Arnold Schönberg an Universal-Edition
25. September 1913
25/9.
1913
Lieber Herr Direktor, ich schicke Ihnen einstweilen den I. Satz (Monn),
der 2te ist bis auf eine Stelle fertig, der 3te über die Hälfte. Ich
habe wie ein Ross gearbeitet und werde programmgemäß, Freitag
fertig. (Ich habe sogar schon nächste Woche Proben!).
der 2te ist bis auf eine Stelle fertig, der 3te über die Hälfte. Ich
habe wie ein Ross gearbeitet und werde programmgemäß, Freitag
fertig. (Ich habe sogar schon nächste Woche Proben!).
Nun bitte ich Sie, mir umgehend den vereinbarten
Betrag von 425 Mark zu senden und womöglich auch gleich
die 260 Mark für das Monn Konzert (nebenbei: es
werden mehr als 20 Platten werden! Ich schätze 30!)
Betrag von 425 Mark zu senden und womöglich auch gleich
die 260 Mark für das Monn Konzert (nebenbei: es
werden mehr als 20 Platten werden! Ich schätze 30!)
Ich muss Sie bitten, mir das Geld sofort zu senden.
Denn als wir abgemacht hatten, nahm ich an, dass ich
den Betrag gleich bekäme und machte einige dringend
nötige Anschaffungen. Da ich aber (was ich vergaß) am
1. Oktober Zins bezalen muss, brauche ich jetzt das
Geld dringend und bitte Sie deshalb, mich nicht in Ver-
legenheit zu bringen (die kostspielig werden kann) und
mir das Geld auf dem kürzesten Weg so zu schicken, dass
ich es spätestens am 29/9 habe, denn am 30. muss es
zur Post. Also eventuell auf meine Kosten tele-
grafisch.
Denn als wir abgemacht hatten, nahm ich an, dass ich
den Betrag gleich bekäme und machte einige dringend
nötige Anschaffungen. Da ich aber (was ich vergaß) am
1. Oktober Zins bezalen muss, brauche ich jetzt das
Geld dringend und bitte Sie deshalb, mich nicht in Ver-
legenheit zu bringen (die kostspielig werden kann) und
mir das Geld auf dem kürzesten Weg so zu schicken, dass
ich es spätestens am 29/9 habe, denn am 30. muss es
zur Post. Also eventuell auf meine Kosten tele-
grafisch.
Meinen Brief haben Sie wohl inzwischen
erhalten?
Ich bat um die Bruckner Partituren!
Und um Reklamemarken!
Etwas sehr dringendes: Kammersänger Fritz
Soot aus
Dresden schreibt mir gestern1, dass er (er macht übrigens eine
Reihe von Liederabenden2 mit 12 meiner Lieder) am
23. Oktober in Altenburg im Sinfoniekonzert3 meine
2 Orchesterlieder „Natur“ und „Wenn Vöglein
Dresden schreibt mir gestern1, dass er (er macht übrigens eine
Reihe von Liederabenden2 mit 12 meiner Lieder) am
23. Oktober in Altenburg im Sinfoniekonzert3 meine
2 Orchesterlieder „Natur“ und „Wenn Vöglein
klagen“
singt, und ersucht mich, dafür zu sorgen, dass
das Material spätestens am 10. Oktober dort ist!
Bitte machen Sie das möglich. Es wäre mir sehr
daran gelegen, denn Soot soll großartig sein
und ist der erste Sänger, der sich energisch meiner
Lieder annimmt! Vielleicht ist das nötig für
meine Werke, dass jemand, der davon überzeugt
ist, sie bringt! Sie werden schon einen Ausweg
finden, wie das zu machen ist. Jedenfalls bitte ich
Sie dringend um Eile. Ich glaube, das ist eine
meiner wichtigsten Aufführungen heuer. Ich hoffe,
dass ein solcher Sänger endlich dem Publikum
meine Lieder erschließen wird, die ja noch
gar nicht gewürdigt werden.
das Material spätestens am 10. Oktober dort ist!
Bitte machen Sie das möglich. Es wäre mir sehr
daran gelegen, denn Soot soll großartig sein
und ist der erste Sänger, der sich energisch meiner
Lieder annimmt! Vielleicht ist das nötig für
meine Werke, dass jemand, der davon überzeugt
ist, sie bringt! Sie werden schon einen Ausweg
finden, wie das zu machen ist. Jedenfalls bitte ich
Sie dringend um Eile. Ich glaube, das ist eine
meiner wichtigsten Aufführungen heuer. Ich hoffe,
dass ein solcher Sänger endlich dem Publikum
meine Lieder erschließen wird, die ja noch
gar nicht gewürdigt werden.
