8.X.1921
Lieber Herr Direktor, ich kann es absolut nicht zulassen, dass meine
Werke in Einzeldrucken noch einmal (und zwar ohne Tantiemen für
mich – denn eine einmalige Bezalung entspricht nicht unserem Tantiemen
Vertrag –) gedruckt werden. Ich habe viel zu wenig geschrieben, als
dass ich immer wieder solche höchst überflüssige Ansuchen bewilligen
sollte. Propaganda habe ich nicht nötig. Darum dreht sichs auch diesen
Buch- Artikel- und Zeitungsherausgebern gar nicht. Sondern nur darum
irgendetwas zu schreiben. Wie übel so etwas ausgeht, haben Sie gelegentlich
dieser Leipziger All. dt. Zeitung gesehen, der Sie, ohne mich zu fragen, eine
Erlaubnis gegeben haben. Ich bitte Sie dringendst das nicht mehr zu tun!
Speziell diesem Herrn Prof. Mayer-Mahr u. o. W. habe ich durch
Steuermann angeboten, dass dieser unter meiner Anleitung, ihm

eine Reihe von Beispielen (Taktgruppen) herausschreibt, die für
meine Leistungen auf dem Gebiet des Klaviersatzes charakteristisch
sind und eine kleine Erläuterung dazu versprochen. Das wäre
wissenschaftlich wertvoll gewesen. Was dieser Idiot will, ist
nichts anderes, als diese gewisse Compilierung, in der gar kein
Verdienst steckt. Dergleichen unterstütze ich nicht!
Ich hoffe, Sie sind so einsichtsvoll, wie Sie es immer
in allen mir wichtigen Fragen sind und lehnen alles derartige
ohne Weiteres ab! Das ist ja alles nur Humbug.
Viele herzliche Grüße Ihr Arnold Schönberg
Ich arbeite; werde aber doch wahrscheinlich Dienstag
oder Mittwoch nächster Woche reisen.
8.X.1921
Lieber Herr Direktor, ich kann es absolut nicht zulassen, dass meine Werke in Einzeldrucken noch einmal (und zwar ohne Tantiemen für mich – denn eine einmalige Bezalung entspricht nicht unserem Tantiemen Vertrag –) gedruckt werden. Ich habe viel zu wenig geschrieben, als dass ich immer wieder solche höchst überflüssige Ansuchen bewilligen sollte. Propaganda habe ich nicht nötig. Darum dreht sichs auch diesen Buch- Artikel- und Zeitungsherausgebern gar nicht. Sondern nur darum irgendetwas zu schreiben. Wie übel so etwas ausgeht, haben Sie gelegentlich dieser Leipziger All. dt. Zeitung gesehen, der Sie, ohne mich zu fragen, eine Erlaubnis gegeben haben. Ich bitte Sie dringendst das nicht mehr zu tun!
Speziell diesem Herrn Prof. Mayer-Mahr u. o. W. habe ich durch Steuermann angeboten, dass dieser unter meiner Anleitung, ihm eine Reihe von Beispielen (Taktgruppen) herausschreibt, die für meine Leistungen auf dem Gebiet des Klaviersatzes charakteristisch sind und eine kleine Erläuterung dazu versprochen. Das wäre wissenschaftlich wertvoll gewesen. Was dieser Idiot will, ist nichts anderes, als diese gewisse Compilierung, in der gar kein Verdienst steckt. Dergleichen unterstütze ich nicht!
Ich hoffe, Sie sind so einsichtsvoll, wie Sie es immer in allen mir wichtigen Fragen sind und lehnen alles derartige ohne Weiteres ab! Das ist ja alles nur Humbug.
Viele herzliche Grüße Ihr Arnold Schönberg
Ich arbeite; werde aber doch wahrscheinlich Dienstag oder Mittwoch nächster Woche reisen.

8. Oktober 1921


Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Universal Edition Collection


Brief

Zitierhinweis:

Arnold Schönberg an Universal-Edition, 8. Oktober 1921, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.7057.

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