W
Wohlgeboren
Lieber Herr Schönberg!
Im Besitz Ihrer Zuschrift vom 25. ds. sowie der verschie-
denen Monn-Manuskriptteile1, liess ich Ihnen durch telegrafische
Postanweisung M 685.– zugehen, welchen Betrag Sie noch heute in
Händen haben werden. Auch die Bruckner-Partituren sind bereits
an Ihre w/. Adresse abgegangen, ebenso einige Reklame-Marken. Mit
Kammersänger Soot bin ich selbst schon in Korrespondenz und habe
alles veranlasst, damit, wenn es technisch irgend wie möglich wird,
er am 10. Oktober das Material der beiden Lieder2 erhalte. Für Nikisch
ist, so viel ich mich entsinne, ein komplettes auskorrigiertes Mate-
rial vorhanden; ich will aber durch Herrn Scherchen gerne ein Mate-
rial genau korrigieren lassen.
Was die „Konzertwoche“ betrifft, so wären mir Beiträge3 „auf Vor-
rat“ sehr erwünscht und ich bitte Sie, mir solche wie zugesagt, im
Laufe der nächsten Woche einzuschicken. Ob und wie weit sich in der
ersten Zeit überhaupt die Möglichkeit ergeben wird, meinen Plan durch-
zuführen, weiss ich allerdings im Augenblick noch nicht.
Mit herzlichen Grüßen Ihr ganz ergebener
Bitte wenden!

N. S. Eine kleine Stelle in der Monn-Klavierbearbeitung
erschien Herrn v. Wöss unbequem spielbar und über meinen ausdrückli-
chen Wunsch, Ihr Manuskript auf die bequeme Spielbarkeit hin durch-
zusehen, hat er mir die Stelle aufgezeichnet und dazu zwei Alter-
nativvorschläge gesetzt. Wenn Sie auf Ihrer Schreibart nicht unbe-
dingt bestehen, dann haben Sie vielleicht die Güte und bezeichnen
auf dem mitfolgenden Blättchen jene Fassung, die Ihnen entsprechend
erscheint.
Im Manuskript haben Sie, ganz unseren Intentionen gemäss,
die Tutti-Bässe und den Cello-Part nicht aufgenommen; da Sie aber
an einigen wenigen Stellen die Abschluss-Noten für das Solo bei
welchem die Tutti einsetzen – offenbar versehentlich – nicht ein-
getragen haben, hat Herr v. Wöss an den betreffenden Stellen dem
Solo die entsprechende Abschlussnote gegeben. Sie erhalten selbst-
verständlich noch Korrektur der Ausgabe. In dieser bitte ich Sie
dann, alle Vortragsbezeichnungen etc. die Sie in Klammer wünschen,
selbst einzuklammern, damit keine Missverständnisse entstehen.
N. S. N. S. Eben bei Expedition dieses Briefes kommt Ihr
Expressbrief vom 26. ds., in welchem Sie vergessen haben, den einen
Urheberrechtsschein zu unterschreiben, obwohl sie bereits das Datum
ausgefertigt haben. Ich bitte Sie noch um Unterschrift dieses rein
formalen Scheines, worauf Sie dann die Kopien beider Abtretungs-
scheine erhalten, da heute keine Zeit mehr zum Abschreiben des un-
terfertigten Scheines vorhanden ist. – Ihre Bemerkung bezgl. der
Monodram-Aufführung sind richtig; im Falle einer Aufführung würde
demnach die Partitur auch vor dem Termin herausgegeben werden.
EH.

W
Wohlgeboren
Lieber Herr Schönberg!
Im Besitz Ihrer Zuschrift vom 25. ds. sowie der verschiedenen Monn-Manuskriptteile1, liess ich Ihnen durch telegrafische Postanweisung M 685.– zugehen, welchen Betrag Sie noch heute in Händen haben werden. Auch die Bruckner-Partituren sind bereits an Ihre w/. Adresse abgegangen, ebenso einige Reklame-Marken. Mit Kammersänger Soot bin ich selbst schon in Korrespondenz und habe alles veranlasst, damit, wenn es technisch irgend wie möglich wird, er am 10. Oktober das Material der beiden Lieder2 erhalte. Für Nikisch ist, so viel ich mich entsinne, ein komplettes auskorrigiertes Material vorhanden; ich will aber durch Herrn Scherchen gerne ein Material genau korrigieren lassen.
Was die „Konzertwoche“ betrifft, so wären mir Beiträge3 „auf Vorrat“ sehr erwünscht und ich bitte Sie, mir solche wie zugesagt, im Laufe der nächsten Woche einzuschicken. Ob und wie weit sich in der ersten Zeit überhaupt die Möglichkeit ergeben wird, meinen Plan durchzuführen, weiss ich allerdings im Augenblick noch nicht.
Mit herzlichen Grüßen Ihr ganz ergebener Hertzka
Bitte wenden!
N. S. Eine kleine Stelle in der Monn-Klavierbearbeitung erschien Herrn v. Wöss unbequem spielbar und über meinen ausdrücklichen Wunsch, Ihr Manuskript auf die bequeme Spielbarkeit hin durchzusehen, hat er mir die Stelle aufgezeichnet und dazu zwei Alternativvorschläge gesetzt. Wenn Sie auf Ihrer Schreibart nicht unbedingt bestehen, dann haben Sie vielleicht die Güte und bezeichnen auf dem mitfolgenden Blättchen jene Fassung, die Ihnen entsprechend erscheint.
Im Manuskript haben Sie, ganz unseren Intentionen gemäss, die Tutti-Bässe und den Cello-Part nicht aufgenommen; da Sie aber an einigen wenigen Stellen die Abschluss-Noten für das Solo bei welchem die Tutti einsetzen – offenbar versehentlich – nicht eingetragen haben, hat Herr v. Wöss an den betreffenden Stellen dem Solo die entsprechende Abschlussnote gegeben. Sie erhalten selbstverständlich noch Korrektur der Ausgabe. In dieser bitte ich Sie dann, alle Vortragsbezeichnungen etc. die Sie in Klammer wünschen, selbst einzuklammern, damit keine Missverständnisse entstehen.
N. S. N. S. Eben bei Expedition dieses Briefes kommt Ihr Expressbrief vom 26. ds., in welchem Sie vergessen haben, den einen Urheberrechtsschein zu unterschreiben, obwohl sie bereits das Datum ausgefertigt haben. Ich bitte Sie noch um Unterschrift dieses rein formalen Scheines, worauf Sie dann die Kopien beider Abtretungsscheine erhalten, da heute keine Zeit mehr zum Abschreiben des unterfertigten Scheines vorhanden ist. – Ihre Bemerkung bezgl. der Monodram-Aufführung sind richtig; im Falle einer Aufführung würde demnach die Partitur auch vor dem Termin herausgegeben werden.
EH[?].

27. September 1913


The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection



Brief

Zitierhinweis:

Universal-Edition an Arnold Schönberg, 27. September 1913, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.17496.

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