21/11. 1912
Lieber Herr Direktor, ich habe als Sie
mir telegrafierten1 dem Kopisten den
Auftrag gegeben, mit dem Abschreiben2
zu beginnen und das ist nun auch bereits
geschehen. Nach der kleinen Partitur.
Das kann ich nicht mehr rückgängig
machen. Ich bitte Sie daher, um den Mann
nicht aufzuhalten, ihm sofort express die
große Partitur zu senden
(seine Adresse
ist: O. Fischer, Berlin N 37
Fehrbellinerstr. 84
). Vielleicht geben Sie
ihm Auftrag den ganzen I. Theil herzustellen,
dann wird er es wohl für 20 Pfg per Seite
tun. Jedenfalls müssen Sie nun mit
ihm selbst verhandeln, denn ich fahre in
3 Tagen nach Amsterdam3Bitte senden
Sie mir 2 Partituren von den Gurreliedern.

Meine hat der Kopist. Eine für mich und

eine noch braucht der Kopist. –
Ist die Verschiebung4 auf den Februar
denn schon sicher?? Ich wäre über eine
Verschiebung sehr unglücklich, denn ich
warte nun 10 Jahre drauf, dieses Werk
zu hören. Der 10. Februar ist mir nicht
sehr angenehm; Vielleicht gienge es
so am 16. oder 17. Februar. Denn ich bin
am 23. in Wien um Pelleas und die
Kammersinfonie
5 zu dirigieren!!!
Nun noch etwas sehr dringendes:
Bitte geben Sie mir so rasch wie
möglich die Erlaubnis, dass
mein
Bruder die Streicherstimmen
der Kammersynphonie entweder
fürs Straubeverfahren kalligrafiert,
oder gewöhnlich doubliert. Er
hat jetzt Zeit und kanns in Ruhe an-

fertigen. Damit nicht wieder Zwischen-
fälle da sind. Mein Bruder sendet
Ihnen heute eine Probeseite
Kal[l]igrafie einer Kammersynph-Stimme.
Sie werden sehen, es ist ausgezeichnet.
Bitte seien Sie so freundlich, mir
gleich nach Erhalt dieses Briefes den
Auftrag zu geben
. Ich bin jetzt sehr
beunruhigt und möchte wenigstens
hierin sicher gehen.
Hoffentlich bringen Sie alles in
Ordnung!
Herzl Gruß Schönberg
21/11. 1912
Lieber Herr Direktor, ich habe als Sie mir telegrafierten1 dem Kopisten den Auftrag gegeben, mit dem Abschreiben2 zu beginnen und das ist nun auch bereits geschehen. Nach der kleinen Partitur. Das kann ich nicht mehr rückgängig machen. Ich bitte Sie daher, um den Mann nicht aufzuhalten, ihm sofort express die große Partitur zu senden (seine Adresse ist: O. Fischer, Berlin N 37 Fehrbellinerstr. 84). Vielleicht geben Sie ihm Auftrag den ganzen I. Theil herzustellen, dann wird er es wohl für 20 Pfg per Seite tun. Jedenfalls müssen Sie nun mit ihm selbst verhandeln, denn ich fahre in 3 Tagen nach Amsterdam3Bitte senden Sie mir 2 Partituren von den Gurreliedern. Meine hat der Kopist. Eine für mich und eine noch braucht der Kopist. –
Ist die Verschiebung4 auf den Februar denn schon sicher?? Ich wäre über eine Verschiebung sehr unglücklich, denn ich warte nun 10 Jahre drauf, dieses Werk zu hören. Der 10. Februar ist mir nicht sehr angenehm; Vielleicht gienge es so am 16. oder 17. Februar. Denn ich bin am 23. in Wien um Pelleas und die Kammersinfonie5 zu dirigieren!!!
Nun noch etwas sehr dringendes: Bitte geben Sie mir so rasch wie möglich die Erlaubnis, dass mein Bruder die Streicherstimmen der Kammersynphonie entweder fürs Straubeverfahren kalligrafiert, oder gewöhnlich doubliert. Er hat jetzt Zeit und kanns in Ruhe an fertigen. Damit nicht wieder Zwischenfälle da sind. Mein Bruder sendet Ihnen heute eine Probeseite Kalligrafie einer Kammersynph-Stimme. Sie werden sehen, es ist ausgezeichnet. Bitte seien Sie so freundlich, mir gleich nach Erhalt dieses Briefes den Auftrag zu geben. Ich bin jetzt sehr beunruhigt und möchte wenigstens hierin sicher gehen.
Hoffentlich bringen Sie alles in Ordnung!
Herzl Gruß Schönberg

21. November 1912


Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Universal Edition Collection



Brief

Zitierhinweis:

Arnold Schönberg an Universal-Edition, 21. November 1912, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.7018.

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