Nikisch führt also, wie ich höre,
die Kammer-
symphonie auf.4 Ich bitte Sie dringend, sofort
für ihn ein Material auskorrigieren und
einrichten zu lassen. Am besten durch Herrn
Scherchen, der ja die Sache kennt! Ich
setze mich mit Nikisch ins Einvernehmen. Viel-
leicht kann der die Sache, wenn man ihm
nachhilft, anständig bringen5. Ich hatte in Wien6
zu wenig Proben.
symphonie auf.4 Ich bitte Sie dringend, sofort
für ihn ein Material auskorrigieren und
einrichten zu lassen. Am besten durch Herrn
Scherchen, der ja die Sache kennt! Ich
setze mich mit Nikisch ins Einvernehmen. Viel-
leicht kann der die Sache, wenn man ihm
nachhilft, anständig bringen5. Ich hatte in Wien6
zu wenig Proben.
Viele herzl. Grüße Ihr
Arnold Schönberg
NB: Ich habe auch schon einige Notizen für Ihre Mu-
sikwoche. Wenn diese sich als haltbar erweisen,
dann schicke ich Ihnen in der nächsten Woche gleich
einige Beiträge7 „auf Vorrat“
sikwoche. Wenn diese sich als haltbar erweisen,
dann schicke ich Ihnen in der nächsten Woche gleich
einige Beiträge7 „auf Vorrat“
schreibt mir gestern
Fritz Soot an Arnold Schönberg,
22. September 1913 (ASCC
16878).
Liederabenden
Liederabende von Fritz Soot mit Werken von Arnold Schönberg: 27. November 1913, München; 13. Dezember
1913, Berlin; 7. Januar 1914, Leipzig; 17. April 1914,
Dresden (Fritz Soot an
Arnold Schönberg, 24. Oktober 1913; ASCC
16873; Deutscher
Reichsanzeiger 1913; Hermann 1914; Dresdner Nachrichten
1914).
Sinfoniekonzert
Nikisch führt also, wie ich höre,
die Kammersymphonie auf.
wenn man ihm nachhilft, anständig bringen
In einem Dankschreiben lobt
Arnold Schönberg nach der
Aufführung die klare Ausarbeitung des „kontrapunktischen Gewebe[s],
dessen Sinn sich nur dem Einsichtigen erschließt“. Gleichzeitig
kritisiert Schönberg
Arthur Nikisch dafür, dass er ihn nicht vorab von der
Aufführung informiert habe, „[d]enn ich hätte Ihnen meine Stimmen und
Partitur zur Verfügung gestellt, die nicht nur Fehlerkorrekturen
enthält, sondern vor Allem eine Anzahl von Retouchen und Verbesserungen,
welche wesentlich zur Verbesserung des Klanges und zur Erzielung von
Klarheit beitragen.“ (Arnold Schönberg an Arthur Nikisch, 31. Jänner
1914; ASCC 381).
in Wien
Beiträge
Beiträge für Die Konzertwoche, eine Beilage zu
Konzertprogrammen des Wiener
Konzerthauses: Arnold
Schönberg, Warum neue Melodien schwer verständlich sind; Zum
zweiten Beitrag sandte Schönberg
drei Entwürfe.
25/9.
1913
Lieber Herr Direktor, ich schicke Ihnen einstweilen den I. Satz (Monn), der 2te ist bis auf eine Stelle fertig, der 3te über die Hälfte. Ich habe wie ein Ross
gearbeitet und werde programmgemäß, Freitag
fertig. (Ich habe sogar schon nächste Woche Proben!).
Nun bitte ich Sie, mir umgehend den vereinbarten Betrag von 425 Mark zu senden und womöglich
auch gleich die 260 Mark für das Monn Konzert
(nebenbei: es werden mehr als 20 Platten werden! Ich schätze 30!)
Ich muss Sie bitten, mir das Geld sofort zu senden. Denn als wir abgemacht hatten, nahm ich
an, dass ich den Betrag gleich bekäme und machte einige dringend nötige
Anschaffungen. Da ich aber (was ich vergaß) am
1.
