Dr. K./Wi.
Wien, 28. September 1933.
Herrn
Avenue Rapp,
Arcachon (Gironde)
Sehr verehrter Herr Schönberg!
Wir danken Ihnen bestens für Ihr Telegramm und werden nun
alles tun, um den Tonfilmabschluss1 durch unsere amerikanische Ver-
tretung
, der wir gleichzeitig telegraphiert haben, durchzusetzen.
Hoffentlich gelingt es. In dem Telegramm haben wir zum Ausdruck ge-
bracht, dass die Ueberweisung des Betrags sofort erfolgen muss.
Heute erhalten wir ein anderes Telegramm aus Amerika folgen-
den Wortlauts: „Please cable whether Schönberg Harmonielehre
available for English speaking countries on royalty basis have you
full authority to dispose of rights or is anyone else involved –
Schirmer“. Die Bedingungen über die Vergebung der fremdsprachigen
Rechte haben wir ja in unserer Abmachung vom 11. September 1932
festgelegt. Was die Anzahlung à conto einer 10 %igen Tantieme be-
trifft, so werden wir natürlich so viel als möglich herauszuholen
trachten. Wir haben uns vorgestellt, dass die englische Ausgabe der
Harmonielehre einen Ladenpreis von 5 Dollars haben würde, sodass bei
einer Tantieme für 1000 Exemplare eine Anzahlung von 500 Dollars zu
leisten wäre. Es ist noch möglich, dass Schirmer den Ladenpreis bil-
liger festlegt, in welchem Falle die Anzahlung naturgemäss geringer
wäre, es könnte aber sein, dass der Ladenpreis höher wäre und dass
dann eine Anzahlung von 1000 Exemplaren zu hoch wäre. Wir

