Universal-Edition an Arnold Schönberg
3. Februar 1926
UNIVERSAL-EDITION, A.-G.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Karlstrasse 10
WIEN
I·Karlsplatz 6·
Musikvereinsgebäude
Telegr. Adr.: Musikedition, Wien, A. B. C. Code 5th. Ed. Mosse Code.
Telefon No 51351, 51352. Bank-Konto: Zentral-Europä-
ische Länderbank Wien. Postsparkassen-Kto. 57557.
Wien, 3. Februar 1926.
D/M.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Karlstrasse 10
WIEN
I·Karlsplatz 6·
Musikvereinsgebäude
Telegr. Adr.: Musikedition, Wien, A. B. C. Code 5th. Ed. Mosse Code.
Telefon No 51351, 51352. Bank-Konto: Zentral-Europä-
ische Länderbank Wien. Postsparkassen-Kto. 57557.
Wien, 3. Februar 1926.
Herrn
Professor Arnold Schönberg,
Sehr verehrter Meister Schönberg!
Ich bestätige dankend den Empfang des in Ihrem Auftrag
an mich gerichteten Schreibens Ihrer lieben Frau, sowie Ihren Brief
vom 28. Jänner.
an mich gerichteten Schreibens Ihrer lieben Frau, sowie Ihren Brief
vom 28. Jänner.
Zuerst nun zum Brief in Angelegenheit1 Ihres Schwieger-
sohnes! Ich habe mich mit dieser Sache sehr gründlich befasst und
sowohl mit Herrn Dr. v. Webern als auch mit Herrn Greissle einige
ausführliche Besprechungen gehabt. Ich habe auch mit Herrn Kugel
die Sache besprochen und es stellt sich allerdings die Angelegen-
heit doch ein bischen anders dar, als ich anfänglich angenommen habe.
Herr Kugel konnte mir beweisen, dass nicht Herr Greissle von ihm,
sondern er von Herrn Greissle hineingelegt wurde. Es ist nun den
vereinten Bemühungen gelungen, das Defizit, das Herr Kugel zu fordern
hat, auf S 773.16 herabzudrücken. Ich werde jedenfalls noch trachten,
Herrn Kugel etwas abzuziehen und ihm dann den Betrag auf Ihre Rech-
nung ausbezahlen. In der Angelegenheit mit Herrn Dr. Webern habe ich
aus pädagogischen Gründen im Einverständnis mit Dr. W. die ratenweise
Tilgung durchgeführt. Die erste Rate von 500 S habe ich an Herrn Dr. W.
sofort ausbezahlt, der damit die dringendsten Schulden geordnet hat,
ein weiterer Betrag von 500 S wird noch im Februar bezahlt. Was den
sohnes! Ich habe mich mit dieser Sache sehr gründlich befasst und
sowohl mit Herrn Dr. v. Webern als auch mit Herrn Greissle einige
ausführliche Besprechungen gehabt. Ich habe auch mit Herrn Kugel
die Sache besprochen und es stellt sich allerdings die Angelegen-
heit doch ein bischen anders dar, als ich anfänglich angenommen habe.
Herr Kugel konnte mir beweisen, dass nicht Herr Greissle von ihm,
sondern er von Herrn Greissle hineingelegt wurde. Es ist nun den
vereinten Bemühungen gelungen, das Defizit, das Herr Kugel zu fordern
hat, auf S 773.16 herabzudrücken. Ich werde jedenfalls noch trachten,
Herrn Kugel etwas abzuziehen und ihm dann den Betrag auf Ihre Rech-
nung ausbezahlen. In der Angelegenheit mit Herrn Dr. Webern habe ich
aus pädagogischen Gründen im Einverständnis mit Dr. W. die ratenweise
Tilgung durchgeführt. Die erste Rate von 500 S habe ich an Herrn Dr. W.
sofort ausbezahlt, der damit die dringendsten Schulden geordnet hat,
ein weiterer Betrag von 500 S wird noch im Februar bezahlt. Was den
Rest betrifft, so handelt es sich um Pfandscheine, die
ausgelöst werden
sollten, deren Auslösung ich aber vorläufig noch nicht verfügt habe. Ich
bin dabei von dem Gedanken ausgegangen, dass es eine zu naheliegende
Möglichkeit wäre, die ausgelösten Wertgegenstände sofort wieder zu ver-
pfänden und ich musste daher zuerst bei Ihnen anfragen, wie ich mich in
dieser Sache verhalten soll. Ich habe mir jedenfalls Ihre schriftliche
Erklärung über die monatlichen Zahlungen zurückstellen lassen und be-
halte dieselben vorläufig hier.
sollten, deren Auslösung ich aber vorläufig noch nicht verfügt habe. Ich
bin dabei von dem Gedanken ausgegangen, dass es eine zu naheliegende
Möglichkeit wäre, die ausgelösten Wertgegenstände sofort wieder zu ver-
pfänden und ich musste daher zuerst bei Ihnen anfragen, wie ich mich in
dieser Sache verhalten soll. Ich habe mir jedenfalls Ihre schriftliche
Erklärung über die monatlichen Zahlungen zurückstellen lassen und be-
halte dieselben vorläufig hier.
