Erwin Stein an Arnold Schönberg
19. Juli 1932
Wien, 19.VII.1932
Lieber Herr Schönberg!
Ich danke Ihnen herzlichst für
Ihre Karten1 vom 17. d. M. Ich hab sie Frl Rothe und Dr Kalmus vor-
gelesen. Offiziell müssen wir jetzt auf Ihre Antwort wegen
der mündlichen Fortsetzung der Verhandlungen warten. Wir
haben an der Hand Ihrer Karten die finanzielle Seite durch-
besprochen. Ich habe Dr K. gefragt, was das äußerste Zuge-
ständnis in finanzieller Hinsicht ist, das er beim Verwaltungs-
rat durchsetzen zu können glaubt. Ich bin leider nicht er-
mächtigt, Ziffern zu nennen. Sie differieren aber rein ziffernmäßig nicht mehr
nennenswert von dem, was Sie sich vorstellen. Allerdings
meint Kalmus, daß Voraussetzung hiezu der vollständige
Friedensschluß, d. h. auch eine Einigung in den vertraglichen
Punkten wäre. – Ich würde Ihnen gerne jetzt doch ein paar
Ziffern nennen, aber ich weiß weder ob sie durchzusetzen sind,
noch ob Sie Ihnen akzeptabel scheinen. Sie differieren von dem,
was Kalmus sagte, weniger in der Höhe als in den Modalitäten.
Der U.E ist es nämlich sehr wichtig, durch Gutschriften auf
altes Konto Ihr Konto abzudecken und sträubt sich deshalb, es
ganz freizugeben. Also: 1.) Bare Auszahlung von $ 800. Damit
würde der Verlag sagen, daß er Ihnen seine ganzen Eingänge aus
den 4 amerikanischen Aufführungen2 der Gurrelieder überläßt.
2.) Streichung von S. 10.000 vom Konto alte Werke. (Das Konto
Ihre Karten1 vom 17. d. M. Ich hab sie Frl Rothe und Dr Kalmus vor-
gelesen. Offiziell müssen wir jetzt auf Ihre Antwort wegen
der mündlichen Fortsetzung der Verhandlungen warten. Wir
haben an der Hand Ihrer Karten die finanzielle Seite durch-
besprochen. Ich habe Dr K. gefragt, was das äußerste Zuge-
ständnis in finanzieller Hinsicht ist, das er beim Verwaltungs-
rat durchsetzen zu können glaubt. Ich bin leider nicht er-
mächtigt, Ziffern zu nennen. Sie differieren aber rein ziffernmäßig nicht mehr
nennenswert von dem, was Sie sich vorstellen. Allerdings
meint Kalmus, daß Voraussetzung hiezu der vollständige
Friedensschluß, d. h. auch eine Einigung in den vertraglichen
Punkten wäre. – Ich würde Ihnen gerne jetzt doch ein paar
Ziffern nennen, aber ich weiß weder ob sie durchzusetzen sind,
noch ob Sie Ihnen akzeptabel scheinen. Sie differieren von dem,
was Kalmus sagte, weniger in der Höhe als in den Modalitäten.
Der U.E ist es nämlich sehr wichtig, durch Gutschriften auf
altes Konto Ihr Konto abzudecken und sträubt sich deshalb, es
ganz freizugeben. Also: 1.) Bare Auszahlung von $ 800. Damit
würde der Verlag sagen, daß er Ihnen seine ganzen Eingänge aus
den 4 amerikanischen Aufführungen2 der Gurrelieder überläßt.
2.) Streichung von S. 10.000 vom Konto alte Werke. (Das Konto
war am 1.I.32 mit
ca S 18.000 belastet3
).
3.) Ausbezahlung
der halben Eingänge auf Konto alte und neue Werke
vom 1.I.32 an. Bitte antworten Sie mir auf diesen Vorschlag
privat. Es ist nicht der Vorschlag der U.E.
der halben Eingänge auf Konto alte und neue Werke
vom 1.I.32 an. Bitte antworten Sie mir auf diesen Vorschlag
privat. Es ist nicht der Vorschlag der U.E.
