Universal-Edition an Arnold Schönberg
14. März 1946
UNIVERSAL-EDITION
DR·JOHANNES PETSCHULL
WIEN UND LEIPZIG
WIEN I·KARLSPLATZ 6·MUSIKVEREINSGEBÄUDE·TELEFON U 4 75 85·U 4 75 86
TELEGRAMME: MUSIKEDITION WIEN
DR·JOHANNES PETSCHULL
WIEN UND LEIPZIG
WIEN I·KARLSPLATZ 6·MUSIKVEREINSGEBÄUDE·TELEFON U 4 75 85·U 4 75 86
TELEGRAMME: MUSIKEDITION WIEN
Be
Wien, 14.
März 1946.
Herrn
Los Angeles, 24
California.
Verehrter Meister!
Für Ihr Telegramm und den Brief vom 10.
Feber, den
ich heute erhalten habe, danke ich Ihnen herzlichst.
ich heute erhalten habe, danke ich Ihnen herzlichst.
Es ist der IGNM eine grosse Freude, dass Sie das
Ehren-
präsidium übernommen haben und die hiesigen Zeitun-
gen haben diese Tatsache entsprechend gewürdigt.
präsidium übernommen haben und die hiesigen Zeitun-
gen haben diese Tatsache entsprechend gewürdigt.
In unseren Räumlichkeiten veranstalten wir fast all-
wöchentlich Hauskonzerte vor geladenen Gästen, in
denen wir hauptsächlich moderne Musik zu Gehör brin-
gen, denn wir haben ja durch die Absperrung der letz-
ten Jahre sehr viel nachzuholen. In den musikalisch
interessierten Kreisen Wiens ist es grosse Mode ge-
worden, zu diesen Konzerten eingeladen zu werden und
wir versammeln damit wirklich Alle, die an Wiens kul-
turellem und musikalischen Wiederaufbau ernstlich in-
teressiert sind. Anlässlich eines unserer letzten Kon-
zerte wurde ein gemeinsamer Brief an den Bürgermeister
von Wien, General a. D. Theodor Körner1 gerichtet, in
welchem dem Wunsch Ausdruck gegeben wurde, Sie, ver-
ehrter Meister möglichst bald in Ihre Heimatstadt
zurückzuberufen.
wöchentlich Hauskonzerte vor geladenen Gästen, in
denen wir hauptsächlich moderne Musik zu Gehör brin-
gen, denn wir haben ja durch die Absperrung der letz-
ten Jahre sehr viel nachzuholen. In den musikalisch
interessierten Kreisen Wiens ist es grosse Mode ge-
worden, zu diesen Konzerten eingeladen zu werden und
wir versammeln damit wirklich Alle, die an Wiens kul-
turellem und musikalischen Wiederaufbau ernstlich in-
teressiert sind. Anlässlich eines unserer letzten Kon-
zerte wurde ein gemeinsamer Brief an den Bürgermeister
von Wien, General a. D. Theodor Körner1 gerichtet, in
welchem dem Wunsch Ausdruck gegeben wurde, Sie, ver-
ehrter Meister möglichst bald in Ihre Heimatstadt
zurückzuberufen.
Was nun Ihren Vorschlag anlangt, Ihre demnächst er-
scheinenden theoretischen Bücher in unserem Verlag
herauszubringen, nehmen wir diesen natürlich mit
der grössten Freude an2. Wie ich schon in einem mei-
ner letzten Briefe schrieb, wäre es unser sehnlich-
ster Wunsch, dass alle Ihre noch ungedruckten Werke
bei uns erscheinen und wir hoffen sehr, recht bald
die Manuskripte zu erhalten, um mit den Druckarbei-
ten beginnen zu können.
scheinenden theoretischen Bücher in unserem Verlag
herauszubringen, nehmen wir diesen natürlich mit
der grössten Freude an2. Wie ich schon in einem mei-
ner letzten Briefe schrieb, wäre es unser sehnlich-
ster Wunsch, dass alle Ihre noch ungedruckten Werke
bei uns erscheinen und wir hoffen sehr, recht bald
die Manuskripte zu erhalten, um mit den Druckarbei-
ten beginnen zu können.
Wir sind auch eben dabei, alle bisher bei uns er-
schienenen Werke, die wir zum Teil während der
letzten 7 Jahre verstecken konnten und die jetzt
sofort vergriffen waren, neu aufzulegen. Besonders
nach der Harmonielehre besteht eine ausserordent-
liche Nachfrage.
schienenen Werke, die wir zum Teil während der
letzten 7 Jahre verstecken konnten und die jetzt
sofort vergriffen waren, neu aufzulegen. Besonders
nach der Harmonielehre besteht eine ausserordent-
liche Nachfrage.
Ich freue mich, Sie bezüglich Ihrer Manuskripte
beruhigen zu können, sie waren alle so gut ver-
wahrt, dass wir sie unversehrt erhalten konnten.
beruhigen zu können, sie waren alle so gut ver-
wahrt, dass wir sie unversehrt erhalten konnten.
Mit Ihrem Sohn sind wir in ständiger
Verbindung,
er hat uns auch kürzlich die Fotografien gezeigt,
die er von Ihnen und Ihrer Familie erhalten hat.
Wir haben uns sehr gefreut, dass Sie unverändert
und wohl aussehen.
er hat uns auch kürzlich die Fotografien gezeigt,
die er von Ihnen und Ihrer Familie erhalten hat.
Wir haben uns sehr gefreut, dass Sie unverändert
und wohl aussehen.
