Pörtschach a/See
ab Sonntag wieder in Wien, per
Adr. Kolisch
An die UE.
Die in Ihrem Brief vom 5. d. M. erwähnte 660 Sch.-Sache
ist in Ordnung. Ich habe mir, diesmal auf Ihre Kosten, ei-
nen Brief abgespart. Sonst ist mir manchmal mein Risiko
zu gross dazu und da muss ich doch den einen oder den
andern Ihrer Irrtümer richtigstellen. Wollte ich mich
mit allen befassen, müsste ich mir einen Sekretär eigens
für diesen Zweck halten. Die 660 Sch. werde ich bar zurück
senden. Ich will der Tradition ihr Recht lassen, will, wie
bisher, aus Ihren Irrtümern keinen Vorteil ziehen.
wegen der Wiesbadener Erwartung-
aufführung1:
Dem Verband Deutscher Bühnenschriftsteller und Komponiste[n]
würde ich notfalls, wenn ich d[a]zu gezwungen bin, beitreten.
Soviel mir jedoch bekannt ist, dürfte dieser Verband kein
Recht haben, sich gegen die Aufführung meiner Bühnenwerke
zu wehren. Denn da er (wenn ich nicht irre) nur Autoren auf-
nimmt, die abendfüllende Werke geschrieben haben, befasst
er sich nur mit solchen Autoren, ist nur zu dere[e]n Vertre-
tung befugt und es fallen andere somit ausserhalb seiner
Interessensphäre, ausserhalb somit seiner Kompetenz.
Diesen Standpunkt bitte ich zunächst in meinem Namen, ehe
ich, trotz ehrenvoller Nichteinladung mich dort eindränge,
diesem geschätzten Verbande gegenüber zu vertreten.
Notfalls, wie gesagt, bitte ich in meinem Namen meine Beitritt
sanmeldung schmerzlos zu vollziehen.
Vorgester[n] sandte ich Ihnen die Korrekturen, deren Empfang
Sie mir noch nicht bestättigt haben.

Auch eine Photographie2 lag bei.
Richtig: Frau Coolidge bittet mich um die Erlaubnis zum Herausschreiben der ,die
Stimmen des 3. Quartetts für die Ihr zugestandenen amerika-
nischen
Aufführungen. Bitte erteilen Sie ihr sie ausdrück-
lich und genau abgegrenzt (wegen mei-
ner früheren Zusage3 an das Kolischquartett!)
Ende dieser Woche, Samstag, wahrscheinlich, gehe ich
wieder nach Wien: es wird mir ein Vergnügen sein.
Mit den besten Grüssen, hochachtungsvoll
Pörtschach a/See
ab Sonntag wieder in Wien, per
Adr. Kolisch
An die UE.
Die in Ihrem Brief vom 5. d. M. erwähnte 660 Sch.-Sache ist in Ordnung. Ich habe mir, diesmal auf Ihre Kosten, einen Brief abgespart. Sonst ist mir manchmal mein Risiko zu gross dazu und da muss ich doch den einen oder den andern Ihrer Irrtümer richtigstellen. Wollte ich mich mit allen befassen, müsste ich mir einen Sekretär eigens für diesen Zweck halten. Die 660 Sch. werde ich bar zurück senden. Ich will der Tradition ihr Recht lassen, will, wie bisher, aus Ihren Irrtümern keinen Vorteil ziehen.
wegen der Wiesbadener Erwartung- aufführung1:
Dem Verband Deutscher Bühnenschriftsteller und Komponisten würde ich notfalls, wenn ich dazu gezwungen bin, beitreten. Soviel mir jedoch bekannt ist, dürfte dieser Verband kein Recht haben, sich gegen die Aufführung meiner Bühnenwerke zu wehren. Denn da er (wenn ich nicht irre) nur Autoren aufnimmt, die abendfüllende Werke geschrieben haben, befasst er sich nur mit solchen Autoren, ist nur zu deren Vertretung befugt und es fallen andere somit ausserhalb seiner Interessensphäre, ausserhalb somit seiner Kompetenz.
Diesen Standpunkt bitte ich zunächst in meinem Namen, ehe ich, trotz ehrenvoller Nichteinladung mich dort eindränge, diesem geschätzten Verbande gegenüber zu vertreten.
Notfalls, wie gesagt, bitte ich in meinem Namen meine Beitrittsanmeldung schmerzlos zu vollziehen.
Vorgestern sandte ich Ihnen die Korrekturen, deren Empfang Sie mir noch nicht bestättigt haben.
Auch eine Photographie2 lag bei.
Richtig: Frau Coolidge bittet mich um die Erlaubnis zum Herausschreiben der , Stimmen des 3. Quartetts für die Ihr zugestandenen amerikanischen Aufführungen. Bitte erteilen Sie ihr sie ausdrücklich und genau abgegrenzt (wegen meiner früheren Zusage3 an das Kolischquartett!)
Ende dieser Woche, Samstag, wahrscheinlich, gehe ich wieder nach Wien: es wird mir ein Vergnügen sein.
Mit den besten Grüssen, hochachtungsvoll
Arnold Schönberg


9. September 1927

Datierung laut Eingangsstempel

Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Universal Edition Collection



Brief

Zitierhinweis:

Arnold Schönberg an Universal-Edition, 9. September 1927, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.1273.

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