Aber außerdem erwarte ich Ihren
Vorschlag Antwort wegen der
mündlichen Verhandlungen. Oder schreiben Sie diese Antwort
an den Verlag. Oder an mich per Adr. U.E. Wie es Ihnen
besser paßt. Auf alle Fälle bitte ich Sie aber, Ihre beiden
Antworten getrennt zu halten und die wegen der finanziellen
Vorschläge an meine Privatadresse zu schicken.
mündlichen Verhandlungen. Oder schreiben Sie diese Antwort
an den Verlag. Oder an mich per Adr. U.E. Wie es Ihnen
besser paßt. Auf alle Fälle bitte ich Sie aber, Ihre beiden
Antworten getrennt zu halten und die wegen der finanziellen
Vorschläge an meine Privatadresse zu schicken.
Mit den herzlichsten Grüßen
Ihr
Karten
4 amerikanischen
Aufführungen
belastet
Wien, 19.VII.1932
Lieber Herr Schönberg!
Ich danke Ihnen herzlichst für Ihre Karten1
vom 17. d. M. Ich hab sie Frl Rothe und Dr Kalmus vorgelesen. Offiziell müssen wir jetzt auf Ihre Antwort wegen
der mündlichen Fortsetzung der Verhandlungen warten. Wir haben an der
Hand Ihrer Karten die finanzielle Seite durchbesprochen. Ich habe Dr K.
gefragt, was das äußerste Zugeständnis in finanzieller Hinsicht ist, das er beim Verwaltungsrat durchsetzen zu können glaubt. Ich bin leider nicht ermächtigt, Ziffern zu nennen. Sie differieren aber rein ziffernmäßig nicht mehr nennenswert von
dem, was Sie sich vorstellen. Allerdings meint Kalmus, daß Voraussetzung hiezu der vollständige
Friedensschluß, d. h. auch eine Einigung in den vertraglichen Punkten
wäre. – Ich würde Ihnen gerne jetzt doch ein paar Ziffern nennen, aber ich
weiß weder ob sie durchzusetzen sind, noch ob Sie Ihnen akzeptabel
scheinen. Sie differieren von dem, was Kalmus sagte, weniger in der Höhe als in den Modalitäten.
Der U.E ist es nämlich sehr wichtig, durch
Gutschriften auf altes Konto Ihr Konto abzudecken und sträubt sich deshalb,
es ganz freizugeben. Also: 1.) Bare Auszahlung von $ 800. Damit würde
der Verlag sagen, daß er Ihnen seine ganzen Eingänge aus den 4 amerikanischen
Aufführungen2 der Gurrelieder überläßt. 2.)
Streichung von S. 10.000 vom Konto alte Werke. (Das
Konto war am 1.I.32 mit
ca S 18.000 belastet3
).
3.) Ausbezahlung der halben Eingänge auf Konto alte
und neue Werke
vom 1.I.32
an. Bitte antworten Sie mir auf
diesen Vorschlag privat. Es ist nicht der Vorschlag der U.E.
Aber außerdem erwarte ich Ihre
Antwort wegen der mündlichen
Verhandlungen. Oder schreiben Sie diese Antwort an den Verlag. Oder an mich per Adr. U.E.
Wie es Ihnen besser paßt. Auf alle Fälle bitte
ich Sie aber, Ihre beiden Antworten getrennt zu halten und die wegen der
finanziellen Vorschläge an meine Privatadresse zu schicken.
Mit den herzlichsten Grüßen
Ihr
Stein
Karten
4 amerikanischen
Aufführungen
belastet
19. Juli 1932
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief
Zitierhinweis:
Erwin Stein an Arnold Schönberg, 19. Juli 1932, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.16829.