Arnold Schönberg an Universal-Edition
11. Dezember 1912
11/12. 1912
Lieber Herr Direktor, seien Sie mir nicht bös, ich kann
leider in der Sache mit dem Kopisten1 nicht eingreifen.
Denn ich habe ihm das hohe Honorar (mit Ihrer Zustimmung)
nicht für die Schönheit oder besondere Qualität der Arbeit
zugesagt, sondern für die Raschheit und für die Ein-
haltung des Lieferungstermins. Ich kann also eine
solche Bedingung, da ich sie nicht vorher gestellt habe, nicht
nachträglich stellen. Außerdem aber glaube ich, dass Sie
beruhigt sein können. Der Kopist wurde mir von
Simrock empfohlen, da wird er wohl auch gut sein.
Uebrigens habe ich ihm geschrieben, er möge die Nachnahme
aufheben. Ich hoffe, es wird sich also alles zur Zufriedenheit
lösen. – Eben kommt Ihr Brief2, betreffend den
Gurrelieder Auszug3. Ich kann das nicht machen, denn ich
habe gar keine Zeit; ich fahre ja schon am 15. nach Peters-
burg4! Und mein Bruder wird große Mühe haben, mit den
Kammersinfoniestimmen fertig zu werden. Er schreibt
sie tatsächlich wunderschön, aber sehr langsam, was ja in
Anbetracht der Schwierigkeit begreiflich ist. Aber ich glaube
auch nicht, dass er so etwas machen kann. Dazu müsste
leider in der Sache mit dem Kopisten1 nicht eingreifen.
Denn ich habe ihm das hohe Honorar (mit Ihrer Zustimmung)
nicht für die Schönheit oder besondere Qualität der Arbeit
zugesagt, sondern für die Raschheit und für die Ein-
haltung des Lieferungstermins. Ich kann also eine
solche Bedingung, da ich sie nicht vorher gestellt habe, nicht
nachträglich stellen. Außerdem aber glaube ich, dass Sie
beruhigt sein können. Der Kopist wurde mir von
Simrock empfohlen, da wird er wohl auch gut sein.
Uebrigens habe ich ihm geschrieben, er möge die Nachnahme
aufheben. Ich hoffe, es wird sich also alles zur Zufriedenheit
lösen. – Eben kommt Ihr Brief2, betreffend den
Gurrelieder Auszug3. Ich kann das nicht machen, denn ich
habe gar keine Zeit; ich fahre ja schon am 15. nach Peters-
burg4! Und mein Bruder wird große Mühe haben, mit den
Kammersinfoniestimmen fertig zu werden. Er schreibt
sie tatsächlich wunderschön, aber sehr langsam, was ja in
Anbetracht der Schwierigkeit begreiflich ist. Aber ich glaube
auch nicht, dass er so etwas machen kann. Dazu müsste
er Partiturlesen können und
einen Begr[iff] davon
haben, wie ein Partiturbild im Klavierauszug aussieht!
Und das können manche Wiener I-Kapellmeister nicht.
Jedenfalls die Kritiker nicht! – Aber ich empfehle
Herrn Schmidt dazu (Bergs Schüler, also mein
„Enkel“-Schüler) – Jedenfalls bitte ich Sie den
Auszug so rasch, wie möglich drucken zu lassen5. Es
wäre fürs Werk sehr nötig! – Dann zur Partitur: Ich
glaube zwarnämlich nicht, dass die 10.000 Menschen, die
sich augenblicklich über meine Musik erhitzen ge-
rade zu jenen gehören, die an den österreichischen
Geldverlegenheiten beteiligt sind. Denn sie sitzen
zum größten Theil außerhalb der österreichischen Bannmeile:
in England, Amsterdam, Paris, Berlin, München
Petersburg etc. Das[s] das so ist mögen Ihnen einige
Zeitungsausschnitte beweisen, die man mir unverlangt zu-
schickt. Außer diesen giebt es zweifellos noch viele,
denn Frau Zehme besitzt vom Pierrot allein cirka 200.
Aber abgesehen davon, wäre ich Ihnen sehr dankbar,
wenn Sie die Partitur einstweilen inofficiel
wenigstens jenen ausliefern wollten, die sie
direkt verlangen. Das kann doch keinesfalls schaden.
haben, wie ein Partiturbild im Klavierauszug aussieht!
Und das können manche Wiener I-Kapellmeister nicht.
