Lieber Herr Direktor, was ist daran
wahr? Bitte gehen Sie dem nach!
Es schädigt mein Werk doch sehr, wenn
andere Gründe für die Absetzung1 an-
gegeben werden!
Uebrigens: in der Volksoper kauft,
(wie ich höre) deshalb kein Mensch Karten,
weil man Freikarten mit Regie-
Zuschlag (25000 Kr u mehr!) erhält,
von welchen keine Tantièmen
gezahlt werden.
So erklärt es sich, dass ich 3 mal2
ein sehr gutes Haus sah (das 3. war
sogar voll zu nennen) und doch an-
geblich nichts verkauft war!
Wollen Sie dieser Sache nicht
nachgehen! Es ist wirklich gemein und
empört mich, weil es mir neu ist in
solchen Zusammenhängen in der Öffent-
lichkeit genannt zu werden.
Herzlichste Grüße Ihr Arnold Schönberg
5/XI.1924
Lieber Herr Direktor, was ist daran wahr? Bitte gehen Sie dem nach! Es schädigt mein Werk doch sehr, wenn andere Gründe für die Absetzung1 angegeben werden!
Uebrigens: in der Volksoper kauft, (wie ich höre) deshalb kein Mensch Karten, weil man Freikarten mit Regie-Zuschlag (25000 Kr u mehr!) erhält, von welchen keine Tantièmen gezahlt werden.
So erklärt es sich, dass ich 3 mal2 ein sehr gutes Haus sah (das 3. war sogar voll zu nennen) und doch angeblich nichts verkauft war!
Wollen Sie dieser Sache nicht nachgehen! Es ist wirklich gemein und empört mich, weil es mir neu ist in solchen Zusammenhängen in der Öffentlichkeit genannt zu werden.
Herzlichste Grüße Ihr Arnold Schönberg
5/XI.1924

5. November 1924


Ort erschlossen; Beilage: Neues Wiener Journal, 5. November 1924

Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Universal Edition Collection

Brief

Zitierhinweis:

Arnold Schönberg an Universal-Edition, 5. November 1924, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.7139.

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