An die
Herrn Direktor Alfred Schlee
Wien I.
27. August 1949
Lieber Herr Schlee:
Sie befinden sich in einem Irrtum. Denn Sie haben
vergessen, dass 1932 Dr. Kalmus in Berlin mit mir
einen neuen Generalvertrag1 abgeschlossen hatte,
der die meisten Ungerechtigkeiten aller früheren
Verträge eliminierte. Der grund war mein verlangen,
dass die Universal Edition mich für den von Emil
Herzka
zu meinem Schaden ausgeführten Vertrags-
bruch entschädige.
Ich weiss, dass Sie kopien dieser neuen Verträge
besitzen, denn vor dem Krieg noch hat mir die UE
einige pho[to]statische Kopien dieser Verträge ge-
schickt, die sich, zusammen mit Originalen in meinem
Besitz
2 befinden.
Aber selbst, wenn das nicht abgemacht wäre, so hat
die UE kein Recht etwa ein Manuskript zu verkaufen.
Zum Glück ist mein Besitz Titel daran in den neuen
Verträgen klar und unverkürzt manifestiert3, somit
ist jede weitere Diskussion darüber ausgeschlossen.
Es ist nur schade, dass Sie nicht den billigeren
Weg durch Herrn Diamond mir das zu senden benüt[t]zt
haben. Das wird so viel Porto kosten.
Ich empfieng Ihren Prospekt4 über meine Werke, aber
ich muss mein[en] Erstaunen darüber ausdrücken, dass
nach vier Jahren noch soviel Klagen über Aus-
lieferung meiner Werke zu hören sind.
Wie steht es damit?
Ich bin mit besten Grüssen, Ihr
An die
Herrn Direktor Alfred Schlee
Wien I.
27. August 1949
Lieber Herr Schlee:
Sie befinden sich in einem Irrtum. Denn Sie haben vergessen, dass 1932 Dr. Kalmus in Berlin mit mir einen neuen Generalvertrag1 abgeschlossen hatte, der die meisten Ungerechtigkeiten aller früheren Verträge eliminierte. Der grund war mein verlangen, dass die Universal Edition mich für den von Emil Herzka zu meinem Schaden ausgeführten Vertragsbruch entschädige.
Ich weiss, dass Sie kopien dieser neuen Verträge besitzen, denn vor dem Krieg noch hat mir die UE einige photostatische Kopien dieser Verträge geschickt, die sich, zusammen mit Originalen in meinem Besitz2 befinden.
Aber selbst, wenn das nicht abgemacht wäre, so hat die UE kein Recht etwa ein Manuskript zu verkaufen. Zum Glück ist mein Besitz Titel daran in den neuen Verträgen klar und unverkürzt manifestiert3, somit ist jede weitere Diskussion darüber ausgeschlossen. Es ist nur schade, dass Sie nicht den billigeren Weg durch Herrn Diamond mir das zu senden benützt haben. Das wird so viel Porto kosten.
Ich empfieng Ihren Prospekt4 über meine Werke, aber ich muss mein Erstaunen darüber ausdrücken, dass nach vier Jahren noch soviel Klagen über Auslieferung meiner Werke zu hören sind.
Wie steht es damit?
Ich bin mit besten Grüssen, Ihr

27. August 1949


Ort erschlossen

The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection



Brief, Kopie

Zitierhinweis:

Arnold Schönberg an Universal-Edition, 27. August 1949, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.5152.

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