Universal-Edition an Arnold Schönberg
23. Dezember 1947
Sehr verehrter Meister!
Ihr Brief vom 13.
Dezember kam hier gerade vor meiner
Abreise nach Rom an, wo ich unter anderem auch Ver-
handlungen über unsere für den Herbst in Aussicht genom
mene Pierrot lunaire-Tournee1 führen werde. Zunächst
ist einmal die Aufführung2 bei den Salzburger Festspie-
len 1948 mit dem italienischen Ensemble sichergestellt,
die Proben dazu sollen in der ersten Juliwoche in
Florenz stattfinden. Es ist schön, dass wir wieder
Zeit haben werden, sozusagen noch einmal von vorne mit
den Proben3 zu beginnen. Das wird das Ensemble sicher
wieder einen Schritt weiterbringen.
Abreise nach Rom an, wo ich unter anderem auch Ver-
handlungen über unsere für den Herbst in Aussicht genom
mene Pierrot lunaire-Tournee1 führen werde. Zunächst
ist einmal die Aufführung2 bei den Salzburger Festspie-
len 1948 mit dem italienischen Ensemble sichergestellt,
die Proben dazu sollen in der ersten Juliwoche in
Florenz stattfinden. Es ist schön, dass wir wieder
Zeit haben werden, sozusagen noch einmal von vorne mit
den Proben3 zu beginnen. Das wird das Ensemble sicher
wieder einen Schritt weiterbringen.
Was nun die Einladung für das Musikfest4 in Wien be-
trifft, so bitte ich herzlichst, Herrn Dr. Seefehlner
gegenüber nachsichtig zu sein. Er ist ein junger
Mensch, der jetzt im 2. Jahr die Leitung des Konzert-
hauses inne hat und er ist zur Zeit der einzige, der
zumindesten sich bemüht, in diesem Hause etwas zu ma-
chen, was, wie Sie wissen, in Wien ja ungeheuer schwie
rig ist. Dass er dabei manchmal noch nicht den richti-
gen Ton findet, bitte ich mit seiner Jugend und seinem
wirklich guten Willen zu entschuldigen. Die Haupt-
schwierigkeit, Ihre neuen Werke hier aufzuführen liegt
darin, dass wir keine Noten haben und dass die ameri-
kanischen Verleger Abrechnung in Dollar verlangen,
was für uns, denen es an allem fehlt, natürlich sehr
schwierig ist. Ich hoffe aber, dass ich jetzt mit
Schirmer doch zu irgend einer Einigung komme, die ein
wirkliches arbeiten möglich macht.
trifft, so bitte ich herzlichst, Herrn Dr. Seefehlner
gegenüber nachsichtig zu sein. Er ist ein junger
Mensch, der jetzt im 2. Jahr die Leitung des Konzert-
hauses inne hat und er ist zur Zeit der einzige, der
zumindesten sich bemüht, in diesem Hause etwas zu ma-
chen, was, wie Sie wissen, in Wien ja ungeheuer schwie
rig ist. Dass er dabei manchmal noch nicht den richti-
gen Ton findet, bitte ich mit seiner Jugend und seinem
wirklich guten Willen zu entschuldigen. Die Haupt-
schwierigkeit, Ihre neuen Werke hier aufzuführen liegt
darin, dass wir keine Noten haben und dass die ameri-
kanischen Verleger Abrechnung in Dollar verlangen,
was für uns, denen es an allem fehlt, natürlich sehr
schwierig ist. Ich hoffe aber, dass ich jetzt mit
Schirmer doch zu irgend einer Einigung komme, die ein
wirkliches arbeiten möglich macht.
Der ASCAP senden wir eine Liste der bei uns
erschie-
nenen Werke, damit sie auf Grund dieser Liste die Ver-
rechnung der ausseramerikanischen Aufführungen, die
sie über die entsprechenden Vertragsgesellschaften er-
hält, kontrollieren kann.
nenen Werke, damit sie auf Grund dieser Liste die Ver-
rechnung der ausseramerikanischen Aufführungen, die
sie über die entsprechenden Vertragsgesellschaften er-
hält, kontrollieren kann.
Hoffentlich bringt uns das Jahr 1948 auch in der Be-
schaffung Ihrer neuen Werke einen Fortschritt.
schaffung Ihrer neuen Werke einen Fortschritt.
