30/12. 1912
Lieber Herr Direktor, herzlichsten Dank für
den Schrekerschen Auszug von Spielmann und
[f]ür Ihre Weihnachtswünsche, denen ich meine
Neujahrswünsche für Sie entgegensetze. –
1. Sie hatten mir auch SchrekersFernen Klang
versprochen. Möchten Sie mir den nicht schicken?
2. Wenn Frau Freund das Waldtauben-Stück
aus den Gurreliedern in Paris singen will1, so
ist keine eigene Einleitung dazu nötig. Man
kann 1.) entweder beginnen bei dem 6/8 Takt auf
Seite 82 oder 2.) noch besser auf Seite 80, 3. Takt
wo die Trompeten, Posaunen und Hörner dieses Thema
haben, das gut überleitet:
3. Am besten aber wäre es, wenn man das
ganze Zwischenspiel dazunähme und auf Seite 71
1. Zeile letzter Takt, begänne.
3. Was Sie in Ihrem Brief2 vom 18/12. verlangen,

kann jetzt nicht mehr geschehen, da de[r] erste
Theil der Pierrot-Tournee3 bereits vorbei ist.
Eine Fortsetzung ist geplant, aber noch nicht fest-
gesetzt (Paris, Amsterdam, Petersburg etc). Sicher
ist für die nächste Zeit einstweilen nur
Prag4 (ich glaube am 25. Februar 1913).
Von anderen Aufführungen erfahre ich gewöhnlich
erst im Nachhinein. So zum Beispiel von der
meines Sextetts in Mannheim5, Stuttgart6 und
Hamburg7. Von letzterer lege ich zwei Kritiken
bei, die wirklich einmal etwas besser sind.
Das Sextett gefällt eben jetzt schon. Hoffentlich
rücken die anderen Sachen rasch nach.
4. Wann bekomme ich die Partitur der
Kammersinfonie
8? Und wann den Gurrelieder-
Auszug9?
Auch die Partitur von Mahlers IX. Symphonie
hätte ich gerne schon!
Nun also: Prosit Neujahr. Herzlichst Ihr Arnold Schönberg
30/12. 1912
Lieber Herr Direktor, herzlichsten Dank für den Schrekerschen Auszug von Spielmann und für Ihre Weihnachtswünsche, denen ich meine Neujahrswünsche für Sie entgegensetze. –
1. Sie hatten mir auch SchrekersFernen Klang“ versprochen. Möchten Sie mir den nicht schicken?
2. Wenn Frau Freund das Waldtauben-Stück aus den Gurreliedern in Paris singen will1, so ist keine eigene Einleitung dazu nötig. Man kann 1.) entweder beginnen bei dem 6/8 Takt auf Seite 82 oder 2.) noch besser auf Seite 80, 3. Takt wo die Trompeten, Posaunen und Hörner dieses Thema haben, das gut überleitet:
3. Am besten aber wäre es, wenn man das ganze Zwischenspiel dazunähme und auf Seite 71 1. Zeile letzter Takt, begänne.
3. Was Sie in Ihrem Brief2 vom 18/12. verlangen, kann jetzt nicht mehr geschehen, da der erste Theil der Pierrot-Tournee3 bereits vorbei ist. Eine Fortsetzung ist geplant, aber noch nicht festgesetzt (Paris, Amsterdam, Petersburg etc). Sicher ist für die nächste Zeit einstweilen nur Prag4 (ich glaube am 25. Februar 1913).
Von anderen Aufführungen erfahre ich gewöhnlich erst im Nachhinein. So zum Beispiel von der meines Sextetts in Mannheim5, Stuttgart6 und Hamburg7. Von letzterer lege ich zwei Kritiken bei, die wirklich einmal etwas besser sind. Das Sextett gefällt eben jetzt schon. Hoffentlich rücken die anderen Sachen rasch nach.
4. Wann bekomme ich die Partitur der Kammersinfonie8? Und wann den Gurrelieder- Auszug9?
Auch die Partitur von Mahlers IX. Symphonie hätte ich gerne schon!
Nun also: Prosit Neujahr. Herzlichst Ihr Arnold Schönberg

30. Dezember 1912


Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Universal Edition Collection



Brief

Zitierhinweis:

Arnold Schönberg an Universal-Edition, 30. Dezember 1912, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.7840.

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