Arnold Schönberg an Universal-Edition
21. Jänner 1912
21/1[0]. 1912
Lieber Herr Direktor, ich kann Ihnen die angenehme Mitteilung
machen, dass Peters die Orchesterstücke erworben1 hat. Das Honorar ist zwar wesent-
lich niedriger ausgefallen, als ich es mir vorgestellt habe. Aber aus unserer Unterredung
am Mittwoch habe ich zweierlei entnommen: I. dass Sie wirklich nicht in der Lage
sind, diese Sachen alle in absehbarer Zeit herauszubringen und deshalb auch
nicht sonderlich darauf reflektieren. II. Aber, so schien es mir, legten Sie selbst
dem großen Wert (nicht nur für mich, sondern auch für die Univers. Edition)
bei, dass es einen günstigen Eindruck machen werde, wenn noch ein großer
Verlag sich für meine Werke interessiert. Und insbesondere dieses letztere,
bestimmte mich, Peters Vorschläge sofort anzunehmen.
machen, dass Peters die Orchesterstücke erworben1 hat. Das Honorar ist zwar wesent-
lich niedriger ausgefallen, als ich es mir vorgestellt habe. Aber aus unserer Unterredung
am Mittwoch habe ich zweierlei entnommen: I. dass Sie wirklich nicht in der Lage
sind, diese Sachen alle in absehbarer Zeit herauszubringen und deshalb auch
nicht sonderlich darauf reflektieren. II. Aber, so schien es mir, legten Sie selbst
dem großen Wert (nicht nur für mich, sondern auch für die Univers. Edition)
bei, dass es einen günstigen Eindruck machen werde, wenn noch ein großer
Verlag sich für meine Werke interessiert. Und insbesondere dieses letztere,
bestimmte mich, Peters Vorschläge sofort anzunehmen.
Nun möchte ich aber doch wissen, wie Sie sich zu den anderen Werken
stellen. Und ich muss, das rasch wissen, denn ich möchte unbedingt alles so
rasch wie möglich gedruckt haben. Deshalb frage ich Sie und bitte Sie um
schleunige und klare Antwort: Welche der übrigbleibenden fünf Werke
wollen Sie haben. Meine Bedingungen sind nur die unseres Vertrages, nämlich:
stellen. Und ich muss, das rasch wissen, denn ich möchte unbedingt alles so
rasch wie möglich gedruckt haben. Deshalb frage ich Sie und bitte Sie um
schleunige und klare Antwort: Welche der übrigbleibenden fünf Werke
wollen Sie haben. Meine Bedingungen sind nur die unseres Vertrages, nämlich:
I. dass Sie die betreffenden Werke jetzt gleich erwerben.
II. dass mir der vertragsmäßige Honorar-Vorschuss (10 %) von den ersten
300 Exemplaren) gleich bar ausgezalt wird.
300 Exemplaren) gleich bar ausgezalt wird.
III. dass Sie sich verpflichten, die Werke in angemessener Zeit heraus-
zubringen (wobei die Gurre-Lieder2 aber nicht zurückgestellt werden dürfen).
Kammersinfonie und George-Lieder müssten noch 1912 erscheinen
Chor bis Frühjahr 1913, die beiden übrigbleibenden: Balladen
und Lieder3 bis Frühjahr 1914.
zubringen (wobei die Gurre-Lieder2 aber nicht zurückgestellt werden dürfen).
Kammersinfonie und George-Lieder müssten noch 1912 erscheinen
Chor bis Frühjahr 1913, die beiden übrigbleibenden: Balladen
und Lieder3 bis Frühjahr 1914.
Bitte schreiben Sie mir nun umgehend. – Ich habe nichts dagegen,
wenn Sie nur einige oder eines der Werke erwerben, aber dann müssen
die Drucktermine entsprechend geändert werden.
wenn Sie nur einige oder eines der Werke erwerben, aber dann müssen
die Drucktermine entsprechend geändert werden.
Als Honorarvorschüsse berechne ich
für die Kammersinfonie – (die in Partitur erscheinen4 muss), die cirka
für die Kammersinfonie – (die in Partitur erscheinen4 muss), die cirka
| 75 Druckseiten haben dürfte: | 600 Mark |
| für die George Lieder5: | 240 〃 [Mark] |
| 〃 [für] den Chor6 | 90 〃 [Mark] |
| 〃 [für] die Balladen | 150 〃 [Mark] |
| 〃 [für]〃 [die] 3 Lieder7 | 100 〃 [Mark] |
| zusammen | 1180 Mark |
Wenn Sie aber alle
fünf annehmen begnüge ich mich mit 1000 Mark.
fünf annehmen begnüge ich mich mit 1000 Mark.
Bitte antworten Sie gleich.
Herzlichste Grüße Ihr
Arnold Schönberg
erworben
Gurre-Lieder
Lieferdatum: 8. November 1912, Auflage: 500 (Buchon 2015, Bd.
5, S. 660).
Lieder
erscheinen
Lieferdatum: 25. Jänner 1913 (Buchon 2015, Bd. 5, S.
666).
George
Lieder
Lieferdatum: 17.
November 1914, Auflage: 302 (Buchon 2015, Bd. 5,
S. 665).
Chor
Der Verlag Tischer & Jagenberg war im September 1911 an Arnold
Schönberg mit der Anfrage nach Inverlagnahme eines seiner
Werke in Kontakt getreten (Tischer & Jagenberg an Arnold Schönberg,
2. September 1911; ASCC
17390). Aus Tischer & Jagenberg an Arnold Schönberg, 11.