Jedenfalls die Kritiker nicht! – Aber ich empfehle
Herrn Schmidt dazu (Bergs Schüler, also mein
„Enkel“-Schüler) – Jedenfalls bitte ich Sie den
Auszug so rasch, wie möglich drucken zu lassen5. Es
wäre fürs Werk sehr nötig! – Dann zur Partitur: Ich
glaube zwarnämlich nicht, dass die 10.000 Menschen, die
sich augenblicklich über meine Musik erhitzen ge-
rade zu jenen gehören, die an den österreichischen
Geldverlegenheiten beteiligt sind. Denn sie sitzen
zum größten Theil außerhalb der österreichischen Bannmeile:
in England, Amsterdam, Paris, Berlin, München
Petersburg etc. Das[s] das so ist mögen Ihnen einige
Zeitungsausschnitte beweisen, die man mir unverlangt zu-
schickt. Außer diesen giebt es zweifellos noch viele,
denn Frau Zehme besitzt vom Pierrot allein cirka 200.
Aber abgesehen davon, wäre ich Ihnen sehr dankbar,
wenn Sie die Partitur einstweilen inofficiel
wenigstens jenen ausliefern wollten, die sie
direkt verlangen. Das kann doch keinesfalls schaden.
Bodanzky6 und Mengelberg7 wollen beide bestimmt
nächstes Jahr die Gurrelieder aufführen. Mengelberg
hat mir freigestellt es so zu machen wie Mahler
(seine eigenen Worte) und ihm zu sagen, was er
nächstes Jahr bringen soll. Ich schlug ihm die Gurre-
lieder vor und er war sehr einverstanden. Bitte senden Sie diese Noten sofort!!!!
nächstes Jahr die Gurrelieder aufführen. Mengelberg
hat mir freigestellt es so zu machen wie Mahler
(seine eigenen Worte) und ihm zu sagen, was er
nächstes Jahr bringen soll. Ich schlug ihm die Gurre-
lieder vor und er war sehr einverstanden. Bitte senden Sie diese Noten sofort!!!!
Nun noch etwas: ich schreibe eben die Reinpartitur8
meiner „Glücklichen Hand“ (Drama mit Musik) die
wäre in cirka 4–5 Wochen fertig. Nun fällt mir ein,
da ich die ohnedies sehr langsam schreibe, könnte
ich sie gleich auf Straubepapier schreiben, was
ja nichts kostet, aber den Vorteil hätte, dass man
für cirka 90–120 Mark 50–100 Exemplare
sofort abdrucken lassen könnte. Man ersparte
meiner „Glücklichen Hand“ (Drama mit Musik) die
wäre in cirka 4–5 Wochen fertig. Nun fällt mir ein,
da ich die ohnedies sehr langsam schreibe, könnte
ich sie gleich auf Straubepapier schreiben, was
ja nichts kostet, aber den Vorteil hätte, dass man
für cirka 90–120 Mark 50–100 Exemplare
sofort abdrucken lassen könnte. Man ersparte
dabei die Kosten einer Abschrift, Fe[hl]erkorrekturen
und Fotografie etc. Ich höre, dass Bittner das auch
so macht und finde es enorm praktisch. Aber ich
täte es nur, wenn Sie entschlossen sind, das
gleich machen zu lassen. Es sind etwa 60 Seiten
8 Seiten kosten bei Straube für 100 Exemplare
12 Mark und Papier. Wie Sie wissen kann
man dann stets weitere Abzüge machen lassen.
Sie hätten auf solche Art aufs Billigste wieder
ein Werk von mir herausgegeben.
und Fotografie etc. Ich höre, dass Bittner das auch
so macht und finde es enorm praktisch. Aber ich
täte es nur, wenn Sie entschlossen sind, das
gleich machen zu lassen. Es sind etwa 60 Seiten
8 Seiten kosten bei Straube für 100 Exemplare
12 Mark und Papier. Wie Sie wissen kann
man dann stets weitere Abzüge machen lassen.
Sie hätten auf solche Art aufs Billigste wieder
ein Werk von mir herausgegeben.
Nun bitte ich Sie schleunigst um Ihre Zu-
sage, damit ich in der Arbeit nicht aufgehalten
bin, denn ich habe schon 13 Seiten gewöhnlich ge-
schrieben, die ich ohnedies abschreiben muss!
sage, damit ich in der Arbeit nicht aufgehalten
bin, denn ich habe schon 13 Seiten gewöhnlich ge-
schrieben, die ich ohnedies abschreiben muss!
