezember 1911; Der Morgen, 18. Dezember 1911; Neues Wiener Tagblatt, 20. Dezember 1911.
Lieber Herr Direktor, da ein sehr wohlhabender Schüler
von mir erfahren hat, dass Dr
Webern meine Partitur1
für 20 MK erhalten hat, fragt er mich, ob er sie auch so bekommen
kann. Da ich diese Anfrage für eine absolute Gemeinheit empfinde, bitte ich
Sie jede solche Anfrage die an Sie gelangen sollte, wenn Sie überhaupt geneigt sind sie erfüllen, erst mir
vorzulegen. Jedenfalls diese (aus Prag von Dr
H.) lehnen Sie schlankweg ohne jede
Begründung ab. Oder wenn Sie sie begründen, dann mit einer kleinen Ohrfeige. Ihren Brief2 beantworte ich in den allernächsten Tagen. Dagegen bitte ich Sie dringendst um Nachricht, 1) wie denn eigentlich bis jetzt meine Harmonielehre geht 2) Ob darüber schon
Kritiken erschienen sind (Schicken Sie mir
sie) 3. Kritiken3 über meinen Chor!!
Viele herzliche Grüße Ihr
Arnold Schönberg
Partitur
Arnold Schönberg, Pelleas
und Melisande op. 5. Webern erhielt ein vergünstigtes Exemplar (Anton Webern
an Alban Berg, 8. Dezember 1911; ASGA B 10, S. 229).
Brief
Kritiken
Rezensionen aus dem Schönberg-Nachlass: Fremden-Blatt, 11. Dezember 1911; Der Morgen, 18. Dezember 1911; Neues Wiener Tagblatt, 20. Dezember 1911.
9. Jänner 1912 (unsicher)
Datierung laut Poststempel
Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Universal Edition Collection
Wien
Archiv
Universal Edition Collection
Brief, Kopie
Zitierhinweis:
Arnold Schönberg an Universal-Edition, 9. Jänner 1912, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.6968.