Universal-Edition an Arnold Schönberg
11. Juli 1949
Sehr verehrter Herr Professor!
Besten Dank für Ihren Brief vom 5. ds. M. Bei der Versteigerung1
in der Schweiz scheinen hauptsächlich solche Manuskripte auf
den Markt gekommen zu sein, die Komponisten Freunden geschenkt
haben. Jedenfalls haben wir kein Manuskript unseres Verlages
seit dem Tod Hertzkas zum Verkauf gegeben.
in der Schweiz scheinen hauptsächlich solche Manuskripte auf
den Markt gekommen zu sein, die Komponisten Freunden geschenkt
haben. Jedenfalls haben wir kein Manuskript unseres Verlages
seit dem Tod Hertzkas zum Verkauf gegeben.
Es tut mir unendlich leid, dass wir verschiedener Ansicht be-
züglich des Eigentums der Partituren sind. Ich bezweifle kei-
neswegs, dass Hertzka als Grund für den Passus im Vertrag an-
gegeben hat, dass das Manuskript aus technischen Gründen der
UE verbleiben muss. Es ist ja auch richtig, dass die vom Kom-
ponisten gewollte Urform vom Verlag immer nachgewiesen werden
kann. Diese Begründung steht aber in keinerlei Widerspruch zu
der Tatsache, dass Hertzka damit auch dokumentieren wollte,
dass die Partituren effektiv Eigentum des Verlages sind. Die
Formulierung in den Verträgen ist jedenfalls eindeutig.
züglich des Eigentums der Partituren sind. Ich bezweifle kei-
neswegs, dass Hertzka als Grund für den Passus im Vertrag an-
gegeben hat, dass das Manuskript aus technischen Gründen der
UE verbleiben muss. Es ist ja auch richtig, dass die vom Kom-
ponisten gewollte Urform vom Verlag immer nachgewiesen werden
kann. Diese Begründung steht aber in keinerlei Widerspruch zu
der Tatsache, dass Hertzka damit auch dokumentieren wollte,
dass die Partituren effektiv Eigentum des Verlages sind. Die
Formulierung in den Verträgen ist jedenfalls eindeutig.
Ich habe die Verträge2 jetzt genau durchgesehen und dabei fest-
gestellt, dass bei folgenden Werken der Passus über das Eigen-
tum der Manuskripte enthalten ist:
gestellt, dass bei folgenden Werken der Passus über das Eigen-
tum der Manuskripte enthalten ist:
3 Klavierstücke op. 11, 6
kleine Klavierstücke op. 19, Suite für
Klavier, Klavierstücke op. 33a, Streichquartett Nr. 2, Bläser-
quintett, 2 Balladen op. 12, 15 Gedichte op. 15, Herzgewächse,
Pierrot lunaire, Gurre-Lieder, 6 Orchesterlieder op. 8, 4 Or-
chesterlieder op. 22, Pelleas und Melisande, Kammersymphonie,
2 Choralvorspiele von Bach3, 4 Stücke für gem. Chor op. 27, 3
Satiren für gem. Chor op. 28, Erwartung op. 17, Die glückliche
Hand op. 18, Texte,
Klavier, Klavierstücke op. 33a, Streichquartett Nr. 2, Bläser-
quintett, 2 Balladen op. 12, 15 Gedichte op. 15, Herzgewächse,
Pierrot lunaire, Gurre-Lieder, 6 Orchesterlieder op. 8, 4 Or-
chesterlieder op. 22, Pelleas und Melisande, Kammersymphonie,
2 Choralvorspiele von Bach3, 4 Stücke für gem. Chor op. 27, 3
Satiren für gem. Chor op. 28, Erwartung op. 17, Die glückliche
Hand op. 18, Texte,
wogegen das Manuskript4 der Harmonielehre nicht dem Verlag ge-
geben wurde, und der Passus durchgestrichen ist.
geben wurde, und der Passus durchgestrichen ist.
Die Verträge zu den übrigen Werken liegen mir im Augenblick
nicht vor, da diese von Frl. Rothe verwaltet werden, die sie
ausserordentlich sorgfältig aufbewahrt und wir während ihres
Urlaubs nicht dazu können. Hinsichtlich dieser Werke kann ich
Ihnen erst Mitte August Nachricht geben.
nicht vor, da diese von Frl. Rothe verwaltet werden, die sie
ausserordentlich sorgfältig aufbewahrt und wir während ihres
Urlaubs nicht dazu können. Hinsichtlich dieser Werke kann ich
Ihnen erst Mitte August Nachricht geben.