In Mannheim soll ein sehr großer Erfolg
(und eine ausge-
zeichnete Aufführung9) gewesen sein. Dass man in den Kritiken10
meine Musik der Busonis vorzieht, ist für Busoni
höchst ehrenvoll. Ich beobachte das Schaffen dieses Pianisten nicht ohne
Interesse, aber ich habe wirklich nicht geglaubt, dass er schon so weit
ist, um mit mir verglichen zu werden. Sollte er schon so viel von
mir gelernt haben? Dass das so rasch geht?!? Na, ich gönns ihm!
zeichnete Aufführung9) gewesen sein. Dass man in den Kritiken10
meine Musik der Busonis vorzieht, ist für Busoni
höchst ehrenvoll. Ich beobachte das Schaffen dieses Pianisten nicht ohne
Interesse, aber ich habe wirklich nicht geglaubt, dass er schon so weit
ist, um mit mir verglichen zu werden. Sollte er schon so viel von
mir gelernt haben? Dass das so rasch geht?!? Na, ich gönns ihm!
Jetzt Schluß; ich muss anderes arbeiten.
Herzliche Grüße
Ihr Arnold Schönberg
Ihr Arnold Schönberg
Sache mit dem Kopisten
Gurre-Lieder. Die nach der Partiturreinschrift
(ASGA B 16/1, Quelle C) faksimilierte Partitur hatte sich
als zu kleindimensioniert für Dirigierzwecke herausgestellt. Die
Herstellung der Orchesterstimmen war im Hinblick auf die
Uraufführung
23. Februar 1913, Wien, Großer Musikvereinssaal, Philharmonischer Chor ebenfalls höchst dringend.
Brief
Auszug
Vermutlich hatte Emil Hertzka angeregt, den Klavierauszug
ein weiteres Mal mit der Partitur zu vergleichen. Im November hatten sich Unterschiede zwischen
Partitur und Klavierauszug herausgestellt, zu welchen Schönberg den Klavierauszug als korrekt
deklarierte (ASGA B
16/3, S. 32; Alban Berg an Arnold Schönberg, 27. November; ASCC
19813; Arnold Schönberg an Alban Berg, 4. Dezember 1912; ASCC
299).
nach Petersburg
drucken zu lassen
Lieferdatum: 25. Februar 1913, Auflage: 498 (Buchon 2015, Bd. 5,
S. 660).
Bodanzky
Artur Bodanzky bekundete Anfang
Dezember die Absicht, die Gurre-Lieder im nächsten Jahr aufzuführen; vermutlich trug Schönberg ihm danach die Uraufführung
an. Bodanzky antwortete, dass
eine Aufführung in Mannheim
nur in Kooperation mit Karlsruhe möglich wäre und sprach sich
dagegen aus, „Schreker so vor
den Kopf zu stoßen.“ (Artur Bodanzky an Arnold Schönberg, 14.
Dezember 1912; ASCC 20264; Artur Bodanzky an Arnold Schönberg, 5.
Dezember 1912; ASCC 20262).
Mengelberg
Schönberg hatte Willem Mengelberg im Rahmen seiner
beiden Konzerte in Amsterdam
und Den Haag getroffen.
Reinpartitur
Ob die unten genannten 13
bereits geschriebenen Seiten in Partiturreinschrift. Stichvorlage für
den Erstdruck (ASGA B 6/3, Quelle C), enthalten sind, ist unsicher.
Aufführung
Kritiken
Z. B.: „Die vierte musikalische
Akademie […] ließ zwei Tondichter der Gegenwart von durchaus
gegensätzlicher Richtung und Wesensart zu Worte kommen. […] So sehr sich
auch das Ohr gegen die ungewohnten Akkordfolgen [Schönbergs] anfänglich sträubt, so
erkennt man doch in der zu Herzen sprechenden Musik die Sprache eines
genialen Musikers. Mit der trefflichen Wiedergabe des namentlich in den
Bläserpartien enorm schwierigen Werkes gaben Hofkapellmeister Bodanzky und unser Hoftheaterorchester
eine glänzende Probe ihrer Leistungsfähigkeit. Der geniale Pianist
F. Busoni spielte sein
Klavierkonzert in C-Dur. Das pianistische Können dieses geistvollen
Künstlers steht in auffallendem Mißverhältnis zu dem Wert seiner
Kompositionen. Auch das Klavierkonzert ist nichts als eine glänzende
Mache.“ (Karlsruher
Tagblatt 1912).
