Dr. K./Fi.
Wien, am 26. August 1927.
Herrn
Pörtschach a/See
Sehr verehrter Meister Schönberg!
Die Intendantur des Staatstheaters in
Wiesbaden schreibt uns folgendes:
Unter Bezugnahme auf den mit Ihnen geschlossenen Auf-
führungsvertrag zu dem Werk „Erwartung“ von Arnold
SCHÖNBERG
teilt die Intendantur ergebenst mit, dass
nach einer Mitteilung des Deutschen Bühnenvereins
der Komponist nicht Mitglied des Verbandes Deutscher
Bühnenschriftsteller und Bühnenkomponisten
sein soll.
Wir nehmen an, dass hier wohl ein Missverständnis vor-
liegt und bitten um gefl. Aufklärung. Wie Ihnen bekannt
ist, kann das Staatstheater nur solche Werke zur Auf-
führung erwerben, deren Autoren dem genannten Verbande
angehören1. Ihrer gefl. Nachricht sehen wir entgegen.
Wir hatten angenommen, dass Sie Mit-
glied des deutschen oder des Wiener Verbandes sind und bit-
ten um freundl. Verständigung, ob dies der Fall ist. Soll-
ten Sie nicht Mitglied sein, so ist es notwendig, dass Sie
einem der Verbände sofort beitreten2, weil sonst Aufführungs-
verträge nicht geschlossen werden können. Falls sie es[s] wün-
schen könnten wir Ihnen der Einfachheit halber sofort die not-
wendigen Formulare des Wiener Verbandes, der Genossenschaft
der dramatischen Schriftsteller und Komponisten
verschaffen. Beide
Verbände sind eng liiert und wahren die Rechte der Bühnenauto-
ren in der gleichen Weise. Wir wären Ihnen für freundliche eheste
Antwort sehr verbunden und zeichnen
in vorzüglicher Hochschätzung
ergebenst
DK
Dr. K./Fi.
Wien, am 26. August 1927.
Herrn
Pörtschach a/See
Sehr verehrter Meister Schönberg!
Die Intendantur des Staatstheaters in Wiesbaden schreibt uns folgendes:
Unter Bezugnahme auf den mit Ihnen geschlossenen Aufführungsvertrag zu dem Werk „Erwartung“ von Arnold SCHÖNBERG teilt die Intendantur ergebenst mit, dass nach einer Mitteilung des Deutschen Bühnenvereins der Komponist nicht Mitglied des Verbandes Deutscher Bühnenschriftsteller und Bühnenkomponisten sein soll. Wir nehmen an, dass hier wohl ein Missverständnis vorliegt und bitten um gefl. Aufklärung. Wie Ihnen bekannt ist, kann das Staatstheater nur solche Werke zur Aufführung erwerben, deren Autoren dem genannten Verbande angehören1. Ihrer gefl. Nachricht sehen wir entgegen.
Wir hatten angenommen, dass Sie Mitglied des deutschen oder des Wiener Verbandes sind und bitten um freundl. Verständigung, ob dies der Fall ist. Sollten Sie nicht Mitglied sein, so ist es notwendig, dass Sie einem der Verbände sofort beitreten2, weil sonst Aufführungsverträge nicht geschlossen werden können. Falls sie es wünschen könnten wir Ihnen der Einfachheit halber sofort die notwendigen Formulare des Wiener Verbandes, der Genossenschaft der dramatischen Schriftsteller und Komponisten verschaffen. Beide Verbände sind eng liiert und wahren die Rechte der Bühnenautoren in der gleichen Weise. Wir wären Ihnen für freundliche eheste Antwort sehr verbunden und zeichnen
in vorzüglicher Hochschätzung ergebenst DK

26. August 1927


Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Universal Edition Collection



Brief, Kopie

Zitierhinweis:

Universal-Edition an Arnold Schönberg, 26. August 1927, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.19965.

Download:
Dieses Dokument als TEI-XML herunterladen