Oktober Zins bezalen muss, brauche ich jetzt das Geld dringend und
bitte Sie deshalb, mich nicht in Verlegenheit
zu bringen (die kostspielig werden kann) und mir das Geld auf
dem kürzesten Weg so zu schicken, dass ich es spätestens am 29/9 habe, denn am 30.
muss es zur Post. Also eventuell auf meine Kosten telegrafisch.
Meinen Brief haben Sie wohl inzwischen
erhalten?
Ich bat um die Bruckner Partituren!
Und um Reklamemarken!
Etwas sehr dringendes: Kammersänger Fritz
Soot aus
Dresden
schreibt mir gestern1, dass er (er macht übrigens eine Reihe von Liederabenden2 mit 12 meiner Lieder)
am
23. Oktober in Altenburg im Sinfoniekonzert3 meine 2 Orchesterlieder „Natur“ und „Wenn Vöglein klagen“
singt, und ersucht mich, dafür zu sorgen, dass das Material spätestens am
10. Oktober dort ist! Bitte machen Sie
das möglich. Es wäre mir sehr daran gelegen, denn Soot soll großartig sein und ist der erste Sänger, der sich
energisch meiner Lieder annimmt! Vielleicht ist das nötig für meine
Werke, dass jemand, der davon überzeugt ist, sie bringt! Sie werden schon
einen Ausweg finden, wie das zu machen ist. Jedenfalls bitte ich Sie
dringend um Eile. Ich glaube, das ist eine meiner
wichtigsten Aufführungen heuer. Ich hoffe, dass ein solcher Sänger
endlich dem Publikum meine Lieder erschließen wird, die ja noch gar
nicht gewürdigt werden.
Nikisch führt also, wie ich höre,
die Kammersymphonie auf.4
Ich bitte Sie dringend, sofort für ihn ein Material
auskorrigieren und einrichten zu lassen. Am besten durch Herrn
Scherchen, der ja die Sache kennt! Ich setze mich mit Nikisch ins Einvernehmen. Vielleicht kann der die Sache, wenn man ihm nachhilft, anständig bringen5. Ich hatte in Wien6
zu wenig Proben.
Viele herzl. Grüße Ihr
Arnold Schönberg
NB: Ich habe auch schon einige Notizen für Ihre Musikwoche. Wenn diese sich als haltbar
erweisen, dann schicke ich Ihnen in der nächsten Woche gleich
einige Beiträge7 „auf Vorrat“
schreibt mir gestern
Fritz Soot an Arnold Schönberg,
22. September 1913 (ASCC
16878).
Liederabenden
Liederabende von Fritz Soot mit Werken von Arnold Schönberg: 27. November 1913, München; 13. Dezember
1913, Berlin; 7. Januar 1914, Leipzig; 17. April 1914,
Dresden (Fritz Soot an
Arnold Schönberg, 24. Oktober 1913; ASCC
16873; Deutscher
Reichsanzeiger 1913; Hermann 1914; Dresdner Nachrichten
1914).
Sinfoniekonzert
Nikisch führt also, wie ich höre,
die Kammersymphonie auf.
wenn man ihm nachhilft, anständig bringen
In einem Dankschreiben lobt
Arnold Schönberg nach der
Aufführung die klare Ausarbeitung des „kontrapunktischen Gewebe[s],
dessen Sinn sich nur dem Einsichtigen erschließt“. Gleichzeitig
kritisiert Schönberg
Arthur Nikisch dafür, dass er ihn nicht vorab von der
Aufführung informiert habe, „[d]enn ich hätte Ihnen meine Stimmen und
Partitur zur Verfügung gestellt, die nicht nur Fehlerkorrekturen
enthält, sondern vor Allem eine Anzahl von Retouchen und Verbesserungen,
welche wesentlich zur Verbesserung des Klanges und zur Erzielung von
Klarheit beitragen.“ (Arnold Schönberg an Arthur Nikisch, 31. Jänner
1914; ASCC 381).
in Wien
Beiträge
Beiträge für Die Konzertwoche, eine Beilage zu
Konzertprogrammen des Wiener
Konzerthauses: Arnold
Schönberg, Warum neue Melodien schwer verständlich sind; Zum
zweiten Beitrag sandte Schönberg
drei Entwürfe.
Zitierhinweis:
Arnold Schönberg an Universal-Edition, 25. September 1913, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.22.