Berlin, 28.5.26.
Lieber Herr Direktor,
Anbei die mir gesandten Rechnungen.
Die Rechnung des Spediteurs Ranz l gehört zweifellos nicht
für mich; sie ist mir gänzlich unbekannt; und da auch klar
hervorgeht dass es sich um 8 Fuhren Kohlen handelt, so
bitte ich Sie diese S. 112.– von meinem Konto zu streichen
und mir hierüber Mitteilungen zu machen. Ebenso ist mir das
Telefongespräch aus Wien nach Berlin“ vollkommen unbekannt
und ich bitte Sie, dieses auch zu streichen.
Ich bitte Sie mir umgehend M. 130.– für die Kopiatur der Suite
zu überweisen, da diese am 1.6. geliefert wird.
Bitte teilen Sie mir mit ob Sie in letzter Zeit von der Autoren-
gesellschaft
Tantiemen1 meiner Werke bezogen haben.
Nun eine unangenehme Nachricht: In dem Anhang2 ist ein schwerer
Fehler geschehn. Auf der Stichplatte wurde für die Worte die
laut meiner Vorlage als Einleitung dienen sollten kein Platz
gelassen. Diese Platte wird jedenfalls unbrauchbar sein. Nun
habe ich ohnedies diese drei Kanons gänzlich umgearbeitet,
sodass also die zweite Platte, die ja vielleicht auch so nicht
brauchbar gewesen wäre, nun unbedingt entfallen muss. Das neue
Manuskript3 geht Montag an Sie ab.
Es tut mir leid dass da neue Kosten entstehen; aber das Unglück
ist nicht so gross und die Verbesserung sehr wichtig. Ich war
vielleicht anfangs, überrascht davon, dass diese Wunder überhaupt
möglich sind, mit den Spiegelkanon[s] etwas zu rasch zufrieden.
Als ich sie jetzt sah, befriedigten sie mich nicht mehr. Und
da sie ja einen bestimmten Beweis liefern sollten, habe ich
sie mit vieler Mühe überarbeitet. Jetzt bin ich zufrieden da-
mit.
Kommen Sie bald wieder nach Berlin?
Viele herzliche Grüsse Ihr
Berlin, 28.5.26.
Lieber Herr Direktor,
Anbei die mir gesandten Rechnungen. Die Rechnung des Spediteurs Ranz gehört zweifellos nicht für mich; sie ist mir gänzlich unbekannt; und da auch klar hervorgeht dass es sich um 8 Fuhren Kohlen handelt, so bitte ich Sie diese S. 112.– von meinem Konto zu streichen und mir hierüber Mitteilung zu machen. Ebenso ist mir das „Telefongespräch aus Wien nach Berlin“ vollkommen unbekannt und ich bitte Sie, dieses auch zu streichen.
Ich bitte Sie mir umgehend M. 130.– für die Kopiatur der Suite zu überweisen, da diese am 1.6. geliefert wird.
Bitte teilen Sie mir mit ob Sie in letzter Zeit von der Autorengesellschaft Tantiemen1 meiner Werke bezogen haben.
Nun eine unangenehme Nachricht: In dem Anhang2 ist ein schwerer Fehler geschehn. Auf der Stichplatte wurde für die Worte die laut meiner Vorlage als Einleitung dienen sollten kein Platz gelassen. Diese Platte wird jedenfalls unbrauchbar sein. Nun habe ich ohnedies diese drei Kanons gänzlich umgearbeitet, sodass also die zweite Platte, die ja vielleicht auch so nicht brauchbar gewesen wäre, nun unbedingt entfallen muss. Das neue Manuskript3 geht Montag an Sie ab.
Es tut mir leid dass da neue Kosten entstehen; aber das Unglück ist nicht so gross und die Verbesserung sehr wichtig. Ich war vielleicht anfangs, überrascht davon, dass diese Wunder überhaupt möglich sind, mit den Spiegelkanons etwas zu rasch zufrieden. Als ich sie jetzt sah, befriedigten sie mich nicht mehr. Und da sie ja einen bestimmten Beweis liefern sollten, habe ich sie mit vieler Mühe überarbeitet. Jetzt bin ich zufrieden damit.
Kommen Sie bald wieder nach Berlin?
Viele herzliche Grüsse Ihr Arnold Schönberg

28. Mai 1926


Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Universal Edition Collection



Brief

Zitierhinweis:

Arnold Schönberg an Universal-Edition, 28. Mai 1926, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.7164.

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