Und nun zu Ihrem letzten Schreiben, in welchem
Sie mir die
Manuskripte2 avisieren. Dieselben sind nun gestern richtig eingelangt
und ich freue mich sehr, nun wieder zwei neue Opuse3 von Ihnen in Händen
zu haben. Ich konnte leider infolge ganz ausserordentlicher Überbürdung
mich noch nicht damit beschäftigen, die neuen Vorreden zu lesen, werde es
aber in den allernächsten Tagen machen können und freue mich schon sehr
darauf. Was die Frage der Herausgabe betrifft, so sind wir wohl zunächst
so verblieben, dass die Manuskripte noch liegen bleiben sollen. Wenn Sie
aber der Ansicht sind, dass man mit der Drucklegung schon bald beginnen
kann, so bin ich selbstverständlich mit Freude einverstanden. Ich er-
bitte mir darüber Ihre freundl. Dispositionen.
Manuskripte2 avisieren. Dieselben sind nun gestern richtig eingelangt
und ich freue mich sehr, nun wieder zwei neue Opuse3 von Ihnen in Händen
zu haben. Ich konnte leider infolge ganz ausserordentlicher Überbürdung
mich noch nicht damit beschäftigen, die neuen Vorreden zu lesen, werde es
aber in den allernächsten Tagen machen können und freue mich schon sehr
darauf. Was die Frage der Herausgabe betrifft, so sind wir wohl zunächst
so verblieben, dass die Manuskripte noch liegen bleiben sollen. Wenn Sie
aber der Ansicht sind, dass man mit der Drucklegung schon bald beginnen
kann, so bin ich selbstverständlich mit Freude einverstanden. Ich er-
bitte mir darüber Ihre freundl. Dispositionen.
Sehr froh bin ich von Ihnen zu hören, dass Sie sich in Berlin
wohl fühlen, dass Sie viel mit Schreker verkehren und auch schon einen
kleinen Kreis von netten Menschen gefunden haben. Ich hoffe, Ende Februar
oder Anfang März in Berlin zu sein und freue mich schon herzlich, Sie
und Ihre liebe Frau wiederzusehen. –
wohl fühlen, dass Sie viel mit Schreker verkehren und auch schon einen
kleinen Kreis von netten Menschen gefunden haben. Ich hoffe, Ende Februar
oder Anfang März in Berlin zu sein und freue mich schon herzlich, Sie
und Ihre liebe Frau wiederzusehen. –
Mit herzlichen Grüssen an Sie beide
verbleibe ich Ihr, in warmer Verehrung ergebener
verbleibe ich Ihr, in warmer Verehrung ergebener
Angelegenheit
Von Felix Greissle und der Konzertdirektion Kugel veranstaltetes, defizitäres
Konzert. Schönberg nahm sich
auf Bitten seiner Tochter Gertrude der Schuldenfrage an (Gertrude Greissle an
Arnold Schönberg, 19. Jänner 1926; ASCC 10910; Erklärung, 19.
Jänner 1926; Erklärung, 22.
Jänner 1926).
Manuskripte
Reinschrift. Stichvorlage
für den Originaldruck (ASGA B 18/2, Quelle C); Reinschrift und Stichvorlage
(ASGA B 18/2, Quelle H).
Opuse
UNIVERSAL-EDITION, A.-G.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Karlstrasse 10
WIEN
I·Karlsplatz 6·
Musikvereinsgebäude
Telegr. Adr.: Musikedition, Wien, A. B. C. Code 5th. Ed. Mosse Code.
Telefon No 51351, 51352. Bank-Konto: Zentral-Europä-
ische Länderbank Wien. Postsparkassen-Kto. 57557.
Wien, 3. Februar 1926.
D/M.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Karlstrasse 10
WIEN
I·Karlsplatz 6·
Musikvereinsgebäude
Telegr. Adr.: Musikedition, Wien, A. B. C. Code 5th. Ed. Mosse Code.