11/12. 1912
Lieber Herr Direktor, seien Sie mir nicht bös, ich kann leider in der Sache mit dem Kopisten1 nicht eingreifen. Denn ich habe ihm das hohe Honorar (mit Ihrer
Zustimmung) nicht für die Schönheit oder besondere Qualität der Arbeit
zugesagt, sondern für die Raschheit und für die Einhaltung des Lieferungstermins. Ich kann also eine solche
Bedingung, da ich sie nicht vorher gestellt habe,
nicht nachträglich stellen. Außerdem aber glaube ich, dass Sie
beruhigt sein können. Der Kopist wurde mir von
Simrock empfohlen, da wird er wohl auch gut sein. Uebrigens habe ich ihm geschrieben, er möge die
Nachnahme aufheben. Ich hoffe, es wird sich also alles zur Zufriedenheit
lösen. – Eben kommt Ihr Brief2, betreffend den
Gurrelieder
Auszug3. Ich kann das nicht machen, denn ich habe gar keine Zeit; ich fahre ja schon am 15.
nach Petersburg4! Und mein Bruder wird große Mühe
haben, mit den Kammersinfoniestimmen fertig zu werden. Er schreibt sie
tatsächlich wunderschön, aber sehr langsam, was ja in Anbetracht der
Schwierigkeit begreiflich ist. Aber ich glaube auch nicht, dass er so etwas
machen kann. Dazu müsste er Partiturlesen können und
einen Begriff davon haben, wie ein Partiturbild im Klavierauszug aussieht! Und das
können manche Wiener I-Kapellmeister
nicht. Jedenfalls die Kritiker nicht! – Aber ich empfehle Herrn
Schmidt dazu (Bergs Schüler, also mein „Enkel“-Schüler) – Jedenfalls
bitte ich Sie den Auszug so rasch, wie möglich drucken zu lassen5. Es wäre fürs Werk sehr nötig! – Dann zur Partitur: Ich glaube nämlich nicht, dass die 10.000 Menschen, die sich augenblicklich über
meine Musik erhitzen gerade zu jenen gehören, die an den österreichischen
Geldverlegenheiten beteiligt sind. Denn sie sitzen zum größten Theil
außerhalb der österreichischen Bannmeile:
in England, Amsterdam, Paris,
Berlin, München
Petersburg etc. Dass das so ist mögen Ihnen einige
Zeitungsausschnitte beweisen, die man mir unverlangt zuschickt. Außer diesen giebt es zweifellos noch viele, denn
Frau Zehme besitzt vom Pierrot allein
cirka 200. Aber abgesehen davon, wäre ich Ihnen sehr dankbar, wenn Sie
die Partitur einstweilen inofficiel wenigstens jenen ausliefern wollten,
die sie direkt verlangen. Das kann doch keinesfalls schaden.
Außerdem bitte ich Sie schleunigst je eine Partitur der Gurrelieder zu senden an:
Bodanzky6 und Mengelberg7 wollen beide bestimmt nächstes Jahr die Gurrelieder aufführen. Mengelberg
hat mir freigestellt es so zu machen wie Mahler
(seine eigenen Worte) und ihm zu sagen, was er
nächstes Jahr bringen soll. Ich schlug ihm die Gurrelieder vor und er war sehr
einverstanden.
Bitte senden Sie diese Noten sofort!!!!
Nun noch etwas: ich schreibe eben die Reinpartitur8
meiner „Glücklichen Hand“ (Drama mit Musik)
die wäre in cirka 4–5 Wochen fertig. Nun fällt mir ein, da ich die
ohnedies sehr langsam schreibe, könnte ich sie gleich auf Straubepapier
schreiben, was ja nichts kostet, aber den Vorteil hätte, dass man für
cirka 90–120 Mark 50–100 Exemplare sofort abdrucken lassen könnte. Man
ersparte dabei die Kosten einer Abschrift, Fehlerkorrekturen und Fotografie etc. Ich höre,
dass Bittner das auch so macht und
finde es enorm praktisch. Aber ich täte es nur, wenn Sie entschlossen sind,
das gleich machen zu lassen. Es sind etwa 60 Seiten 8 Seiten kosten
bei Straube für 100 Exemplare 12 Mark und
Papier. Wie Sie wissen kann man dann stets weitere Abzüge machen lassen.
