3.II.1926
Lieber Herr Direktor, bitte falls der Herr 1. Tischer & Jagenberg
durch Hofmeister für mich 42 Mark 15 bezahlen sollte, so wäre
dieser Betrag an das Pelzhaus E. Horovitz & Cie Wien I. Neuer Markt 13
zu schicken. Ich glaube ich habe darum schon vor meiner Abreise ge-
beten, habe aber bis jetzt keine Verständigung, dass es geschehen ist1.
Ich hätte sehr gerne, dass die 2. Chöre2 recht rasch herauskom-
men. Ich bin überzeugt, dass grosses Interesse dafür da sein wird.
Kann man das nicht einmal sehr beschleunigen? Gar nichts höre [i]
ich mehr von meinen 3. Texten. Auch sollten mir ja noch 4. einige Exempla-
re
in der definitiven Ausstattung geschickt werden! Machen Sie
dafür Propaganda? Und ausserdem hatten wir doch verabredet, dass [d]
dieses Buch auch einem Buchverlag zum Mitvertrieb übergeben werden
wird. Ich glaube, dass es sehr leicht sein müsste, davon in kürzester
Zeit ein paar tausend Exemplare abzusetzen, da sich doch hiefür
auch Leute interessieren lassen, die nicht von Musik wissen![.]
Das 5[.] Jahrbuch3 habe ich noch nicht erhalten, was nicht schön
von Herrn Heinsheimer ist, wo ich ihm trotz meiner Krankheit und
trotzdem ich anderes zu tun hatte doch rechtzeitig meine Beiträ-
[ge] geliefert habe. – Sehr gerne erführe ich von Ihnen, dass die Angele-
genheit
4 6[.] Greissles über welche ich sehr beunruhigt bin, schon ganz
geordnet ist, wirklich alle Schulden beglichen, auch die versetzten
Sachen (Andenken!) ausgelöst sind, denn die Zinsen fressen ja noch
schliesslich das Ganze auf. Auch hoffe ich bestimmt, dass Sie den
Herrn Kugel, der jedenfalls eine dunkle Erscheinung ist, tüchtig her-
unterdrücken. Bitte schreiben Sie mir bald Günstiges hierüber.
Ich beginne die Suite fertig zu machen. Wenn ich Glück
habe, kann das in 4–5 Wochen der Fall sein. Inzwischen habe ich wie-
der an etwas Neuem zu arbeiten begonnen, an dem Text zu einer

grösseren Kantate5 (ca 40–45' Dauer). Vielleicht aber schreibe ich vor-
her noch Lieder. – Die Auszahlung an Frl. 7. Novakovic für Görgi haben
Sie wahrscheinlich schon geleistet. Morgen (heute gieng es nicht
mehr) zahle ich den betreffenden Betrag (250 Sch.) [morgen] ein. Die [A]
Auszahlung an Greissle unterbleibt solange, bis ich gegenteili-
ges erbitten werde. – Der Herr Dr. Heinsheimer hat mich ersucht,
ihm den Artikel des Jahrbuchs für die Flugblätter zu überlassen.
Ich finde diesen aber für diesen Zweck ganz ungeeignet und würde
ihnen lieber einen andern Artikel6 extra dafür schreiben. Er könn-
te zuerst im Anbruch (warum wird mir dieser nicht zugeschickt?) er-
scheinen. Ic[h] habe etwas angefangen, aber etwas umfangreicher.
Nun habe ich Ihnen eine Menge geschrieben. Hoffentlich höre
ich auch bald etwas nettes aus Wien.
Viele herzlichste Grüsse, Ihr
3.II.1926
Lieber Herr Direktor, bitte falls der Herr 1. Tischer & Jagenberg durch Hofmeister für mich 42 Mark 15 bezahlen sollte, so wäre dieser Betrag an das Pelzhaus E. Horovitz & Cie Wien I. Neuer Markt 13 zu schicken. Ich glaube ich habe darum schon vor meiner Abreise gebeten, habe aber bis jetzt keine Verständigung, dass es geschehen ist1.
Ich hätte sehr gerne, dass die 2. Chöre2 recht rasch herauskommen. Ich bin überzeugt, dass grosses Interesse dafür da sein wird. Kann man das nicht einmal sehr beschleunigen? Gar nichts höre ich mehr von meinen 3. Texten. Auch sollten mir ja noch 4. einige Exemplare in der definitiven Ausstattung geschickt werden! Machen Sie dafür Propaganda? Und ausserdem hatten wir doch verabredet, dass dieses Buch auch einem Buchverlag zum Mitvertrieb übergeben werden wird. Ich glaube, dass es sehr leicht sein müsste, davon in kürzester Zeit ein paar tausend Exemplare abzusetzen, da sich doch hiefür auch Leute interessieren lassen, die nicht von Musik wissen!
Das 5. Jahrbuch3 habe ich noch nicht erhalten, was nicht schön von Herrn Heinsheimer ist, wo ich ihm trotz meiner Krankheit und trotzdem ich anderes zu tun hatte doch rechtzeitig meine Beiträ ge geliefert habe. – Sehr gerne erführe ich von Ihnen, dass die Angelegenheit4 6. Greissles über welche ich sehr beunruhigt bin, schon ganz geordnet ist, wirklich alle Schulden beglichen, auch die versetzten Sachen (Andenken!) ausgelöst sind, denn die Zinsen fressen ja noch schliesslich das Ganze auf. Auch hoffe ich bestimmt, dass Sie den Herrn Kugel, der jedenfalls eine dunkle Erscheinung ist, tüchtig herunterdrücken. Bitte schreiben Sie mir bald Günstiges hierüber.
Ich beginne die Suite fertig zu machen. Wenn ich Glück habe, kann das in 4–5 Wochen der Fall sein. Inzwischen habe ich wieder an etwas Neuem zu arbeiten begonnen, an dem Text zu einer grösseren Kantate5 (ca 40–45' Dauer). Vielleicht aber schreibe ich vorher noch Lieder. – Die Auszahlung an Frl. 7. Novakovic für Görgi haben Sie wahrscheinlich schon geleistet. Morgen (heute gieng es nicht mehr) zahle ich den betreffenden Betrag (250 Sch.) ein. Die Auszahlung an Greissle unterbleibt solange, bis ich gegenteiliges erbitten werde. – Der Herr Dr. Heinsheimer hat mich ersucht, ihm den Artikel des Jahrbuchs für die Flugblätter zu überlassen. Ich finde diesen aber für diesen Zweck ganz ungeeignet und würde ihnen lieber einen andern Artikel6 extra dafür schreiben. Er könnte zuerst im Anbruch (warum wird mir dieser nicht zugeschickt?) erscheinen. Ich habe etwas angefangen, aber etwas umfangreicher.
Nun habe ich Ihnen eine Menge geschrieben. Hoffentlich höre ich auch bald etwas nettes aus Wien.
Viele herzlichste Grüsse, Ihr
Arnold Schönberg

3. Februar 1926

5. Februar 1926

Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Universal Edition Collection



Brief

Zitierhinweis:

Arnold Schönberg an Universal-Edition, 3. Februar 1926, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.1189.

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