Arnold Schönberg an Universal-Edition
19. November 1924
Mödling Bernhardgasse
6
Lieber Herr Direktor, ich kann nicht
begreifen, welche Ursache Herr von
Wöss hat, mich zu provozieren, indem
er meine ausdrücklich angegebenen
Stichverbesserungen1 verhindert [(], die jeder vernünftige
Mensch in der ganzen Welt kopiert) [.] Ich
habe mich gegen Herrn v. Wöß stets freundlich
und zuvorkommend gezeigt und ihm zu
solchem persönlichen Vorgehen keinen Grund
gegeben. Sachlich ist, was er tut, voll-
kommener Unsinn und bloße lächer-
liche, nicht.
Bin aber bereit, es ihm zu erklären!
begreifen, welche Ursache Herr von
Wöss hat, mich zu provozieren, indem
er meine ausdrücklich angegebenen
Stichverbesserungen1 verhindert [(], die jeder vernünftige
Mensch in der ganzen Welt kopiert) [.] Ich
habe mich gegen Herrn v. Wöß stets freundlich
und zuvorkommend gezeigt und ihm zu
solchem persönlichen Vorgehen keinen Grund
gegeben. Sachlich ist, was er tut, voll-
kommener Unsinn und bloße lächer-
liche, nicht.
Bin aber bereit, es ihm zu erklären!
Wenn ich heute gegen ein solches
Vorgehen protestieren muss und dringend
ersuchen muss, Herrn v. Wöß keine meiner
Arbeiten mehr anzuvertrauen, so handelt
es sich mir nicht um Prestige (was auch
nicht unwesentlich ist,) sondern um
meine Ruhe und Zeit: ich mag
mich 1.) nicht unnütz ärgern und muss
mich 2) darauf verlassen können, dass diese
Dinge automatisch befolgt werden[.]
Vorgehen protestieren muss und dringend
ersuchen muss, Herrn v. Wöß keine meiner
Arbeiten mehr anzuvertrauen, so handelt
es sich mir nicht um Prestige (was auch
nicht unwesentlich ist,) sondern um
meine Ruhe und Zeit: ich mag
mich 1.) nicht unnütz ärgern und muss
mich 2) darauf verlassen können, dass diese
Dinge automatisch befolgt werden[.]
In diesem Fall ist besonders erschwerend,
dass ich Stichanweisungen und Anmerkungen
beigefügt habe, welche berücksichtigt werden
müssten. Außerdem lag mein Manuskript2
vor, in das Herr v. Wöß sich erlaubt hat, Än-
derungen einzutragen!
dass ich Stichanweisungen und Anmerkungen
beigefügt habe, welche berücksichtigt werden
müssten. Außerdem lag mein Manuskript2
vor, in das Herr v. Wöß sich erlaubt hat, Än-
derungen einzutragen!
Ich lehne es ab, diese Korrektur
zu lesen, ehe sie nicht genauest
manuskripttreu und meinen
Anweisungen entsprechend gestochen
ist.
zu lesen, ehe sie nicht genauest
manuskripttreu und meinen
Anweisungen entsprechend gestochen
ist.
Es tut mir leid, Ihnen die Aus-
gabe nicht ersparen zu können.
gabe nicht ersparen zu können.
Aber zu meiner Sicherheit und wegen
meiner etwas zu kostbaren Zeit, ist
es doch nötig, dass ich die Launen
des Herrn von Wöß abwehre.
meiner etwas zu kostbaren Zeit, ist
es doch nötig, dass ich die Launen
des Herrn von Wöß abwehre.
Mödling Bernhardgasse
6
Lieber Herr Direktor, ich kann nicht begreifen, welche Ursache Herr von Wöss hat, mich zu provozieren, indem
er meine ausdrücklich angegebenen
Stichverbesserungen1
verhindert
, die jeder vernünftige Mensch in der ganzen Welt kopiert
. Ich habe mich
gegen Herrn v. Wöß stets freundlich
und zuvorkommend gezeigt und ihm zu solchem persönlichen Vorgehen
keinen Grund gegeben. Sachlich ist, was er tut, vollkommener Unsinn und bloße lächerliche, nicht. Bin aber bereit, es ihm zu erklären!
Wenn ich heute gegen ein solches Vorgehen protestieren muss und dringend
ersuchen muss, Herrn v. Wöß keine
meiner Arbeiten mehr anzuvertrauen, so handelt es sich mir nicht um
Prestige (was auch nicht unwesentlich ist,) sondern um meine Ruhe und
Zeit: ich mag mich 1.) nicht unnütz ärgern
und muss mich 2)
darauf verlassen können, dass diese Dinge
automatisch befolgt werden.
In diesem Fall ist besonders erschwerend, dass ich
Stichanweisungen und Anmerkungen beigefügt habe, welche berücksichtigt
werden müssten. Außerdem lag mein Manuskript2
vor, in das Herr v. Wöß sich erlaubt
hat, Änderungen einzutragen!
Ich lehne es ab, diese Korrektur zu lesen, ehe sie nicht genauest
manuskripttreu und meinen Anweisungen entsprechend
gestochen ist.
Es tut mir leid, Ihnen die Ausgabe nicht
ersparen zu können.
Aber zu meiner Sicherheit und wegen meiner etwas zu kostbaren Zeit, ist es
doch nötig, dass ich die Launen des Herrn von
Wöß abwehre.
19. November 1924
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief, Kopie
Zitierhinweis:
Arnold Schönberg an Universal-Edition, 19. November 1924, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.1110.