Arnold Schönberg an Universal-Edition
27. Dezember 1926
27/XII.1926
P. T Universal Edition, ich benötige dringend
je 3 Exemplare
je 3 Exemplare
| Klavierauszug: | Erwartung |
| 〃 [Klavierauszug:] | Glückliche Hand |
Bitte sie rasch zu senden, da hier Bestrebungen sind,
sie nächstes Jahr beide aufzuführen.
sie nächstes Jahr beide aufzuführen.
Über den Vorschlag, den sie mir gemacht haben
(auf Vertragsänderung) kann ich mich noch nicht äußern.
Ich bin noch nicht dazu gelangt, mich damit zu be-
fassen, da ich bis jetzt nur mit Wohnungssuchen
(u zw. vergeblich) beschäftigt war. Jedenfalls scheint
er mir in dieser Form nicht abschlussreif: dass
[ic]h ohne Gegenleistung Ihnen fast alle Werke, die ich
schreibe (mit Ausnahme von Kammermusik) re-
servieren soll und dass der Vertrag um ein Jahr länger
dauern soll. Aber ich hoffe in der nächsten Zeit eine
Wohnung zu finden und dann bitte ich, mich wieder
(auf Vertragsänderung) kann ich mich noch nicht äußern.
Ich bin noch nicht dazu gelangt, mich damit zu be-
fassen, da ich bis jetzt nur mit Wohnungssuchen
(u zw. vergeblich) beschäftigt war. Jedenfalls scheint
er mir in dieser Form nicht abschlussreif: dass
[ic]h ohne Gegenleistung Ihnen fast alle Werke, die ich
schreibe (mit Ausnahme von Kammermusik) re-
servieren soll und dass der Vertrag um ein Jahr länger
dauern soll. Aber ich hoffe in der nächsten Zeit eine
Wohnung zu finden und dann bitte ich, mich wieder
zu erinnern (ich
ha[be] auch jetzt gar nicht Zeit gehabt,
[nach] Verlegern zu
sondieren, ob sie für mich Interesse haben). Vielleicht können Sie bis
dahin auch einen besseren Vorschlag machen: einen gerechteren!
sondieren, ob sie für mich Interesse haben). Vielleicht können Sie bis
dahin auch einen besseren Vorschlag machen: einen gerechteren!
Wie gehts Herrn Direktor Herzka?
Hier denkt man an der Oper noch immer an diese
un-
glückliche scenische Gurrelieder-Aufführung1. Aber ich kann mir
nicht vorstellen, dass das zu machen ist. Hörth will nächstens mir
seine Vorschläge machen und Pirchan ist auch sehr begeistert. Nur ich nicht.
glückliche scenische Gurrelieder-Aufführung1. Aber ich kann mir
nicht vorstellen, dass das zu machen ist. Hörth will nächstens mir
seine Vorschläge machen und Pirchan ist auch sehr begeistert. Nur ich nicht.
Herzlichste Grüße
Arnold Schönberg
NB bitte nicht zu vergessen:
die 500 M so zu schicken,
dass sie am II. da sind.
An mich direkt.
die 500 M so zu schicken,
dass sie am II. da sind.
An mich direkt.
Aufführung
Plan einer szenischen Aufführung der Gurre-Lieder durch Franz Ludwig
Hörth, der ab Herbst 1926 die
Intendanz der Staatsoper Unter den
Linden
Berlin innehatte, und den
Ausstatter Emil Pirchan. In der
Regie von Hörth, der Ausstattung
von Pirchan und der musikalischen
Leitung von Erich Kleiber wurde im
Frühjahr 1925 in Berlin
Franz Schreker, Der ferne Klang realisiert. Am 14. Dezember
1925 folgte die Uraufführung von Alban Berg, Wozzeck unter der Leitung von Kleiber und der Regie von Hörth, die Schönberg unmittelbar nach seiner Ankunft in Berlin im Jänner
1926 besuchte. Die Planung sah vor, die Gurre-Lieder mit der einaktigen Ballettoper
Royal Palace von Kurt Weill zu kombinieren (Westermeyer 1925, Chop 1925, Chantavoine
1926).
27/XII.1926
P. T Universal Edition, ich benötige dringend
je 3 Exemplare
| Klavierauszug: | Erwartung |
| Klavierauszug: | Glückliche Hand |
Bitte sie rasch zu senden, da hier Bestrebungen sind, sie nächstes Jahr
beide aufzuführen.
Über den Vorschlag, den sie mir gemacht haben
(auf Vertragsänderung) kann ich mich noch nicht äußern. Ich bin noch
nicht dazu gelangt, mich damit zu befassen, da ich bis jetzt nur mit Wohnungssuchen (u zw.
vergeblich) beschäftigt war. Jedenfalls scheint er mir in dieser Form nicht
abschlussreif: dass
ich ohne Gegenleistung Ihnen fast alle Werke,
die ich schreibe (mit Ausnahme von Kammermusik) reservieren soll und dass der Vertrag um ein Jahr länger
dauern soll. Aber ich hoffe in der nächsten Zeit eine Wohnung zu
finden und dann bitte ich, mich wieder zu erinnern (ich
habe auch jetzt gar nicht Zeit gehabt,
nach Verlegern zu sondieren, ob sie für
mich Interesse haben). Vielleicht können Sie bis dahin auch einen besseren
Vorschlag machen: einen gerechteren!
Wie gehts Herrn Direktor Herzka?
Hier denkt man an der Oper noch immer an diese
unglückliche scenische Gurrelieder-Aufführung1. Aber ich kann mir nicht
vorstellen, dass das zu machen ist. Hörth
will nächstens mir seine Vorschläge machen und Pirchan ist auch sehr begeistert. Nur ich nicht.
Herzlichste Grüße
Arnold Schönberg
NB bitte nicht zu vergessen: die 500 M so zu
schicken, dass sie am II. da sind.
An mich direkt.
Aufführung
Plan einer szenischen Aufführung der Gurre-Lieder durch Franz Ludwig
Hörth, der ab Herbst 1926 die
Intendanz der Staatsoper Unter den
Linden
Berlin innehatte, und den
Ausstatter Emil Pirchan. In der
Regie von Hörth, der Ausstattung
von Pirchan und der musikalischen
Leitung von Erich Kleiber wurde im
Frühjahr 1925 in Berlin
Franz Schreker, Der ferne Klang realisiert. Am 14. Dezember
1925 folgte die Uraufführung von Alban Berg, Wozzeck unter der Leitung von Kleiber und der Regie von Hörth, die Schönberg unmittelbar nach seiner Ankunft in Berlin im Jänner
1926 besuchte. Die Planung sah vor, die Gurre-Lieder mit der einaktigen Ballettoper
Royal Palace von Kurt Weill zu kombinieren (Westermeyer 1925, Chop 1925, Chantavoine
1926).
27. Dezember 1926
28. Dezember 1926
Laut Eingangsstempel wurde der Brief am 31. Dezember
1926 beantwortet, vermutlich handelt es sich bei der gemeinten
Antwort um
Universal-Edition an Arnold Schönberg, 3. Jänner 1927.
Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Universal Edition Collection
Wien
Archiv
Universal Edition Collection
Brief
Zitierhinweis:
Arnold Schönberg an Universal-Edition, 27. Dezember 1926, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.7179.