Viele
herzliche Wünsche und alles Gute ergebenst Ihr
herzliche Wünsche und alles Gute ergebenst Ihr
Tournee
14. Oktober 1948, Zürich, Tonhalle, Tonhalle-Gesellschaft, 1.
Extrakonzert;
16. Oktober 1948 und 17. Oktober 1948, Basel,
Hans Huber-Saal, Basler Kammerorchester/Internationale Gesellschaft für Neue
Musik, 108. Studienaufführung ;
Oktober 1948, Winterthur
;
25. Oktober 1948, Wien, Konzerthaus, Mozart-Saal.
Aufführung
Proben
Mario Peragallo lud das
Ensemble in sein Landhaus ein (Alfred Schlee
et al. an Arnold Schönberg 31. Juli 1948).
Einladung für das Musikfest
Wiener Konzerthausgesellschaft an Arnold Schönberg, 2. Dezember 1947
(ASCC 18362);
14.–30. Juni
1948, Wien, 2.
Internationales Musikfest; keine Aufführung eines Schönberg-Werks.
Sehr verehrter Meister!
Ihr Brief vom 13.
Dezember kam hier gerade vor meiner Abreise nach Rom an, wo ich unter anderem auch Verhandlungen über unsere für den Herbst in Aussicht genommene Pierrot lunaire-Tournee1 führen werde. Zunächst ist einmal die Aufführung2 bei den Salzburger Festspielen 1948 mit dem italienischen Ensemble sichergestellt, die
Proben dazu sollen in der ersten Juliwoche in
Florenz stattfinden. Es ist schön, dass wir wieder Zeit haben werden,
sozusagen noch einmal von vorne mit den Proben3 zu
beginnen. Das wird das Ensemble sicher wieder einen Schritt
weiterbringen.
Was nun die Einladung für das Musikfest4 in Wien betrifft, so bitte ich herzlichst, Herrn Dr. Seefehlner
gegenüber nachsichtig zu sein. Er ist ein junger Mensch, der jetzt im
2. Jahr die Leitung des Konzerthauses inne hat und er ist zur Zeit der einzige,
der zumindesten sich bemüht, in diesem Hause etwas zu machen, was, wie Sie wissen, in Wien ja ungeheuer schwierig ist. Dass er dabei
manchmal noch nicht den richtigen Ton findet, bitte ich mit seiner Jugend und seinem
wirklich guten Willen zu entschuldigen. Die Hauptschwierigkeit, Ihre neuen Werke hier aufzuführen liegt
darin, dass wir keine Noten haben und dass die amerikanischen Verleger Abrechnung in Dollar
verlangen, was für uns, denen es an allem fehlt, natürlich sehr
schwierig ist. Ich hoffe aber, dass ich jetzt mit
Schirmer doch zu irgend einer Einigung komme,
die ein wirkliches arbeiten möglich macht.
Der ASCAP senden wir eine Liste der bei uns
erschienenen Werke, damit sie auf Grund dieser Liste die Verrechnung der ausseramerikanischen Aufführungen, die sie
über die entsprechenden Vertragsgesellschaften erhält, kontrollieren kann.
Hoffentlich bringt uns das Jahr 1948 auch in der Beschaffung Ihrer neuen Werke einen Fortschritt.
Viele herzliche Wünsche und alles Gute
ergebenst Ihr
Tournee
14. Oktober 1948, Zürich, Tonhalle, Tonhalle-Gesellschaft, 1.
Extrakonzert;
16. Oktober 1948 und 17. Oktober 1948, Basel,
Hans Huber-Saal, Basler Kammerorchester/Internationale Gesellschaft für Neue
Musik, 108. Studienaufführung ;
Oktober 1948, Winterthur
;
25. Oktober 1948, Wien, Konzerthaus, Mozart-Saal.
Aufführung
Proben
Mario Peragallo lud das
Ensemble in sein Landhaus ein (Alfred Schlee
et al. an Arnold Schönberg 31. Juli 1948).
Einladung für das Musikfest
Wiener Konzerthausgesellschaft an Arnold Schönberg, 2. Dezember 1947
(ASCC 18362);
14.–30. Juni
1948, Wien, 2.
Internationales Musikfest; keine Aufführung eines Schönberg-Werks.
23. Dezember 1947
The Library of Congress
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Washington, D.C.
Music Division
Arnold Schoenberg Collection
Brief
Zitierhinweis:
Universal-Edition an Arnold Schönberg, 23. Dezember 1947, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.17740.