D/Ma.
Herrn
Berlin – Charlottenburg 2.
Steinplatz 2, Pension Bavaria
Sehr verehrter Meister Schönberg!
Aus Budapest, wo ich einige Tage zugebracht habe, zurück-
gekehrt, finde ich Ihre geschätzte Zuschrift vom 3. Feber vor. Ich
glaube, dass die meisten der darin enthaltenen Punkte erledigt
sind. Ich will aber dieselben noch rekapitulieren.
1) Tischer Jagenberg Zahlung per M 42.15 ist erfolgt und
Ueberweisung des Betrages an das Pelzhaus Horowitz veranlasst.
2) Nachdem Sie Wert darauf legen, dass die Chöre1 recht bald
herauskommen, werden wir veranlassen, dass dieselben sofort zum
Stich gehen. Dadurch ist auch meine Bemerkung im letzten Schrei-
ben
überholt.
3 und 4) Wir lassen Ihnen 5 Exemplare der Texte zugehen und
machen für diese schon lebhafte Propaganda. Wir haben auch schon
an einen Buchverlag geschrieben, um einen gemeinschaftlichen Ver-
trieb zu ermöglichen.
5) Jahrbuch2 ist wohl schon in Ihren Händen, es würde mich
sehr interessieren, Ihr offenes Urteil über dasselbe zu hören.
6) Ueber Angelegenheit Greissle habe ich Ihnen ausführlich
Bericht erstattet. In der Zwischenzeit ist es mir gelungen, Kugel
noch etwa 10 % abzuzwacken und habe ihm den Rest von 700 Schilling

ausbezahlt.
Ich freue mich herzlich zu hören, dass Sie die Suite bald
fertig haben werden und warte gespannt darauf, ob Sie die sich
selbst gestellten 4 bis 5 Wochen einhalten können. Auch dass Sie
an einer grösseren Kantate zu arbeiten begonnen haben, hat mich
ausserordentlich interessiert.
7) Die Auszahlung an Görgi ist erfolgt.
8) Anbruch Jänner-Nummer3 geht Ihnen gleichzeitig zu.
Wir haben zur Kenntnis genommen, dass Sie den Jahrbuch-
artikel
für die Flugblätter4 ungeeignet finden und etwas anderes
für den Anbruch schreiben wollen. Ich freue mich sehr über diese
Zusage und hoffe, dass Sie sie bald ausführen.
Vor wenigen Tagen hatten wir eine kleine, interne und in-
time Feier, die dem Gedenken des 25jährigen Bestandes der Univer-
sal Edition
galt. Bei dieser Gelegenheit wurde ich von meinen lie-
ben treuen Mitarbeitern mit einer Mappe überrascht, die eine An-
zahl überaus wertvoller und interessanter Widmungen für mich ent-
halten hat. Ich habe mich über diese Festgabe ausserordentlich ge-
freut und muss insbesondere Ihnen, lieber verehrter Meister Schön-
berg
, meinen wärmsten Dank für Ihren ebenso wertvollen als mich
ehrenden Beitrag5 aussprechen. Sie haben mir wirklich durch diese
Widmung eine ganz besondere Ehrung erwiesen, auf die ich stolz
bin.
Ich hoffe auf den ungetrübten Weiterbestand der mir

so werten Beziehungen, die uns nun 18 Jahre aneinander knüpfen
und ich brauche Ihnen wohl nicht zu sagen, dass von meiner Sei-
te stets alles geschieht, um Ihnen Beweise meiner Ergebenheit zu
bieten.
Mit herzlichen Grüssen Ihr in warmer Verehrung ergebener
P. S. Der Brief an die Internationale
ist sofort nach Erhalt an den Adres-
saten abgegangen.
D/Ma.
Herrn
Berlin – Charlottenburg 2.
Steinplatz 2, Pension Bavaria
Sehr verehrter Meister Schönberg!
Aus Budapest, wo ich einige Tage zugebracht habe, zurückgekehrt, finde ich Ihre geschätzte Zuschrift vom 3. Feber vor. Ich glaube, dass die meisten der darin enthaltenen Punkte erledigt sind. Ich will aber dieselben noch rekapitulieren.
1) Tischer Jagenberg Zahlung per M 42.15 ist erfolgt und Ueberweisung des Betrages an das Pelzhaus Horowitz veranlasst.
2) Nachdem Sie Wert darauf legen, dass die Chöre1 recht bald herauskommen, werden wir veranlassen, dass dieselben sofort zum Stich gehen. Dadurch ist auch meine Bemerkung im letzten Schreiben überholt.
3 und 4) Wir lassen Ihnen 5 Exemplare der Texte zugehen und machen für diese schon lebhafte Propaganda. Wir haben auch schon an einen Buchverlag geschrieben, um einen gemeinschaftlichen Vertrieb zu ermöglichen.
5) Jahrbuch2 ist wohl schon in Ihren Händen, es würde mich sehr interessieren, Ihr offenes Urteil über dasselbe zu hören.
6) Ueber Angelegenheit Greissle habe ich Ihnen ausführlich Bericht erstattet. In der Zwischenzeit ist es mir gelungen, Kugel noch etwa 10 % abzuzwacken und habe ihm den Rest von 700 Schilling ausbezahlt.
Ich freue mich herzlich zu hören, dass Sie die Suite bald fertig haben werden und warte gespannt darauf, ob Sie die sich selbst gestellten 4 bis 5 Wochen einhalten können. Auch dass Sie an einer grösseren Kantate zu arbeiten begonnen haben, hat mich ausserordentlich interessiert.
7) Die Auszahlung an Görgi ist erfolgt.
8) Anbruch Jänner-Nummer3 geht Ihnen gleichzeitig zu.
Wir haben zur Kenntnis genommen, dass Sie den Jahrbuchartikel für die Flugblätter4 ungeeignet finden und etwas anderes für den Anbruch schreiben wollen. Ich freue mich sehr über diese Zusage und hoffe, dass Sie sie bald ausführen.
Vor wenigen Tagen hatten wir eine kleine, interne und intime Feier, die dem Gedenken des 25jährigen Bestandes der Universal Edition galt. Bei dieser Gelegenheit wurde ich von meinen lieben treuen Mitarbeitern mit einer Mappe überrascht, die eine Anzahl überaus wertvoller und interessanter Widmungen für mich enthalten hat. Ich habe mich über diese Festgabe ausserordentlich gefreut und muss insbesondere Ihnen, lieber verehrter Meister Schönberg, meinen wärmsten Dank für Ihren ebenso wertvollen als mich ehrenden Beitrag5 aussprechen. Sie haben mir wirklich durch diese Widmung eine ganz besondere Ehrung erwiesen, auf die ich stolz bin.
Ich hoffe auf den ungetrübten Weiterbestand der mir so werten Beziehungen, die uns nun 18 Jahre aneinander knüpfen und ich brauche Ihnen wohl nicht zu sagen, dass von meiner Seite stets alles geschieht, um Ihnen Beweise meiner Ergebenheit zu bieten.
Mit herzlichen Grüssen Ihr in warmer Verehrung ergebener Emil Hertzka
P. S. Der Brief an die Internationale ist sofort nach Erhalt an den Adressaten abgegangen.

10. Februar 1926


The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection



Brief

Zitierhinweis:

Universal-Edition an Arnold Schönberg, 10. Februar 1926, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.17649.

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