Universal-Edition an Arnold Schönberg
13. Oktober 1932
UNIVERSAL-EDITION, A.-G.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Karlstrasse 10
WIEN
I·Karlsplatz 6·
Musikvereinsgebäude
Telegr. Adr.: Musikedition, Wien. A. B. C. Code 5th Ed. Mosse Code.
Telefon U-47-5-85 Serie. Bank-Konto: Zentral-Europä-
ische Länderbank Wien. Postsparkassen-Kto. 57557.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Karlstrasse 10
WIEN
I·Karlsplatz 6·
Musikvereinsgebäude
Telegr. Adr.: Musikedition, Wien. A. B. C. Code 5th Ed. Mosse Code.
Telefon U-47-5-85 Serie. Bank-Konto: Zentral-Europä-
ische Länderbank Wien. Postsparkassen-Kto. 57557.
Dir. W/Ks.
Wien, 13.
Oktober 1932.
Herrn
Professor Arnold
Schönberg,
Sehr verehrter Herr Professor!
Wir senden Ihnen heute die auf Grund unserer
Abmachung vom September d. J. richtiggestellte Abrechnung per
I. Halbjahr 1932, die nun auf Konto „alte Werke“ noch einen
Saldo zu Ihren Gunsten von M 337.93 aufweist. Falls wir bis
20. ds. von Ihnen keine andere Disposition erhalten, lassen wir
Ihnen den Betrag per Postscheckamt zugehen.
Abmachung vom September d. J. richtiggestellte Abrechnung per
I. Halbjahr 1932, die nun auf Konto „alte Werke“ noch einen
Saldo zu Ihren Gunsten von M 337.93 aufweist. Falls wir bis
20. ds. von Ihnen keine andere Disposition erhalten, lassen wir
Ihnen den Betrag per Postscheckamt zugehen.
Die Angelegenheit mit Balan1 zieht sich endlos.
Während eines eintägigen Aufenthaltes in Berlin vor ca. 10 Tagen
hat unser Herr Direktor Winter zweimal mit Balan zu sprechen
versucht ohne ihn zu erreichen. Wiewohl ihm vormittags mitgeteilt
wurde, dass Herr Balan bestimmt zwischen 3 und 4 Uhr in seinem
Büro sein würde, war er auch um diese Zeit nicht zu sprechen.
Es wurde Herrn Direktor Winter mitgeteilt, dass Herr Balan der
U.E. bereits schriftlich bezüglich Ihrer Abrechnung berichtet
habe. Es kam jedoch kein Brief nach Wien. Wir haben daraufhin
Herrn Schlee nochmals beauftragt zu Balan zu gehen2 und vermuten,
dass Herr Schlee Sie bereits über seine Intervention informierte.
Während eines eintägigen Aufenthaltes in Berlin vor ca. 10 Tagen
hat unser Herr Direktor Winter zweimal mit Balan zu sprechen
versucht ohne ihn zu erreichen. Wiewohl ihm vormittags mitgeteilt
wurde, dass Herr Balan bestimmt zwischen 3 und 4 Uhr in seinem
Büro sein würde, war er auch um diese Zeit nicht zu sprechen.
Es wurde Herrn Direktor Winter mitgeteilt, dass Herr Balan der
U.E. bereits schriftlich bezüglich Ihrer Abrechnung berichtet
habe. Es kam jedoch kein Brief nach Wien. Wir haben daraufhin
Herrn Schlee nochmals beauftragt zu Balan zu gehen2 und vermuten,
dass Herr Schlee Sie bereits über seine Intervention informierte.
Wiewohl wir der Meinung sind, dass Sie in einem
Prozess gegen Balan obsiegen würden, würden wir doch vorschlagen,
die Sache womöglich auf gütlichem Wege zu bereinigen. Wir schreiben
heute – Ihr Einverständnis voraussetzend – heute nochmals an Herrn
Schlee, er möge sich in dieser Angelegenheit mit Ihnen in Ver-
bindung setzen.
Prozess gegen Balan obsiegen würden, würden wir doch vorschlagen,
die Sache womöglich auf gütlichem Wege zu bereinigen. Wir schreiben
heute – Ihr Einverständnis voraussetzend – heute nochmals an Herrn
Schlee, er möge sich in dieser Angelegenheit mit Ihnen in Ver-
bindung setzen.
Wegen der neuen Verträge3 bitten wir Sie sich
noch kurze Zeit zu gedulden, wir werden Ihnen diese ehestens zu-
gehen lassen.
noch kurze Zeit zu gedulden, wir werden Ihnen diese ehestens zu-
gehen lassen.
Mit verbindlichen Grüssen
in vorzüglicher Hochachtung
Abrechnung
Angelegenheit mit Balan
Nach den massiven
Schwierigkeiten mit der Herausgabe seiner Oper Von heute auf morgen op. 32 im Selbstverlag hatte Schönberg Ende 1929 die Berliner
Edition Benno Balan einerseits mit der
Herstellung einer Neuauflage des Klavierauszugs (Zweiter Originaldruck,
Klavierauszug; ASGA B 7/2, Quelle F) und der Partitur (Zweiter Originaldruck
der Partitur; ASGA B 7/2, Quelle D) beauftragt, andererseits – unter
Vereinbarung einer Probezeit – mit dem Bühnenvertrieb des Werks. „[I]n
Anbetracht der Ergebnislosigkeit unserer geschäftlichen Beziehungen“
wollte Schönberg diese Beziehungen
bereits 1930 wieder lösen und forderte die von
Balan übernommenen
Materialvorräte zurück (Arnold Schönberg an Edition Benno Balan, 13.
