Arnold Schönberg an Universal-Edition
10. März 1923
Lieber Herr Direktor, lassen Sie bitte bei
meinen Noten nur überall die deutschen Be-
zeichnungen so wie ich sie hingesetzt habe.
Die Vorherrschaft in der Musik haben derzeit
noch die Deutschen. Dass sie sie noch minde-
stens fünfzig Jahre1 länger haben werden, ist
wohl unbezweifelbar mein Verdienst2. Und aus
diesem Grund lege ich Gewicht darauf, dass
man im Ausland noch so lang das nötige
Deutsch lernt, als man Interesse hat, meine
Musik kennen zu lernen. Ich hoffe, Sie gön-
nen mir diese Genugtuung.
meinen Noten nur überall die deutschen Be-
zeichnungen so wie ich sie hingesetzt habe.
Die Vorherrschaft in der Musik haben derzeit
noch die Deutschen. Dass sie sie noch minde-
stens fünfzig Jahre1 länger haben werden, ist
wohl unbezweifelbar mein Verdienst2. Und aus
diesem Grund lege ich Gewicht darauf, dass
man im Ausland noch so lang das nötige
Deutsch lernt, als man Interesse hat, meine
Musik kennen zu lernen. Ich hoffe, Sie gön-
nen mir diese Genugtuung.
mindestens fünfzig Jahre
„So daß man schon heute, an
Schönbergs fünfzigstem Geburtstage, ohne ein Prophet zu sein,
sagen kann, daß durch das Werk, das er der Welt bisher geschenkt hat,
die Vorherrschaft nicht nur seiner persönlichen Kunst gesichert
erscheint, sondern, was noch mehr ist: die der deutschen Musik für die
nächsten fünfzig Jahre.“ (Berg 1924, S. 341).
Verdienst
Schönberg bezieht sich auf die
Hegemonie der deutschen Musik, deren Sicherung er mit der Entdeckung der
Zwölftonmethode seit Sommer 1921 für sich in
Anspruch nahm, nachdem er aufgrund antisemitischer Anfeindungen von
Mattsee nach Traunkirchen geflohen war. „Die
Deutscharier, die mich in Mattsee
verfolgt haben, werden es diesem Neuen (speciell diesem) zu verdanken
haben, dass man sogar sie noch 100 Jahre lang im Ausland achtet, weil
sie dem Staat angehören, der sich neuerdings die Hegemonie auf dem
Gebiet der Musik gesichert hat!“ (Arnold Schönberg an Alma Mahler, 26.
Juli 1921; ASCC
6079; Muxeneder
2019).
Lieber Herr Direktor, lassen Sie bitte bei meinen Noten nur überall die
deutschen Bezeichnungen so wie ich sie hingesetzt habe. Die
Vorherrschaft in der Musik haben derzeit noch die Deutschen. Dass sie sie
noch mindestens fünfzig Jahre1 länger haben werden, ist wohl unbezweifelbar mein Verdienst2. Und aus diesem Grund lege ich Gewicht darauf, dass man im
Ausland noch so lang das nötige Deutsch lernt, als man Interesse hat, meine
Musik kennen zu lernen. Ich hoffe, Sie gönnen mir diese Genugtuung.
mindestens fünfzig Jahre
„So daß man schon heute, an
Schönbergs fünfzigstem Geburtstage, ohne ein Prophet zu sein,
sagen kann, daß durch das Werk, das er der Welt bisher geschenkt hat,
die Vorherrschaft nicht nur seiner persönlichen Kunst gesichert
erscheint, sondern, was noch mehr ist: die der deutschen Musik für die
nächsten fünfzig Jahre.“ (Berg 1924, S. 341).
Verdienst
Schönberg bezieht sich auf die
Hegemonie der deutschen Musik, deren Sicherung er mit der Entdeckung der
Zwölftonmethode seit Sommer 1921 für sich in
Anspruch nahm, nachdem er aufgrund antisemitischer Anfeindungen von
Mattsee nach Traunkirchen geflohen war. „Die
Deutscharier, die mich in Mattsee
verfolgt haben, werden es diesem Neuen (speciell diesem) zu verdanken
haben, dass man sogar sie noch 100 Jahre lang im Ausland achtet, weil
sie dem Staat angehören, der sich neuerdings die Hegemonie auf dem
Gebiet der Musik gesichert hat!“ (Arnold Schönberg an Alma Mahler, 26.
Juli 1921; ASCC
6079; Muxeneder
2019).
10. März 1923
Ort erschlossen
Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Universal Edition Collection
Wien
Archiv
Universal Edition Collection
Brief
Zitierhinweis:
Arnold Schönberg an Universal-Edition, 10. März 1923, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.7119.