möchten Sie daher bitten, uns in dieser Beziehung freie Hand zu
lassen, da wir ja das gemeinsame Interesse haben, so viel als
möglich zu erreichen und an den Erträgnissen zu gleichen Teilen
interessiert sind. Was die Uebersetzung anbelangt, so werden wir
Schirmer verständigen, dass Sie die Uebersetzung genehmigen müs-
sen, und wir möchten Schirmer Herrn Weiss empfehlen, der, soviel
uns bekannt ist, die Uebersetzung schon in Angriff genommen und
wenn wir nicht irren, Ihnen auch vorgelegt hat. Können Sie uns die
Adresse des Herrn Weiss bekanntgeben? Bezüglich des Honorars, wel[-]
ches Sie für die Mitarbeit an der Uebersetzung verlangen, erbit[ten]
wir Ihre Vorschläge, die wir an Schirmer weiterleiten und die dann
in einer direkten Abmachung zwischen Ihnen und Schirmer festgelegt
werden können. Wir wären Ihnen sehr verbunden, wenn Sie uns sofort
nach Erhalt dieses Schreibens ein Telegramm senden wollten, in wel-
chem Sie uns zu einem eventuellen Abschluss mit Schirmer, einer der
ersten Musikverleger New Yorks, ermächtigen.
Wir hören aus Boston, dass Sie von dem neuen Malkin
Conservatory
eingeladen2 worden sind, über Ihre Kompositionen Vor-
lesungen zu halten und wir senden Ihnen in der Beilage einen uns zu-
gekommenen Zeitungsausschnitt. Da der unterzeichnete im April und
Mai d. J. in Boston verschiedene Schritte wegen einer Einladung für
Sie unternommen hat, würde es uns sehr interessieren, ob nunmehr ein
Resultat vorliegt und wie Ihre Pläne sind. Ich bin voraussichtlich
Mitte Oktober in Paris und würde mich sehr freuen, mit Ihnen dann
ausführlich sprechen zu können.
Die Unterzeichneten, denen es, den gegenwärtigen Verhält-
nissen angemessen, gut geht, senden Ihnen herzliche Grüsse und
schönste Empfehlungen.
Dr. K./Wi.
Wien, 28. September 1933.
Herrn
Avenue Rapp,
Arcachon (Gironde)
Sehr verehrter Herr Schönberg!
Wir danken Ihnen bestens für Ihr Telegramm und werden nun alles tun, um den Tonfilmabschluss1 durch unsere amerikanische Vertretung, der wir gleichzeitig telegraphiert haben, durchzusetzen. Hoffentlich gelingt es. In dem Telegramm haben wir zum Ausdruck gebracht, dass die Ueberweisung des Betrags sofort erfolgen muss.
Heute erhalten wir ein anderes Telegramm aus Amerika folgenden Wortlauts: „Please cable whether Schönberg Harmonielehre available for English speaking countries on royalty basis have you full authority to dispose of rights or is anyone else involved – Schirmer“. Die Bedingungen über die Vergebung der fremdsprachigen Rechte haben wir ja in unserer Abmachung vom 11. September 1932 festgelegt. Was die Anzahlung à conto einer 10 %igen Tantieme betrifft, so werden wir natürlich so viel als möglich herauszuholen trachten. Wir haben uns vorgestellt, dass die englische Ausgabe der Harmonielehre einen Ladenpreis von 5 Dollars haben würde, sodass bei einer Tantieme für 1000 Exemplare eine Anzahlung von 500 Dollars zu leisten wäre. Es ist noch möglich, dass Schirmer den Ladenpreis billiger festlegt, in welchem Falle die Anzahlung naturgemäss geringer wäre, es könnte aber sein, dass der Ladenpreis höher wäre und dass dann eine Anzahlung von 1000 Exemplaren zu hoch wäre. Wir möchten Sie daher bitten, uns in dieser Beziehung freie Hand zu lassen, da wir ja das gemeinsame Interesse haben, so viel als möglich zu erreichen und an den Erträgnissen zu gleichen Teilen interessiert sind. Was die Uebersetzung anbelangt, so werden wir Schirmer verständigen, dass Sie die Uebersetzung genehmigen müssen, und wir möchten Schirmer Herrn Weiss empfehlen, der, soviel uns bekannt ist, die Uebersetzung schon in Angriff genommen und wenn wir nicht irren, Ihnen auch vorgelegt hat. Können Sie uns die Adresse des Herrn Weiss bekanntgeben? Bezüglich des Honorars, wel ches Sie für die Mitarbeit an der Uebersetzung verlangen, erbitten wir Ihre Vorschläge, die wir an Schirmer weiterleiten und die dann in einer direkten Abmachung zwischen Ihnen und Schirmer festgelegt werden können. Wir wären Ihnen sehr verbunden, wenn Sie uns sofort nach Erhalt dieses Schreibens ein Telegramm senden wollten, in welchem Sie uns zu einem eventuellen Abschluss mit Schirmer, einer der ersten Musikverleger New Yorks, ermächtigen.
Wir hören aus Boston, dass Sie von dem neuen Malkin Conservatory eingeladen2 worden sind, über Ihre Kompositionen Vorlesungen zu halten und wir senden Ihnen in der Beilage einen uns zugekommenen Zeitungsausschnitt. Da der unterzeichnete im April und Mai d. J. in Boston verschiedene Schritte wegen einer Einladung für Sie unternommen hat, würde es uns sehr interessieren, ob nunmehr ein Resultat vorliegt und wie Ihre Pläne sind. Ich bin voraussichtlich Mitte Oktober in Paris und würde mich sehr freuen, mit Ihnen dann ausführlich sprechen zu können.
Die Unterzeichneten, denen es, den gegenwärtigen Verhältnissen angemessen, gut geht, senden Ihnen herzliche Grüsse und schönste Empfehlungen.

28. September 1933


Arnold Schönberg Center
Wien
Archiv
Universal Edition Collection


Brief, Kopie

Zitierhinweis:

Universal-Edition an Arnold Schönberg, 28. September 1933, in: Arnold Schönberg: Briefwechsel mit den Verlagen Universal-Edition und Dreililien. Hrsg. von Katharina Bleier und Therese Muxeneder unter Mitarbeit von Jannik Franz und Philipp Kehrer, Universität für Musik und darstellende Kunst Wien und Arnold Schönberg Center, Wien. Version 2.1 vom 20.01.2026. URL: ://www.ascwien.org/ue/letters/letter.19904.

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