Aus den Veränderungen und Bemerkungen in den vorliegenden Ver-
trägen geht genau hervor, dass diese von Ihnen genau durchge-
arbeitet wurden, so dass kein Missverständnis vorliegen kann.
Jedenfalls sende ich Ihnen beiliegend die Fotokopien der Ver-
träge von 1./ Pierrot lunaire, Herzgewächse, 6 Klavierstücke
und 2./ Pelleas u. Melisande, Kammersymphonie, Streichquartett
Nr. II, 3 Klavierstücke, Orchesterlieder op. 8.
trägen geht genau hervor, dass diese von Ihnen genau durchge-
arbeitet wurden, so dass kein Missverständnis vorliegen kann.
Jedenfalls sende ich Ihnen beiliegend die Fotokopien der Ver-
träge von 1./ Pierrot lunaire, Herzgewächse, 6 Klavierstücke
und 2./ Pelleas u. Melisande, Kammersymphonie, Streichquartett
Nr. II, 3 Klavierstücke, Orchesterlieder op. 8.
Wegen der Klavierauszüge von „Von Heute auf
Morgen“ wollten
wir mit der Abrechnung bis zum gänzlichen Abverkauf warten.
Von der Auflage von 40 Stück haben wir noch 2 und geben bei-
wir mit der Abrechnung bis zum gänzlichen Abverkauf warten.
Von der Auflage von 40 Stück haben wir noch 2 und geben bei-
liegend die Gesamtabrechnung. Sobald wir wieder Dollarbeträge
frei haben, werden wir die Ueberweisung sofort durchführen.
frei haben, werden wir die Ueberweisung sofort durchführen.
Ein komplettes Material5 liegt hier.
Versteigerung
Bei der Auktion am 17. November 1948, veranstaltet durch das
Antiquariat L'Art Ancien S. A., wurde die Erste Niederschrift der Glücklichen Hand op. 18 (ASGA B 6/3, Quelle B) für 5.350 Schweizer Franken verkauft
(Erwin Rosenthal an Arnold Schönberg, 28. Februar 1949; ASCC
15460). Schönberg scheint
für diesen Anlass zudem die Erste Niederschrift als Particell (ASGA B 7/2, Quelle A) zu Von heute
auf morgen op. 32 angeboten zu haben (Erwin Rosenthal an
Arnold Schönberg, 10. Mai 1948; ASCC
15454; Brand
1991, S. 259); dieses Manuskript taucht im Auktionskatalog
jedoch nicht auf.
Verträge
Erhalten sind unter anderem Urheberrechtsabtretung: Pierrot lunaire op. 21 etc., 22. Juli
1912; Urheberrechtsabtretung:
Pelleas und Melisande op. 5 etc., 26. September 1913; Urheberrechtsabtretung: Texte, 29. September
1925; Urheberrechtsabtretung:
Vier Stücke für gemischten Chor op. 27 etc., 3. April 1926;
Urheberrechtsabtretung:
Streichquartett Nr. 3 op. 30, 17. September 1927; Urheberrechtsabtretung: Klavierstück op.
33a, 23. April 1929; Urheberrechtsabtretung: Variationen für Orchester op. 31, August
1932.
2 Choralvorspiele von Bach
Manuskript
Tbk 2–4.
Material
Exemplare aus dem
Schönberg-Nachlass (H45–H48).
3 Beilagen
Sehr verehrter Herr Professor!
Besten Dank für Ihren Brief vom 5. ds. M. Bei der Versteigerung1
in der Schweiz scheinen hauptsächlich
solche Manuskripte auf den Markt gekommen zu sein, die Komponisten Freunden
geschenkt haben. Jedenfalls haben wir kein Manuskript unseres Verlages
seit dem Tod Hertzkas zum Verkauf
gegeben.
Es tut mir unendlich leid, dass wir verschiedener Ansicht bezüglich des Eigentums der Partituren sind. Ich bezweifle keineswegs, dass Hertzka als
Grund für den Passus im Vertrag angegeben hat, dass das Manuskript aus technischen Gründen der
UE verbleiben muss. Es ist ja auch richtig, dass
die vom Komponisten gewollte Urform vom Verlag immer nachgewiesen werden
kann. Diese Begründung steht aber in keinerlei Widerspruch zu der
Tatsache, dass Hertzka damit auch
dokumentieren wollte, dass die Partituren effektiv Eigentum des Verlages
sind. Die Formulierung in den Verträgen ist jedenfalls eindeutig.
