Arnold Schönberg an F. M. Geidel
6. Juni 1914
Ich habe geglaubt, Ihre Fragen deutlich und klar beantwortet zu
haben. Nun sehe ich mit Bedauern, dass Sie meine ausführlichen
Auseinandersetzungen nicht genügend beachtet haben.
haben. Nun sehe ich mit Bedauern, dass Sie meine ausführlichen
Auseinandersetzungen nicht genügend beachtet haben.
Ich schrieb wörtlich:
„Es ist gar kein Unglück, sieht auch besser aus und ist
lesbarer, wenn auf einer einsystemigen Platte nur 24 cm
der Höhe bedruckt sind, als wenn Ueberflüssiges dort steht.
Die Partituren1 dienen einzig und allein praktischen
Zwecken und je besser sie denen entsprechen, desto schöner
sind sie. Jede andere Schönheit ist Mumpitz.“
lesbarer, wenn auf einer einsystemigen Platte nur 24 cm
der Höhe bedruckt sind, als wenn Ueberflüssiges dort steht.
Die Partituren1 dienen einzig und allein praktischen
Zwecken und je besser sie denen entsprechen, desto schöner
sind sie. Jede andere Schönheit ist Mumpitz.“
Ich habe geglaubt, dass dieser Hinweis:
Lesbarkeit = Schönheit
von Ihnen zur Kenntnis genommen werden wird.
Lesbarkeit = Schönheit
von Ihnen zur Kenntnis genommen werden wird.
Ich habe gedacht, Sie werden einsehen, dass die
Partituren
für die Dirigenten und Musiker sind
und dass man denen die Mühe der Entzifferung
so weit wie möglich zu erleichtern hat!!!
Partituren
für die Dirigenten und Musiker sind
und dass man denen die Mühe der Entzifferung
so weit wie möglich zu erleichtern hat!!!
1 Deshalb ist es also durchaus
nicht an-
gebracht, durchaus falsch, 2 Stimmen die auf
einer Zeile stehen können, auf 2 zu stechen!!
Insbesondere, da meist die Akkorde leichter zu lesen
sind, wenn möglichst viel davon (2–3 Töne) in einer
Zeile stehen.
gebracht, durchaus falsch, 2 Stimmen die auf
einer Zeile stehen können, auf 2 zu stechen!!
Insbesondere, da meist die Akkorde leichter zu lesen
sind, wenn möglichst viel davon (2–3 Töne) in einer
Zeile stehen.
Eine Ausnahme davon machen natürlich
Zeilen, in denen zwei rhytmisch verschiedene
Stimmen stehen z Bsp: Seite 3, Vcll, 2 Takt:
oder: Seite 3; Takt 2, Flöten
oder Seite 4, 2. System, 3. Takt, Fl u Pic
aber Seite 8, 1. System, 4. Takt Solo Br
besser in 2 Zeilen (eventuell!!)
Zeilen, in denen zwei rhytmisch verschiedene
Stimmen stehen z Bsp: Seite 3, Vcll, 2 Takt:
das ist besser in
2 Zeilen:
2 Zeilen:
besser:
besser:
aber Seite 8, 1. System, 4. Takt Solo Br
besser in 2 Zeilen (eventuell!!)
Dagegen sind folgende Stellen besser in einer Zeile als in 2:
Seite 6, Takt 5, die Br; Seite 7, Takt 2, die Clar. und die Fag.
Seite 5, 1. System, Takt 1 die Ktrbsse Seite 9, 2. Syst, 6. Takt, Ob und Klar.
Seite 6, Takt 5, die Br; Seite 7, Takt 2, die Clar. und die Fag.
Seite 5, 1. System, Takt 1 die Ktrbsse Seite 9, 2. Syst, 6. Takt, Ob und Klar.
2.
Zusammenziehungen nur bei
Instrumenten der gleichen Gattung, die die
gleiche Notierung haben!!!
gleiche Notierung haben!!!
Schönberg
6./6.1914
Partituren
Ich habe geglaubt, Ihre Fragen deutlich und klar beantwortet zu haben. Nun
sehe ich mit Bedauern, dass Sie meine ausführlichen Auseinandersetzungen
nicht genügend beachtet haben.
Ich schrieb wörtlich:
„Es ist gar kein Unglück, sieht auch besser aus und ist
lesbarer, wenn auf einer einsystemigen Platte nur 24 cm der Höhe
bedruckt sind, als wenn Ueberflüssiges dort steht. Die Partituren1 dienen
einzig und allein praktischen
Zwecken und je besser sie denen entsprechen, desto schöner sind sie.
Jede andere Schönheit ist Mumpitz.“
Ich habe geglaubt, dass dieser Hinweis:
Lesbarkeit
= Schönheit
von Ihnen zur Kenntnis genommen werden wird.
Ich habe gedacht, Sie werden einsehen, dass die Partituren für die Dirigenten und Musiker sind
und dass man denen die Mühe der Entzifferung so weit wie möglich zu
erleichtern hat!!!
1 Deshalb ist es also durchaus
nicht angebracht, durchaus falsch, 2 Stimmen
die auf einer Zeile stehen können, auf 2 zu stechen!!
Insbesondere, da
meist die Akkorde leichter zu lesen sind, wenn möglichst viel davon
(2–3 Töne) in einer Zeile stehen.
Eine Ausnahme davon machen natürlich Zeilen, in
denen zwei rhytmisch verschiedene Stimmen stehen z Bsp: Seite 3, Vcll, 2 Takt:
oder: Seite 3; Takt 2, Flöten
oder Seite 4, 2. System, 3. Takt, Fl u Pic
aber Seite 8, 1. System, 4. Takt Solo Br
besser in 2 Zeilen (eventuell!!)
das ist besser in 2 Zeilen:
besser:
besser:
Dagegen sind folgende Stellen besser in einer Zeile als in 2: Seite 6, Takt 5, die Br; Seite 7, Takt 2, die Clar. und die Fag.
Seite 5, 1. System, Takt 1 die Ktrbsse Seite 9, 2. Syst, 6. Takt, Ob und Klar.
2.
Zusammenziehungen nur bei
Instrumenten der gleichen Gattung, die die gleiche Notierung haben!!!
Schönberg
6./6.1914
Partituren
6. Juni 1914
Ort erschlossen aus Arnold Schönberg an Heinrich Jalowetz, 6. Juni 1914 (ASCC 23750); angeklebt an F. M. Geidel an Universal-Edition, 3. Juni 1914; die mit Ziffern
nummerierten Absätze beziehen sich auf dortige Stellen, die von Schönberg mit einem Kreuz markiert wurden.
Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Nachlass Arnold Schönberg
Wien
Archiv
Nachlass Arnold Schönberg
Brief
Zitierhinweis:
Arnold Schönberg an F. M. Geidel, 6. Juni 1914, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.23855.