15.VII.1929
Herrn Direktor Emil Herzka
Lieber Herr Direktor, ich nehme an, dass
die Zahlen nicht das Ernstge[n]meinte Ihres Vorschlages
sind, sondern nur der Weg zur Einigung charakterisiert
werden sollte. Da ich Ihnen 30000 genannt habe1 erwarten
Sie wohl keine Einigung auf 3000.
Setzen wir also in Ihren Vorschlag
ad I. M. 18.000 und ad II. M. 12.000, so würden Sie mich
zum sofortigen Abschluss bereit finden, wenn Sie mir
I. sämmtliche Bühnentantiemen abzugfrei und sofort (was ja selbstver-
ständlich ist), II. den Betrag von 18.000 in drei Viertel-
Jahresraten zu 6000 M. auszahlen und III. gleichzeitig einen vollständigen
Vertrag schicken mit den „verlagstechnischen“ Bedingungen, welcher
aber keinerlei Abweichung von dem bisher zwischen uns übli-
chen enthalten darf.
Ich kann Ihnen aber noch einen zweiten Vor-
schlag machen:
1. 18.000. M. ad I, wie oben.
2. Sämtliche Bühnentantiemen bar ausgezahlt,
wie oben.
3. Alle anderen Erträgnisse (ausgenommen die
mechanischen, Film, Platten, Radio und derlei) durch fünf
Jahre ungeteilt zu Ihren Gunsten.

Mit Punkt 3 können Sie sehr zufrieden sein, da die Summe
von 59000 Sch d. i.
selbst wenn Sie die Jahreseinkünfte
von S 5200 * nicht steigern könnten, in
ca M. 36.000
5 Jahren davon allein bereits mit
getilgt werden;
und die bisher noch nicht ausgenützten Werke
mit Leichtigkeit den Rest einbringen
würden, da ja
50 erste Aufführungen der Variationen
zu nur 200 Mark Materialgebühr
und
50 der Orchesterbearbeitung Bach
M. 16000
je mindestens 10.000 di[e] M. 20.000.
M 36.000
einbringen, selbst wenn die UE des
weiteren keine Aufführungen der übrigen gänzlich un-
ausgenützten Werke anstrebt!
Ich hoffe, Ihre Entscheidung kommt
rechtzeitig. Vielleicht wird es doch nötig sein, zu tele-
grafieren. Schade, dass Sie zum Abschluss einer Einigung
mit mir nicht soviel Zeit übrig haben, wie für Kaminsky!
Mit besten Grüssen und herzlich einen
Frieden wünschend bin ich Ihr ergebener
15.VII.1929
Lieber Herr Direktor, ich nehme an, dass die Zahlen nicht das Ernstgemeinte Ihres Vorschlages sind, sondern nur der Weg zur Einigung charakterisiert werden sollte. Da ich Ihnen 30000 genannt habe1 erwarten Sie wohl keine Einigung auf 3000.
Setzen wir also in Ihren Vorschlag ad I. M. 18.000 und ad II. M. 12.000, so würden Sie mich zum sofortigen Abschluss bereit finden, wenn Sie mir I. sämmtliche Bühnentantiemen abzugfrei und sofort (was ja selbstverständlich ist), II. den Betrag von 18.000 in drei Viertel-Jahresraten zu 6000 M. auszahlen und III. gleichzeitig einen vollständigen Vertrag schicken mit den „verlagstechnischen“ Bedingungen, welcher aber keinerlei Abweichung von dem bisher zwischen uns üblichen enthalten darf.
Ich kann Ihnen aber noch einen zweiten Vorschlag machen:
1. 18.000. M. ad I, wie oben.
2. Sämtliche Bühnentantiemen bar ausgezahlt, wie oben.
3. Alle anderen Erträgnisse (ausgenommen die mechanischen, Film, Platten, Radio und derlei) durch fünf Jahre ungeteilt zu Ihren Gunsten.
Mit Punkt 3 können Sie sehr zufrieden sein, da die Summe
von 59000 Sch d. i.
selbst wenn Sie die Jahreseinkünfte
von S 5200 nicht steigern könnten, in
ca M. 36.000
5 Jahren davon allein bereits mit
getilgt werden;
und die bisher noch nicht ausgenützten Werke
mit Leichtigkeit den Rest einbringen
würden, da ja
50 erste Aufführungen der Variationen
zu nur 200 Mark Materialgebühr
und
50 der Orchesterbearbeitung Bach
M. 16000
je mindestens 10.000 die M. 20.000.
M 36.000
einbringen, selbst wenn die UE des weiteren keine Aufführungen der übrigen gänzlich unausgenützten Werke anstrebt!
Ich hoffe, Ihre Entscheidung kommt rechtzeitig. Vielleicht wird es doch nötig sein, zu telegrafieren. Schade, dass Sie zum Abschluss einer Einigung mit mir nicht soviel Zeit übrig haben, wie für Kaminsky!
Mit besten Grüssen und herzlich einen Frieden wünschend bin ich Ihr ergebener
Arnold Schönberg

15. Juli 1929

16. Juli 1929

Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Universal Edition Collection


Brief

Zitierhinweis:

Arnold Schönberg an Universal-Edition, 15. Juli 1929, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.1571.

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