Ich habe die Verträge2 jetzt genau durchgesehen und dabei festgestellt, dass bei folgenden Werken der Passus über das Eigentum der Manuskripte enthalten ist:
3 Klavierstücke op. 11, 6
kleine Klavierstücke op. 19, Suite für
Klavier, Klavierstücke op. 33a,
Streichquartett Nr. 2, Bläserquintett, 2 Balladen op.
12, 15 Gedichte op. 15, Herzgewächse,
Pierrot lunaire, Gurre-Lieder, 6 Orchesterlieder op.
8, 4 Orchesterlieder op. 22, Pelleas
und Melisande, Kammersymphonie,
2 Choralvorspiele von Bach3, 4 Stücke für gem. Chor op. 27, 3 Satiren für gem. Chor op. 28, Erwartung op. 17, Die
glückliche Hand op. 18, Texte,
wogegen das Manuskript4 der Harmonielehre nicht dem Verlag gegeben wurde, und der Passus durchgestrichen ist.
Die Verträge zu den übrigen Werken liegen mir im Augenblick nicht vor, da
diese von Frl. Rothe verwaltet werden, die
sie ausserordentlich sorgfältig aufbewahrt und wir während ihres
Urlaubs nicht dazu können. Hinsichtlich dieser Werke kann ich Ihnen
erst Mitte August Nachricht geben.
Aus den Veränderungen und Bemerkungen in den vorliegenden Verträgen geht genau hervor, dass diese von Ihnen genau durchgearbeitet wurden, so dass kein Missverständnis vorliegen kann.
Jedenfalls sende ich Ihnen beiliegend die Fotokopien der Verträge von 1./ Pierrot lunaire, Herzgewächse, 6 Klavierstücke
und 2./ Pelleas
u. Melisande, Kammersymphonie, Streichquartett Nr. II, 3 Klavierstücke, Orchesterlieder op.
8.
Wegen der Klavierauszüge von „Von Heute auf
Morgen“ wollten wir mit der Abrechnung bis zum gänzlichen
Abverkauf warten. Von der Auflage von 40 Stück haben wir noch 2 und geben
beiliegend die Gesamtabrechnung. Sobald wir wieder Dollarbeträge frei haben,
werden wir die Ueberweisung sofort durchführen.
Ein komplettes Material5 liegt hier.
Versteigerung
Bei der Auktion am 17. November 1948, veranstaltet durch das
Antiquariat L'Art Ancien S. A., wurde die Erste Niederschrift der Glücklichen Hand op. 18 (ASGA B 6/3, Quelle B) für 5.350 Schweizer Franken verkauft
(Erwin Rosenthal an Arnold Schönberg, 28. Februar 1949; ASCC
15460). Schönberg scheint
für diesen Anlass zudem die Erste Niederschrift als Particell (ASGA B 7/2, Quelle A) zu Von heute
auf morgen op. 32 angeboten zu haben (Erwin Rosenthal an
Arnold Schönberg, 10. Mai 1948; ASCC
15454; Brand
1991, S. 259); dieses Manuskript taucht im Auktionskatalog
jedoch nicht auf.
Verträge
Erhalten sind unter anderem Urheberrechtsabtretung: Pierrot lunaire op. 21 etc., 22. Juli
1912; Urheberrechtsabtretung:
Pelleas und Melisande op. 5 etc., 26. September 1913; Urheberrechtsabtretung: Texte, 29. September
1925; Urheberrechtsabtretung:
Vier Stücke für gemischten Chor op. 27 etc., 3. April 1926;
Urheberrechtsabtretung:
Streichquartett Nr. 3 op. 30, 17. September 1927; Urheberrechtsabtretung: Klavierstück op.
33a, 23. April 1929; Urheberrechtsabtretung: Variationen für Orchester op. 31, August
1932.
2 Choralvorspiele von Bach
Manuskript
Tbk 2–4.
Material
Exemplare aus dem
Schönberg-Nachlass (H45–H48).
3 Beilagen
11. Juli 1949
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief
Zitierhinweis:
Universal-Edition an Arnold Schönberg, 11. Juli 1949, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.17711.