WIEN, I.,
Schl/Be
Wien, 23. Juni 1949.
Mr.
Los Angeles 24, Ca.
Sehr geehrter Herr Professor!
Ich bestätige Ihren Brief vom 7. Juni und bin ein wenig erstaunt.
Nach den bei uns liegenden Verträgen sind Ihre Manuskripte ein-
deutig in den Besitz1 der Universal-Edition übergegangen, die da-
mit durchaus das Recht hätte, über sie zu verfügen. Die Univer-
sal-Edition
hat aber keines Ihrer Manuskripte zum Verkauf ange-
boten oder verkauft. Es würde mich also sehr interessieren, um
welchen konkreten Fall es sich handelt.
Kürzlich fand in Zürich eine Auktion2 von Manuskripten statt, die
in erster Linie aus dem Besitz von Frau Mahler stammen. Hat sich
darunter auch ein Manuskript, das Sie nicht uns übergeben haben,
befunden? Jedenfalls muss ich Sie herzlichst bitten, Ihre Verfü-
gung zurückzuziehen, da sie im Widerspruch zu den geschlossenen
Verträgen steht.
Inzwischen habe ich bei der Nationalbank um die Bewilligung ein-
gereicht, Ihnen Dollar 76.91 (= S 779.82) laut der Abrechnung3 per
31. Juli 1948 zu überweisen und ich hoffe, dass diese Ueberweisung
schon in allernächster Zeit durchgeführt werden wird.
Ich hoffe Sie sehen daraus, dass wir uns nicht nur Mühe geben, son-
dern dass tatsächlich die grössten Schwierigkeiten bereits hinter
uns liegen und damit zu rechnen ist, dass in den nächsten Jahren
alle Geschäfte normal abgewickelt werden können. Dasselbe bezieht
sich selbstverständlich auch auf den Nachdruck Ihrer Werke, die,
wie wir hoffen, in absehbarer Zeit wieder vollständig vorliegen
werden.
Meine Bemerkung bezüglich des Abzuges bezog sich nur auf die Ver-
rechnung neuer Werke. Ich hatte nicht die Absicht, die Einkünfte
aus alten Werken dazu zu benutzen, sondern lediglich solche Ein-
nahmen aus neuen Werken, die die AMP allenfalls an Sie zur Aus-
zahlung gebracht hat. Wenn, wie Sie schreiben, neue Werke über-
haupt nicht zur Aufführung gekommen sind, so ist mein Vorschlag
hinfällig.
Mit den besten Grüssen
Schl/Be
Wien, 23. Juni 1949.
Mr.
Los Angeles 24, Ca.
Sehr geehrter Herr Professor!
Ich bestätige Ihren Brief vom 7. Juni und bin ein wenig erstaunt. Nach den bei uns liegenden Verträgen sind Ihre Manuskripte eindeutig in den Besitz1 der Universal-Edition übergegangen, die damit durchaus das Recht hätte, über sie zu verfügen. Die Universal-Edition hat aber keines Ihrer Manuskripte zum Verkauf angeboten oder verkauft. Es würde mich also sehr interessieren, um welchen konkreten Fall es sich handelt.
Kürzlich fand in Zürich eine Auktion2 von Manuskripten statt, die in erster Linie aus dem Besitz von Frau Mahler stammen. Hat sich darunter auch ein Manuskript, das Sie nicht uns übergeben haben, befunden? Jedenfalls muss ich Sie herzlichst bitten, Ihre Verfügung zurückzuziehen, da sie im Widerspruch zu den geschlossenen Verträgen steht.
Inzwischen habe ich bei der Nationalbank um die Bewilligung eingereicht, Ihnen Dollar 76.91 (= S 779.82) laut der Abrechnung3 per 31. Juli 1948 zu überweisen und ich hoffe, dass diese Ueberweisung schon in allernächster Zeit durchgeführt werden wird.
Ich hoffe Sie sehen daraus, dass wir uns nicht nur Mühe geben, sondern dass tatsächlich die grössten Schwierigkeiten bereits hinter uns liegen und damit zu rechnen ist, dass in den nächsten Jahren alle Geschäfte normal abgewickelt werden können. Dasselbe bezieht sich selbstverständlich auch auf den Nachdruck Ihrer Werke, die, wie wir hoffen, in absehbarer Zeit wieder vollständig vorliegen werden.
Meine Bemerkung bezüglich des Abzuges bezog sich nur auf die Verrechnung neuer Werke. Ich hatte nicht die Absicht, die Einkünfte aus alten Werken dazu zu benutzen, sondern lediglich solche Einnahmen aus neuen Werken, die die AMP allenfalls an Sie zur Auszahlung gebracht hat. Wenn, wie Sie schreiben, neue Werke überhaupt nicht zur Aufführung gekommen sind, so ist mein Vorschlag hinfällig.
Mit den besten Grüssen
Schlee

23. Juni 1949


The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection



Brief

Zitierhinweis:

Universal-Edition an Arnold Schönberg, 23. Juni 1949, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.17703.

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