Arnold Schönberg an Universal-Edition
10. Februar 1946
Sehr geehrter Herr:
In der Annahme, dass es in Deutschland
und Oesterreich noch Freunde meiner Musik giebt, und
dass zweitens die U.E., die ja den grössten Teil
meiner Werke in ihrem Katalog hatte, vielleicht
daran interessiert sein könnte, wende ich mich mit
der Frage an Sie, ob die Universal Edition bereit
wäre, einige meiner in englisch erschienen oder dem-
nächst erscheinenden theoretischen Bücher herauszugeben.
und Oesterreich noch Freunde meiner Musik giebt, und
dass zweitens die U.E., die ja den grössten Teil
meiner Werke in ihrem Katalog hatte, vielleicht
daran interessiert sein könnte, wende ich mich mit
der Frage an Sie, ob die Universal Edition bereit
wäre, einige meiner in englisch erschienen oder dem-
nächst erscheinenden theoretischen Bücher herauszugeben.
Ich würde gegebenenfalls für die deutsche
Uebersetzung selbst sorgen.
Uebersetzung selbst sorgen.
Es handelt sich in erster Linie um ein
bei G. Schirmer, Inc. erschienenes kleines Buch von 64
Seiten Quartformat; 2. um eine demnächst[e] erscheine[n]de
Sammlung meiner Essays und Vorträge1; 3. um ein umfang-
reiches Lehrbuch: Musikalische Kompositionslehre, und
4. ein Lehrbuch, das den Uebergang zwischen Harmonielehre
und Formenlehre bildet: Konstruktive Funktionen der
Harmonie. Möglicherweise kommt dann noch in einiger Zeit
dazu Kontrapunkt2, Band I: Vorübungen. Band 2: Kontrapunk-
tische Kompositionsformen. Band 3: Kontrapunkt in Homo-
phonen Kompositionen.
bei G. Schirmer, Inc. erschienenes kleines Buch von 64
Seiten Quartformat; 2. um eine demnächst[e] erscheine[n]de
Sammlung meiner Essays und Vorträge1; 3. um ein umfang-
reiches Lehrbuch: Musikalische Kompositionslehre, und
4. ein Lehrbuch, das den Uebergang zwischen Harmonielehre
und Formenlehre bildet: Konstruktive Funktionen der
Harmonie. Möglicherweise kommt dann noch in einiger Zeit
dazu Kontrapunkt2, Band I: Vorübungen. Band 2: Kontrapunk-
tische Kompositionsformen. Band 3: Kontrapunkt in Homo-
phonen Kompositionen.
Wenn Sie mir antworten, würde ich gerne
zwei Dinge wissen:
zwei Dinge wissen:
I. Sind Sie imstande mit meinem Sohn in
Kontakt zu kommen und ihn zu fragen, ob er meine Briefe
erhalten hat, und ob er wünscht nach Amerika zu kommen.
Kontakt zu kommen und ihn zu fragen, ob er meine Briefe
erhalten hat, und ob er wünscht nach Amerika zu kommen.
2. Sind meine Manuskripte unbeschädigt
erhalten geblieben?
erhalten geblieben?
Hochachtungsvoll
Sammlung meiner Essays und Vorträge
Die Herausgabe einer solchen
Sammlung war seit 1943
geplant,
es kam u. a. aufgrund von Schönbergs Unzufriedenheit mit mehreren
Übersetzungsversuchen immer wieder zu Verzögerungen, bis 1950 Style and
Idea (ASSV 3.1.2.) im Verlag Philosophical
Library erschien (McGeary 1986).
Kontrapunkt
Der Plan eines
Kontrapunkt-Lehrbuches bestand mindestens seit 1911 (Arnold Schönberg an
Universal-Edition, 23. Juli 1911), hierzu existieren drei
Konzepte zur Gliederung (1911, 1926, 1931) und zwei
Textentwürfe (1917, 1926). Nach der Emigration nahm Schönberg ein mehrbändiges englisches Lehrbuch in
Angriff (Arnold Schönberg an Carl Engel, 27. November bis 10. Dezember
1942; ASCC 3770), das seine Lehrerfahrungen in den 1930er und
1940er Jahren bündelte und dessen erster Band 1963 posthum als Preliminary
Exercises in Counterpoint erschien. Schönberg beabsichtigte „to provide for American
students who lacked sufficient background for advanced study in theory
and composition“ (Leonard
Stein im Vorwort zu Schoenberg 1963, S. xiv; vgl.
auch Neff
2015).
Sehr geehrter Herr:
In der Annahme, dass es in Deutschland
und Oesterreich noch Freunde meiner
Musik giebt, und dass zweitens die U.E.,
die ja den grössten Teil meiner Werke in ihrem Katalog hatte, vielleicht
daran interessiert sein könnte, wende ich mich mit der Frage an Sie,
ob die Universal Edition bereit wäre, einige
meiner in englisch erschienen oder demnächst erscheinenden theoretischen Bücher herauszugeben.
Ich würde gegebenenfalls für die deutsche Uebersetzung selbst sorgen.
Es handelt sich in erster Linie um ein bei G.
Schirmer, Inc. erschienenes kleines Buch von 64 Seiten Quartformat; 2. um eine demnächst erscheinende
Sammlung meiner Essays und Vorträge1; 3. um ein umfangreiches Lehrbuch: Musikalische
Kompositionslehre, und 4. ein Lehrbuch, das den Uebergang
zwischen Harmonielehre und Formenlehre bildet: Konstruktive Funktionen der Harmonie.
Möglicherweise
kommt dann noch in einiger Zeit dazu Kontrapunkt2,
Band I: Vorübungen. Band 2: Kontrapunktische Kompositionsformen. Band 3: Kontrapunkt in Homophonen Kompositionen.
Wenn Sie mir antworten, würde ich gerne zwei Dinge wissen:
I. Sind Sie imstande mit meinem Sohn in Kontakt zu
kommen und ihn zu fragen, ob er meine Briefe erhalten hat, und ob er
wünscht nach Amerika zu kommen.
2. Sind meine Manuskripte unbeschädigt erhalten geblieben?
Hochachtungsvoll
Sammlung meiner Essays und Vorträge
Die Herausgabe einer solchen
Sammlung war seit 1943
geplant,
es kam u. a. aufgrund von Schönbergs Unzufriedenheit mit mehreren
Übersetzungsversuchen immer wieder zu Verzögerungen, bis 1950 Style and
Idea (ASSV 3.1.2.) im Verlag Philosophical
Library erschien (McGeary 1986).
Kontrapunkt
Der Plan eines
Kontrapunkt-Lehrbuches bestand mindestens seit 1911 (Arnold Schönberg an
Universal-Edition, 23. Juli 1911), hierzu existieren drei
Konzepte zur Gliederung (1911, 1926, 1931) und zwei
Textentwürfe (1917, 1926). Nach der Emigration nahm Schönberg ein mehrbändiges englisches Lehrbuch in
Angriff (Arnold Schönberg an Carl Engel, 27. November bis 10. Dezember
1942; ASCC 3770), das seine Lehrerfahrungen in den 1930er und
1940er Jahren bündelte und dessen erster Band 1963 posthum als Preliminary
Exercises in Counterpoint erschien. Schönberg beabsichtigte „to provide for American
students who lacked sufficient background for advanced study in theory
and composition“ (Leonard
Stein im Vorwort zu Schoenberg 1963, S. xiv; vgl.
auch Neff
2015).
10. Februar 1946
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief, Kopie
Zitierhinweis:
Arnold Schönberg an Universal-Edition, 10. Februar 1946, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.4269.