LH/Wi.
Wien, 8. Juni 1926.
Herrn
Berlin-Charlottenburg,
Steinplatz 2, Pension Bavaria.
Sehr verehrter Meister Schönberg!
Wir bestätigen mit bestem Dank den Empfang
der Abzüge und Manuskripte1 und veranlassen also, daß der „Spruch
und die zwei Variationen über ihn
“ neu gestochen werden. Wir möch-
ten allerdings bemerken, daß Ihre Korrekturen, sowie der Umstand,
daß das Vorwort zum Anhang separat gesetzt und nicht auf der
Platte eingeschlagen war, noch kein Grund gewesen wäre, die zwei
bereits gestochenen Platten wegwerfen zu müssen. Es wäre wohl
möglich gewesen, diese zwei Platten zu verwenden, aber wir wer-
den selbstverständlich, da Sie die Stücke neu gefaßt haben, den
Neustich vornehmen lassen und hoffen, Ihnen schon bald die Ab-
züge der neugestochenen Seiten einsenden zu können. Oder wollen
Sie die Abzüge erst mit der 2. Korrektur des ganzen Werkes erhal-
ten?
Wir haben Ihrem Wunsche gemäß mit Herrn
Stein die ganze Einteilung des Werkes durchgesprochen und haben
hiebei auf einiges bemerkt, worüber wir Ihre Meinungsäußerung
erbitten:
Zunächst ist Ihr Name als Textdichter in
Ihrer Vorlage nur bei dem 1. und 2. Stück angegeben, beim
„Neuen Klassizismus“ und bei den textierten Stücken des Anhangs

schon nicht mehr. Sollte dies nicht einheitlich durchgeführt
werden? Herr Stein meint, daß man vielleicht auf dem Titel oder
sonst wo angeben könnte, daß alle Texte von Ihnen stammen, damit
man die Angabe des Textdichters nicht bei jedem Stück wieder-
holen müßte. – Weiters ist die Angabe des Inhaltes (auf Seite 2)
nicht ganz konsequent durchgeführt, da darin wohl das kleine
Vorwort zum Anhang angeführt ist, jedoch nicht das Vorwort zum
ganzen Werk, die Separatanführung der Texte und die Anweisungen
für die Ausführung. Wir fragen nun, ob man all dies in der In-
haltsangabe anführen soll oder ob sie nur die eigentlichen Kom-
positionen enthalten soll.– Ferner meint Herr Stein, ob es nicht
gut wäre, im Inhaltsverzeichnis bei jedem der einzelnen Stücke
die Besetzung anzugeben, während sie bis jetzt nur beim „Neuen
Klassizismus“ angegeben ist. – Ferner: Soll das Inhaltsverzeich-
nis die Seitenzahlen enthalten?
Wir lassen nun die „Hauskorrektur“ durch Herrn
Ratz lesen und Herr Stein wird dann auch noch Ihrem Wunsche
gemäß den „Neuen Klassizismus“ auf die Interpunktion hin durch-
arbeiten.
Wir erbitten Ihre freundlichst umgehende Rück-
äußerung über die erwähnten Punkte und zeichnen
mit vorzüglicher Hochachtung
Dr Kalmus

LH/Wi.
Wien, 8. Juni 1926.
Herrn
Berlin-Charlottenburg,
Steinplatz 2, Pension Bavaria.
Sehr verehrter Meister Schönberg!
Wir bestätigen mit bestem Dank den Empfang der Abzüge und Manuskripte1 und veranlassen also, daß der „Spruch und die zwei Variationen über ihn“ neu gestochen werden. Wir möchten allerdings bemerken, daß Ihre Korrekturen, sowie der Umstand, daß das Vorwort zum Anhang separat gesetzt und nicht auf der Platte eingeschlagen war, noch kein Grund gewesen wäre, die zwei bereits gestochenen Platten wegwerfen zu müssen. Es wäre wohl möglich gewesen, diese zwei Platten zu verwenden, aber wir werden selbstverständlich, da Sie die Stücke neu gefaßt haben, den Neustich vornehmen lassen und hoffen, Ihnen schon bald die Abzüge der neugestochenen Seiten einsenden zu können. Oder wollen Sie die Abzüge erst mit der 2. Korrektur des ganzen Werkes erhalten?
Wir haben Ihrem Wunsche gemäß mit Herrn Stein die ganze Einteilung des Werkes durchgesprochen und haben hiebei einiges bemerkt, worüber wir Ihre Meinungsäußerung erbitten:
Zunächst ist Ihr Name als Textdichter in Ihrer Vorlage nur bei dem 1. und 2. Stück angegeben, beim „Neuen Klassizismus“ und bei den textierten Stücken des Anhangs schon nicht mehr. Sollte dies nicht einheitlich durchgeführt werden? Herr Stein meint, daß man vielleicht auf dem Titel oder sonst wo angeben könnte, daß alle Texte von Ihnen stammen, damit man die Angabe des Textdichters nicht bei jedem Stück wiederholen müßte. – Weiters ist die Angabe des Inhaltes (auf Seite 2) nicht ganz konsequent durchgeführt, da darin wohl das kleine Vorwort zum Anhang angeführt ist, jedoch nicht das Vorwort zum ganzen Werk, die Separatanführung der Texte und die Anweisungen für die Ausführung. Wir fragen nun, ob man all dies in der Inhaltsangabe anführen soll oder ob sie nur die eigentlichen Kompositionen enthalten soll.– Ferner meint Herr Stein, ob es nicht gut wäre, im Inhaltsverzeichnis bei jedem der einzelnen Stücke die Besetzung anzugeben, während sie bis jetzt nur beim „Neuen Klassizismus“ angegeben ist. – Ferner: Soll das Inhaltsverzeichnis die Seitenzahlen enthalten?
Wir lassen nun die „Hauskorrektur“ durch Herrn Ratz lesen und Herr Stein wird dann auch noch Ihrem Wunsche gemäß den „Neuen Klassizismus“ auf die Interpunktion hin durcharbeiten.
Wir erbitten Ihre freundlichst umgehende Rückäußerung über die erwähnten Punkte und zeichnen
mit vorzüglicher Hochachtung

Dr Kalmus

8. Juni 1926


The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection



Brief

Zitierhinweis:

Universal-Edition an Arnold Schönberg, 8. Juni 1926, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.17677.

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