Lieber Herr Direktor, mit G. kann ich [nicht] arbeiten, weil er I.
ungeheure Summen verdienen will, während ich sparen muss. II
ist er nicht dazu zu bewegen, mit mir eine schriftliche klare Ab-
machung zu treffen, sondern will alles im Dunkeln lassen. III Ist er
äußerst nachlässig, unpünktlich, unverlässlich und vergesslich und lügt
[mich] fortwährend an. – Das genügt wohl. Wolff verlangt nichts
fürs Arrangement1 und wird mir sparen helfen. Außerdem ist
er in jeder denkbaren Hinsicht solider und will auch für weitere Auf-
führungen sorgen. Giebt es da eine Wahl? – Nicht Frau Zehme hat mich
aufgehetzt, sondern ich habe Frau Zehme aufgehetzt2, weil Gutm. und der
Wiener Ehrenmann sie in unerhörter Weise überhalten (sehr sehr
gelinde gesagt!) haben. Soviel Geld ist dann doch nicht da, dass Raub-
bau getrieben werden dürfte. Da mache ich doch lieber mehr Proben!!
Bitte teilen Sie mir umgehend mit, wann ich das Chormaterial
haben kann
. Ich muss auch das Orchestermaterial rechtzeitig haben,

weil ich eine Reihe von Retouchen
machen will.
Mein Vorschlag die Wiener
Wiederholung3 in einem Theater
zu machen ist scheinbar einfach gar nicht
in Betracht gezogen worden!! Warum
denn? – Oder haben Sie
meinen Brief nicht erhalten?
Herzl Gruß Schönberg
9/3.1913
Lieber Herr Direktor, mit G. kann ich nicht arbeiten, weil er I. ungeheure Summen verdienen will, während ich sparen muss. II ist er nicht dazu zu bewegen, mit mir eine schriftliche klare Abmachung zu treffen, sondern will alles im Dunkeln lassen. III Ist er äußerst nachlässig, unpünktlich, unverlässlich und vergesslich und lügt mich fortwährend an. – Das genügt wohl. Wolff verlangt nichts fürs Arrangement1 und wird mir sparen helfen. Außerdem ist er in jeder denkbaren Hinsicht solider und will auch für weitere Aufführungen sorgen. Giebt es da eine Wahl? – Nicht Frau Zehme hat mich aufgehetzt, sondern ich habe Frau Zehme aufgehetzt2, weil Gutm. und der Wiener Ehrenmann sie in unerhörter Weise überhalten (sehr sehr gelinde gesagt!) haben. Soviel Geld ist dann doch nicht da, dass Raubbau getrieben werden dürfte. Da mache ich doch lieber mehr Proben!! Bitte teilen Sie mir umgehend mit, wann ich das Chormaterial haben kann. Ich muss auch das Orchestermaterial rechtzeitig haben, weil ich eine Reihe von Retouchen machen will.
Mein Vorschlag die Wiener Wiederholung3 in einem Theater zu machen ist scheinbar einfach gar nicht in Betracht gezogen worden!! Warum denn? – Oder haben Sie meinen Brief nicht erhalten?
Herzl Gruß Schönberg
9/3.1913

9. März 1913


Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Universal Edition Collection



Postkarte

Zitierhinweis:

Arnold Schönberg an Universal-Edition, 9. März 1913, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.6845.

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