September 1911 (ASCC
17389), sowie aus der vorliegenden Korrespondenz geht hervor,
dass Schönberg eine Publikation
seitens der UE
präferierte. Da die UE
Schönbergs Wunsch nicht nachkommen
konnte, bot dieser Anfang 1912 mehrere Werke
Gerhard Tischer an (Arnold
Schönberg an Tischer & Jagenberg, 21. Jänner 1911; ASCC
242). Dieser wollte sich jedoch nicht zur Publikation
sämtlicher angebotener Werke verpflichten, sodass schließlich entgegen
Schönbergs ursprünglicher
Intention am 19. März 1912 ein
Tantiemen-Vertrag mit Tischer &
Jagenberg (ASCC
23942) über Friede auf Erden op.
13 geschlossen wurde.
Lieder
21/1. 1912
Lieber Herr Direktor, ich kann Ihnen die angenehme Mitteilung machen, dass
Peters die Orchesterstücke
erworben1 hat. Das Honorar ist zwar wesentlich niedriger ausgefallen, als ich es mir vorgestellt habe.
Aber aus unserer Unterredung am Mittwoch
habe ich zweierlei entnommen: I. dass Sie wirklich nicht in der Lage sind,
diese Sachen alle in absehbarer Zeit herauszubringen und deshalb auch nicht
sonderlich darauf reflektieren. II. Aber, so schien es mir, legten Sie selbst
dem großen Wert (nicht nur für mich, sondern auch für die Univers. Edition) bei, dass es einen günstigen
Eindruck machen werde, wenn noch ein großer
Verlag sich für meine Werke interessiert. Und insbesondere dieses letztere,
bestimmte mich, Peters Vorschläge sofort
anzunehmen.
Nun möchte ich aber doch wissen, wie Sie sich zu den anderen Werken stellen.
Und ich muss, das rasch wissen, denn ich möchte unbedingt alles so rasch
wie möglich gedruckt haben. Deshalb frage ich Sie und bitte Sie um
schleunige und klare Antwort: Welche der übrigbleibenden fünf Werke
wollen Sie haben. Meine Bedingungen sind nur die unseres
Vertrages, nämlich:
I. dass Sie die betreffenden Werke jetzt gleich erwerben.
II. dass mir der vertragsmäßige Honorar-Vorschuss (10 %) von den ersten 300
Exemplaren) gleich bar ausgezalt wird.
III. dass Sie sich verpflichten, die Werke in angemessener Zeit herauszubringen (wobei die Gurre-Lieder2 aber nicht zurückgestellt
werden dürfen).
Kammersinfonie und George-Lieder müssten noch 1912 erscheinen
Chor bis Frühjahr 1913,
die beiden übrigbleibenden: Balladen
und Lieder3 bis Frühjahr 1914.
Bitte schreiben Sie mir nun umgehend. – Ich habe nichts dagegen, wenn Sie
nur einige oder eines der Werke erwerben, aber dann müssen die Drucktermine
entsprechend geändert werden.
Als Honorarvorschüsse berechne ich für die Kammersinfonie – (die in Partitur erscheinen4 muss), die cirka
| 75 Druckseiten haben dürfte: | 600 Mark |
| für die George Lieder5: | 240 Mark |
| für den Chor6 | 90 Mark |
| für die Balladen | 150 Mark |
| die 3 Lieder7 | 100 Mark |
| zusammen | 1180 Mark |
Wenn Sie aber alle fünf annehmen begnüge ich mich mit 1000 Mark.
Bitte antworten Sie gleich.
Herzlichste Grüße Ihr
Arnold Schönberg
erworben
Gurre-Lieder
Lieferdatum: 8. November 1912, Auflage: 500 (Buchon 2015, Bd.
5, S. 660).
Lieder
erscheinen
Lieferdatum: 25. Jänner 1913 (Buchon 2015, Bd. 5, S.
666).
George
Lieder
Lieferdatum: 17.
November 1914, Auflage: 302 (Buchon 2015, Bd. 5,
S. 665).
Chor
Der Verlag Tischer & Jagenberg war im September 1911 an Arnold
Schönberg mit der Anfrage nach Inverlagnahme eines seiner
Werke in Kontakt getreten (Tischer & Jagenberg an Arnold Schönberg,
2. September 1911; ASCC
17390). Aus Tischer & Jagenberg an Arnold Schönberg, 11.
September 1911 (ASCC
17389), sowie aus der vorliegenden Korrespondenz geht hervor,
dass Schönberg eine Publikation
seitens der UE
präferierte. Da die UE
Schönbergs Wunsch nicht nachkommen
konnte, bot dieser Anfang 1912 mehrere Werke
Gerhard Tischer an (Arnold
Schönberg an Tischer & Jagenberg, 21. Jänner 1911; ASCC
242). Dieser wollte sich jedoch nicht zur Publikation
sämtlicher angebotener Werke verpflichten, sodass schließlich entgegen
Schönbergs ursprünglicher
Intention am 19. März 1912 ein
Tantiemen-Vertrag mit Tischer &
Jagenberg (ASCC
23942) über Friede auf Erden op.
13 geschlossen wurde.
Lieder
21. Jänner 1912
Autographes Datum irrtümlich 21. Oktober 1912; Inhalt und
chronologische Verzahnung mit der Korrespondenz zwischen Arnold Schönberg und dem Verlag C. F. Peters bezüglich Inverlagnahme der Fünf Orchesterstücke op. 16 legen eine Datierung im
Jänner 1912 nahe.
Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Universal Edition Collection
Wien
Archiv
Universal Edition Collection
Brief
Zitierhinweis:
Arnold Schönberg an Universal-Edition, 21. Jänner 1912, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.293.