Da ihr Sohn morgen in die U.E. kommt, werde ich
ihm Ihren Brief gleich zeigen können. Er wird
wegen seiner Zukunftspläne wohl dann selbst
schreiben.
ihm Ihren Brief gleich zeigen können. Er wird
wegen seiner Zukunftspläne wohl dann selbst
schreiben.
Wir erwarten nun recht bald die Einsendung der
Manuskripte.
Manuskripte.
Theodor
Körner
„Hochverehrter Meister! Als Bürgermeister der Stadt Wien gereicht es mir zur Ehre, Sie,
sehr verehrter Meister, im Namen der Wiener Musikwelt und in Namen der Stadtverwaltung
herzlichst einzuladen, in Ihre Heimatstadt Wien zurückzukehren. Zum Wiederaufbau unseres geliebten
Österreichs brauchen wir die
grossen Söhne unserer Heimat. Wir sind stolz auf Sie, der Sie den Ruf
unserer Musikstadt Wien bis weit
über die Grenzen unseres Landes getragen und uns im Ausland geholfen
haben, Österreich nicht vergessen
zu lassen.“ (Theodor Körner an Arnold Schönberg, 22. März 1946;
ASCC 18351).
nehmen wir diesen natürlich mit
der grössten Freude an
UNIVERSAL-EDITION
WIEN UND LEIPZIG
WIEN I·KARLSPLATZ 6·MUSIKVEREINSGEBÄUDE·TELEFON U 4 75 85·U 4 75 86
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WIEN UND LEIPZIG
WIEN I·KARLSPLATZ 6·MUSIKVEREINSGEBÄUDE·TELEFON U 4 75 85·U 4 75 86
TELEGRAMME: MUSIKEDITION WIEN
Be
Wien, 14.
März 1946.
Verehrter Meister!
Für Ihr Telegramm und den Brief vom 10.
Feber, den ich heute erhalten habe, danke ich Ihnen
herzlichst.
Es ist der IGNM eine grosse Freude, dass Sie das
Ehrenpräsidium übernommen haben und die hiesigen Zeitungen haben diese Tatsache entsprechend gewürdigt.
In unseren Räumlichkeiten veranstalten wir fast allwöchentlich Hauskonzerte vor geladenen Gästen, in denen wir
hauptsächlich moderne Musik zu Gehör bringen, denn wir haben ja durch die Absperrung der letzten Jahre sehr viel nachzuholen. In den musikalisch
interessierten Kreisen Wiens ist es
grosse Mode geworden, zu diesen Konzerten eingeladen zu werden und wir
versammeln damit wirklich Alle, die an Wiens kulturellem und musikalischen Wiederaufbau ernstlich interessiert sind. Anlässlich eines unserer letzten Konzerte wurde ein gemeinsamer Brief an den Bürgermeister von
Wien, General a. D. Theodor
Körner1 gerichtet, in welchem dem
Wunsch Ausdruck gegeben wurde, Sie, verehrter Meister möglichst bald in Ihre Heimatstadt
zurückzuberufen.
Was nun Ihren Vorschlag anlangt, Ihre demnächst erscheinenden theoretischen Bücher in unserem Verlag
herauszubringen, nehmen wir diesen natürlich mit
der grössten Freude an2. Wie ich schon in einem meiner letzten Briefe schrieb,
wäre es unser sehnlichster Wunsch, dass alle Ihre noch ungedruckten Werke bei uns
erscheinen und wir hoffen sehr, recht bald die Manuskripte zu erhalten, um
mit den Druckarbeiten beginnen zu können.
Wir sind auch eben dabei, alle bisher bei uns erschienenen Werke, die wir zum Teil während der letzten 7
Jahre verstecken konnten und die jetzt sofort vergriffen waren, neu
aufzulegen. Besonders nach der Harmonielehre besteht eine ausserordentliche Nachfrage.
Ich freue mich, Sie bezüglich Ihrer Manuskripte beruhigen zu können, sie
waren alle so gut verwahrt, dass wir sie unversehrt erhalten konnten.
Mit Ihrem Sohn sind wir in ständiger
Verbindung, er hat uns auch kürzlich die Fotografien gezeigt, die er
von Ihnen und Ihrer Familie erhalten hat. Wir haben uns sehr gefreut, dass
Sie unverändert und wohl aussehen.
Da ihr Sohn morgen in die U.E. kommt, werde ich
ihm Ihren Brief gleich zeigen können.
Er wird wegen seiner Zukunftspläne wohl dann selbst schreiben.
Wir erwarten nun recht bald die Einsendung der Manuskripte.
Theodor
Körner
„Hochverehrter Meister! Als Bürgermeister der Stadt Wien gereicht es mir zur Ehre, Sie,
sehr verehrter Meister, im Namen der Wiener Musikwelt und in Namen der Stadtverwaltung
herzlichst einzuladen, in Ihre Heimatstadt Wien zurückzukehren. Zum Wiederaufbau unseres geliebten
Österreichs brauchen wir die
grossen Söhne unserer Heimat. Wir sind stolz auf Sie, der Sie den Ruf
unserer Musikstadt Wien bis weit
über die Grenzen unseres Landes getragen und uns im Ausland geholfen
haben, Österreich nicht vergessen
zu lassen.“ (Theodor Körner an Arnold Schönberg, 22. März 1946;
ASCC 18351).
nehmen wir diesen natürlich mit
der grössten Freude an
14. März 1946
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief
Zitierhinweis:
Universal-Edition an Arnold Schönberg, 14. März 1946, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.17726.