21/1[0]. 1912
Lieber Herr Direktor, ich kann Ihnen die angenehme Mitteilung
machen, dass Peters die Orchesterstücke erworben1 hat. Das Honorar ist zwar wesent-
lich niedriger ausgefallen, als ich es mir vorgestellt habe. Aber aus unserer Unterredung
am Mittwoch habe ich zweierlei entnommen: I. dass Sie wirklich nicht in der Lage
sind, diese Sachen alle in absehbarer Zeit herauszubringen und deshalb auch
nicht sonderlich darauf reflektieren. II. Aber, so schien es mir, legten Sie selbst
dem großen Wert (nicht nur für mich, sondern auch für die Univers. Edition)
bei, dass es einen günstigen Eindruck machen werde, wenn noch ein großer
Verlag sich für meine Werke interessiert. Und insbesondere dieses letztere,
bestimmte mich, Peters Vorschläge sofort anzunehmen.
Nun möchte ich aber doch wissen, wie Sie sich zu den anderen Werken
stellen. Und ich muss, das rasch wissen, denn ich möchte unbedingt alles so
rasch wie möglich gedruckt haben. Deshalb frage ich Sie und bitte Sie um
schleunige und klare Antwort: Welche der übrigbleibenden fünf Werke
wollen Sie haben. Meine Bedingungen sind nur die unseres Vertrages, nämlich:
I. dass Sie die betreffenden Werke jetzt gleich erwerben.
II. dass mir der vertragsmäßige Honorar-Vorschuss (10 %) von den ersten
300 Exemplaren) gleich bar ausgezalt wird.
III. dass Sie sich verpflichten, die Werke in angemessener Zeit heraus-
zubringen (wobei die Gurre-Lieder2 aber nicht zurückgestellt werden dürfen).
Kammersinfonie und George-Lieder müssten noch 1912 erscheinen
Chor bis Frühjahr 1913, die beiden übrigbleibenden: Balladen
und Lieder3 bis Frühjahr 1914.
Bitte schreiben Sie mir nun umgehend. – Ich habe nichts dagegen,
wenn Sie nur einige oder eines der Werke erwerben, aber dann müssen
die Drucktermine entsprechend geändert werden.
Als Honorarvorschüsse berechne ich
für die Kammersinfonie – (die in Partitur erscheinen4 muss), die cirka
75 Druckseiten haben dürfte: 600 Mark
für die George Lieder5: 240 〃 [Mark]
[für] den Chor6 90 〃 [Mark]
[für] die Balladen 150 〃 [Mark]
[für][die] 3 Lieder7 100 〃 [Mark]
zusammen 1180 Mark
Wenn Sie aber alle
fünf annehmen begnüge ich mich mit 1000 Mark.
Bitte antworten Sie gleich.
Herzlichste Grüße Ihr Arnold Schönberg
21/1. 1912
Lieber Herr Direktor, ich kann Ihnen die angenehme Mitteilung machen, dass Peters die Orchesterstücke erworben1 hat. Das Honorar ist zwar wesentlich niedriger ausgefallen, als ich es mir vorgestellt habe. Aber aus unserer Unterredung am Mittwoch habe ich zweierlei entnommen: I. dass Sie wirklich nicht in der Lage sind, diese Sachen alle in absehbarer Zeit herauszubringen und deshalb auch nicht sonderlich darauf reflektieren. II. Aber, so schien es mir, legten Sie selbst dem großen Wert (nicht nur für mich, sondern auch für die Univers. Edition) bei, dass es einen günstigen Eindruck machen werde, wenn noch ein großer Verlag sich für meine Werke interessiert. Und insbesondere dieses letztere, bestimmte mich, Peters Vorschläge sofort anzunehmen.
Nun möchte ich aber doch wissen, wie Sie sich zu den anderen Werken stellen. Und ich muss, das rasch wissen, denn ich möchte unbedingt alles so rasch wie möglich gedruckt haben. Deshalb frage ich Sie und bitte Sie um schleunige und klare Antwort: Welche der übrigbleibenden fünf Werke wollen Sie haben. Meine Bedingungen sind nur die unseres Vertrages, nämlich:
I. dass Sie die betreffenden Werke jetzt gleich erwerben.
II. dass mir der vertragsmäßige Honorar-Vorschuss (10 %) von den ersten 300 Exemplaren) gleich bar ausgezalt wird.
III. dass Sie sich verpflichten, die Werke in angemessener Zeit herauszubringen (wobei die Gurre-Lieder2 aber nicht zurückgestellt werden dürfen). Kammersinfonie und George-Lieder müssten noch 1912 erscheinen Chor bis Frühjahr 1913, die beiden übrigbleibenden: Balladen und Lieder3 bis Frühjahr 1914.
Bitte schreiben Sie mir nun umgehend. – Ich habe nichts dagegen, wenn Sie nur einige oder eines der Werke erwerben, aber dann müssen die Drucktermine entsprechend geändert werden.
Als Honorarvorschüsse berechne ich für die Kammersinfonie – (die in Partitur erscheinen4 muss), die cirka
75 Druckseiten haben dürfte: 600 Mark
für die George Lieder5: 240 Mark
für den Chor6 90 Mark
für die Balladen 150 Mark
die 3 Lieder7 100 Mark
zusammen 1180 Mark
Wenn Sie aber alle fünf annehmen begnüge ich mich mit 1000 Mark.
Bitte antworten Sie gleich.
Herzlichste Grüße Ihr Arnold Schönberg

21. Jänner 1912


Autographes Datum irrtümlich 21. Oktober 1912; Inhalt und chronologische Verzahnung mit der Korrespondenz zwischen Arnold Schönberg und dem Verlag C. F. Peters bezüglich Inverlagnahme der Fünf Orchesterstücke op. 16 legen eine Datierung im Jänner 1912 nahe.

Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Universal Edition Collection


Brief

Zitierhinweis:

Arnold Schönberg an Universal-Edition, 21. Jänner 1912, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.293.

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