Juli 1930; ASCC
1903). Im Vertragsentwurf, 5.
August 1932 verpflichtet sich die UE u. a., die Herausgabe dieser Vorräte
anzustreben.
Schlee nochmals beauftragt zu
Balan zu gehen
neuen Verträge
Neuausfertigung aller
Urheberrechtsabtretungsverträge gemäß Vertrag, 11. September 1932; vgl. auch Universal-Edition an Arnold Schönberg, 21.
September 1949.
UNIVERSAL-EDITION, A.-G.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Karlstrasse 10
WIEN
I·Karlsplatz 6·
Musikvereinsgebäude
Telegr. Adr.: Musikedition, Wien. A. B. C. Code 5th Ed. Mosse Code.
Telefon U-47-5-85 Serie. Bank-Konto: Zentral-Europä-
ische Länderbank Wien. Postsparkassen-Kto. 57557.
Jos·Aibl Verlag, G. m. b. H.
LEIPZIG
Karlstrasse 10
WIEN
I·Karlsplatz 6·
Musikvereinsgebäude
Telegr. Adr.: Musikedition, Wien. A. B. C. Code 5th Ed. Mosse Code.
Telefon U-47-5-85 Serie. Bank-Konto: Zentral-Europä-
ische Länderbank Wien. Postsparkassen-Kto. 57557.
Dir. W/Ks.
Wien, 13.
Oktober 1932.
Sehr verehrter Herr Professor!
Wir senden Ihnen heute die auf Grund unserer
Abmachung vom September d. J. richtiggestellte Abrechnung per I. Halbjahr 1932, die
nun auf Konto „alte Werke“ noch einen Saldo zu Ihren Gunsten von M 337.93
aufweist. Falls wir bis
20. ds. von Ihnen keine andere Disposition
erhalten, lassen wir Ihnen den Betrag per Postscheckamt zugehen.
Die Angelegenheit mit Balan1 zieht sich endlos. Während eines eintägigen Aufenthaltes in
Berlin vor ca. 10 Tagen hat
unser Herr Direktor Winter zweimal mit
Balan zu sprechen versucht ohne ihn
zu erreichen. Wiewohl ihm vormittags mitgeteilt wurde, dass Herr Balan bestimmt zwischen 3 und 4 Uhr in seinem
Büro sein würde, war er auch um diese Zeit nicht zu sprechen. Es wurde
Herrn Direktor Winter mitgeteilt, dass Herr
Balan der U.E. bereits schriftlich bezüglich Ihrer Abrechnung berichtet
habe. Es kam jedoch kein Brief nach Wien. Wir haben daraufhin Herrn Schlee nochmals beauftragt zu
Balan zu gehen2 und vermuten, dass Herr Schlee
Sie bereits über seine Intervention informierte.
Wiewohl wir der Meinung sind, dass Sie in einem Prozess gegen Balan obsiegen würden, würden wir doch
vorschlagen, die Sache womöglich auf gütlichem Wege zu bereinigen. Wir
schreiben heute – Ihr Einverständnis voraussetzend – heute nochmals an
Herrn
Schlee, er möge sich in dieser
Angelegenheit mit Ihnen in Verbindung setzen.
Wegen der neuen Verträge3 bitten wir Sie sich noch kurze Zeit zu gedulden, wir werden Ihnen
diese ehestens zugehen lassen.
Angelegenheit mit Balan
Nach den massiven
Schwierigkeiten mit der Herausgabe seiner Oper Von heute auf morgen op. 32 im Selbstverlag hatte Schönberg Ende 1929 die Berliner
Edition Benno Balan einerseits mit der
Herstellung einer Neuauflage des Klavierauszugs (Zweiter Originaldruck,
Klavierauszug; ASGA B 7/2, Quelle F) und der Partitur (Zweiter Originaldruck
der Partitur; ASGA B 7/2, Quelle D) beauftragt, andererseits – unter
Vereinbarung einer Probezeit – mit dem Bühnenvertrieb des Werks. „[I]n
Anbetracht der Ergebnislosigkeit unserer geschäftlichen Beziehungen“
wollte Schönberg diese Beziehungen
bereits 1930 wieder lösen und forderte die von
Balan übernommenen
Materialvorräte zurück (Arnold Schönberg an Edition Benno Balan, 13.
Juli 1930; ASCC
1903). Im Vertragsentwurf, 5.
August 1932 verpflichtet sich die UE u. a., die Herausgabe dieser Vorräte
anzustreben.
Schlee nochmals beauftragt zu
Balan zu gehen
neuen Verträge
Neuausfertigung aller
Urheberrechtsabtretungsverträge gemäß Vertrag, 11. September 1932; vgl. auch Universal-Edition an Arnold Schönberg, 21.
September 1949.
13. Oktober 1932
Beilage: Abrechnung, 30. September 1932
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief
Zitierhinweis:
Universal-Edition an Arnold Schönberg, 13. Oktober 1932, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.17372.