Sie hätten auf solche Art aufs Billigste wieder ein Werk von mir
herausgegeben.
Nun bitte ich Sie schleunigst um Ihre Zusage, damit ich in der Arbeit nicht aufgehalten
bin, denn ich habe schon 13 Seiten gewöhnlich geschrieben, die ich ohnedies abschreiben muss!
In Mannheim soll ein sehr großer Erfolg
(und eine ausgezeichnete Aufführung9) gewesen sein. Dass man in den Kritiken10
meine Musik der Busonis vorzieht, ist
für Busoni
höchst ehrenvoll. Ich beobachte das Schaffen dieses Pianisten nicht ohne
Interesse, aber ich habe wirklich nicht geglaubt, dass er schon so weit
ist, um mit mir verglichen zu werden. Sollte er schon so viel von mir
gelernt haben? Dass das so rasch geht?!? Na, ich gönns ihm!
Jetzt Schluß; ich muss anderes arbeiten.
Herzliche Grüße Ihr
Arnold Schönberg
Sache mit dem Kopisten
Gurre-Lieder. Die nach der Partiturreinschrift
(ASGA B 16/1, Quelle C) faksimilierte Partitur hatte sich
als zu kleindimensioniert für Dirigierzwecke herausgestellt. Die
Herstellung der Orchesterstimmen war im Hinblick auf die
Uraufführung
23. Februar 1913, Wien, Großer Musikvereinssaal, Philharmonischer Chor ebenfalls höchst dringend.
Brief
Auszug
Vermutlich hatte Emil Hertzka angeregt, den Klavierauszug
ein weiteres Mal mit der Partitur zu vergleichen. Im November hatten sich Unterschiede zwischen
Partitur und Klavierauszug herausgestellt, zu welchen Schönberg den Klavierauszug als korrekt
deklarierte (ASGA B
16/3, S. 32; Alban Berg an Arnold Schönberg, 27. November; ASCC
19813; Arnold Schönberg an Alban Berg, 4. Dezember 1912; ASCC
299).
nach Petersburg
drucken zu lassen
Lieferdatum: 25. Februar 1913, Auflage: 498 (Buchon 2015, Bd. 5,
S. 660).
Bodanzky
Artur Bodanzky bekundete Anfang
Dezember die Absicht, die Gurre-Lieder im nächsten Jahr aufzuführen; vermutlich trug Schönberg ihm danach die Uraufführung
an. Bodanzky antwortete, dass
eine Aufführung in Mannheim
nur in Kooperation mit Karlsruhe möglich wäre und sprach sich
dagegen aus, „Schreker so vor
den Kopf zu stoßen.“ (Artur Bodanzky an Arnold Schönberg, 14.
Dezember 1912; ASCC 20264; Artur Bodanzky an Arnold Schönberg, 5.
Dezember 1912; ASCC 20262).
Mengelberg
Schönberg hatte Willem Mengelberg im Rahmen seiner
beiden Konzerte in Amsterdam
und Den Haag getroffen.
Reinpartitur
Ob die unten genannten 13
bereits geschriebenen Seiten in Partiturreinschrift. Stichvorlage für
den Erstdruck (ASGA B 6/3, Quelle C), enthalten sind, ist unsicher.
Aufführung
Kritiken
Z. B.: „Die vierte musikalische
Akademie […] ließ zwei Tondichter der Gegenwart von durchaus
gegensätzlicher Richtung und Wesensart zu Worte kommen. […] So sehr sich
auch das Ohr gegen die ungewohnten Akkordfolgen [Schönbergs] anfänglich sträubt, so
erkennt man doch in der zu Herzen sprechenden Musik die Sprache eines
genialen Musikers. Mit der trefflichen Wiedergabe des namentlich in den
Bläserpartien enorm schwierigen Werkes gaben Hofkapellmeister Bodanzky und unser Hoftheaterorchester
eine glänzende Probe ihrer Leistungsfähigkeit. Der geniale Pianist
F. Busoni spielte sein
Klavierkonzert in C-Dur. Das pianistische Können dieses geistvollen
Künstlers steht in auffallendem Mißverhältnis zu dem Wert seiner
Kompositionen. Auch das Klavierkonzert ist nichts als eine glänzende
Mache.“ (Karlsruher
Tagblatt 1912).
Zitierhinweis:
Arnold Schönberg an Universal-Edition, 11. Dezember 1912, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.7028.