Telefon No 51351, 51352. Bank-Konto: Zentral-Europä-
ische Länderbank Wien. Postsparkassen-Kto. 57557.
Wien, 3. Februar 1926.
Sehr verehrter Meister Schönberg!
Ich bestätige dankend den Empfang des in Ihrem Auftrag an mich gerichteten
Schreibens Ihrer lieben Frau, sowie Ihren Brief
vom 28. Jänner.
Zuerst nun zum Brief in Angelegenheit1 Ihres Schwiegersohnes! Ich habe mich mit dieser Sache sehr gründlich befasst
und sowohl mit Herrn Dr. v. Webern
als auch mit Herrn Greissle einige ausführliche Besprechungen
gehabt. Ich habe auch mit Herrn Kugel
die Sache besprochen und es stellt sich allerdings die Angelegenheit doch ein bischen anders dar, als ich anfänglich angenommen
habe. Herr Kugel konnte mir beweisen,
dass nicht Herr Greissle von ihm,
sondern er von Herrn Greissle
hineingelegt wurde. Es ist nun den vereinten Bemühungen gelungen, das
Defizit, das Herr Kugel zu fordern
hat, auf S 773.16 herabzudrücken. Ich werde jedenfalls noch trachten,
Herrn Kugel etwas abzuziehen und ihm
dann den Betrag auf Ihre Rechnung ausbezahlen. In der Angelegenheit mit Herrn Dr. Webern habe ich aus pädagogischen Gründen im
Einverständnis mit Dr. W. die ratenweise
Tilgung durchgeführt. Die erste Rate von 500
S habe ich an Herrn Dr. W.
sofort ausbezahlt, der damit die dringendsten Schulden geordnet hat,
ein weiterer Betrag von 500 S wird noch im Februar bezahlt. Was den Rest betrifft, so handelt es sich um Pfandscheine, die
ausgelöst werden sollten, deren Auslösung ich aber vorläufig noch nicht
verfügt habe. Ich bin dabei von dem Gedanken ausgegangen, dass es eine zu
naheliegende Möglichkeit wäre, die ausgelösten Wertgegenstände sofort
wieder zu verpfänden und ich musste daher zuerst bei Ihnen anfragen, wie ich
mich in dieser Sache verhalten soll. Ich habe mir jedenfalls Ihre
schriftliche Erklärung über die monatlichen Zahlungen zurückstellen lassen
und behalte dieselben vorläufig hier.
Und nun zu Ihrem letzten Schreiben, in welchem
Sie mir die
Manuskripte2 avisieren. Dieselben sind nun
gestern richtig eingelangt und ich freue
mich sehr, nun wieder zwei neue Opuse3 von Ihnen in Händen zu haben. Ich konnte leider infolge
ganz ausserordentlicher Überbürdung mich noch nicht damit beschäftigen, die
neuen Vorreden zu lesen, werde es aber
in den allernächsten Tagen machen können und freue mich schon sehr darauf.
Was die Frage der Herausgabe betrifft, so sind wir wohl zunächst so
verblieben, dass die Manuskripte noch liegen bleiben sollen. Wenn Sie aber
der Ansicht sind, dass man mit der Drucklegung schon bald beginnen kann, so
bin ich selbstverständlich mit Freude einverstanden. Ich erbitte mir darüber Ihre freundl. Dispositionen.
Sehr froh bin ich von Ihnen zu hören, dass Sie sich in Berlin
wohl fühlen, dass Sie viel mit Schreker
verkehren und auch schon einen kleinen Kreis von netten Menschen gefunden
haben. Ich hoffe, Ende Februar
oder Anfang März in Berlin zu sein und freue mich schon herzlich, Sie und Ihre
liebe Frau wiederzusehen. –
Mit herzlichen Grüssen an Sie beide verbleibe ich
Ihr, in warmer Verehrung ergebener
Emil Hertzka
Angelegenheit
Von Felix Greissle und der Konzertdirektion Kugel veranstaltetes, defizitäres
Konzert. Schönberg nahm sich
auf Bitten seiner Tochter Gertrude der Schuldenfrage an (Gertrude Greissle an
Arnold Schönberg, 19. Jänner 1926; ASCC 10910; Erklärung, 19.
Jänner 1926; Erklärung, 22.
Jänner 1926).
Manuskripte
Reinschrift. Stichvorlage
für den Originaldruck (ASGA B 18/2, Quelle C); Reinschrift und Stichvorlage
(ASGA B 18/2, Quelle H).
Opuse
3. Februar 1926
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief
Zitierhinweis:
Universal-Edition an Arnold Schönberg, 3. Februar 1926, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.17652.